Cemile Giousouf: „Reisebüros halten Interessen der Reisenden im Blick“

 

Hagen / Berlin. Die Hagener CDU-Bundestagabgeordnete Cemile Giousouf informierte sich am vorvergangenen Freitag im Reisebüro Auf der Springe bei der Inhaberin Eva Grund über mögliche Auswirkungen der EU-Reiseverkehrsrichtlinie EU 2015/2302. Vor der Sommerpause hatte der Bundestag das Umsetzungsgesetz der umstrittenen Richtlinie beschlossen.

Die Richtlinie hatte an mehreren Stellen Probleme aufgeworfen, welche die CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Umsetzungsgesetz aufgegriffen hatte:

  1. Unter anderem war es erforderlich, die Definition der Pauschalreise klarer zu formulieren und zu verdeutlichen, dass beispielsweise nicht jede beliebige Kombination von Leistungen auch gleich eine Pauschalreise darstellt. Laut Richtlinienentwurf sollte bei der Vermittlung verbundener Reiseleistungen (Bsp. Eine Woche USA mit Flug, Hotel und Mietwagen) jede einzelne Leistung separat gebucht, separat abgerechnet und separat bezahlt werden. Dieses Vorgehen wäre weder dem Kunden, noch dem Reisebüro vermittelbar gewesen. Diese Passage wurde im Gesetzgebungsverfahren geändert. Die EU-Kommission hat festgestellt, dass dieser Weg, auch wenn er vom Wortlaut abweicht, möglich ist. Die bewährte Praxis der Gesamtabrechnung bleibt damit erhalten.
  2. Auf die Reisebüros selbst kommen neue Beratungs- und Dokumentationspflichten zu. Je nachdem welches Produkt der Reisende kauft, gelten produktbezogene Informationspflichten. Deswegen hat Frau Eva Grund trotz der im Rahmen des Umsetzungsgesetzes erreichten Erleichterungen Vorbehalte gegen die neuen Regelungen. Frau Giousouf hat sich vor Ort über ihre Bedenken informiert, sie wird die weitere Entwicklung mit Frau Grund im Blick haben.

 

  1. Reisebüros treten bei Vermittlung mehrerer verbundener Reisedienstleitungen nicht nur als Reisevermittler, sondern wie ein Veranstalter auf und müssen haften.

 

  1. Bis 20 Tage vor der Abreise kann der Veranstalter den Reisepreis um 8 % erhöhen, bei Beschwerden muss der Verbraucher nachweisen, dass die Erhöhung nicht gerechtfertigt ist.

 

  1. Da Ferienhausvermieter sowie Tagesfahrten bis 500 Euro nicht vom neuen Reiseverkehrsrecht betroffen sind, drohen hier Ausfälle und Betrugsversuche, was zu Lasten des Verbrauchers gehen würde.

 

Hintergrund: Ziel der Richtlinie ist eine Harmonisierung des europäischen Reiseverkehrsrechtes. Im Gegensatz zum Rest der EU sind der deutsche und der österreichische Reisemarkt geprägt von mittelständischen Reisebüros. Der übrige europäische Reisemarkt kennt diese Struktur so nicht und ist mehrheitlich vom Direktvertrieb durch die Reiseveranstalter geprägt. An der in Europa vorherrschenden Struktur hat sich die Richtlinie orientiert, um europaweit gleichbleibende Mindeststandards umzusetzen.

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