Soziales Küchenstudio hat sich als Hilfsprojekt etabliert

„Es ist ja oft der schwierigste Sprung: Vom Sagen, was man nicht will – nämlich Pegida in Hagen – hin zum Tun und sich engagieren. Hagen ist BUNT hat sich mit seinem Sozialen Küchenstudio deutlich positioniert und dafür will ich mich persönlich und im Namen Stadt bedanken!“ Oberbürgermeister Erik Schulz sparte nicht mit Lob beim Tag der offenen Tür, zu dem das Soziale Küchenstudio am vergangenen Wochenende eingeladen hatte. „Dieses deutliche Signal in die Bürgerschaft hat es gebraucht: Wir bewältigen die Flüchtlings-Situation!“

Vor einem Jahr, zu Beginn der Sommerferien 2016, starteten eine Handvoll Ehrenamtliche rund um Ideengeberin Nicole Schneidmüller-Gaiser von Hagen ist BUNT mit 15 Regalen, ein paar Umzugskartons voller Geschirr und dem festen Willen, zu helfen, in einer schlichten Lagerhalle in Wehringhausen. „Auf der einen Seite waren da immer wieder Menschen, die helfen wollten und uns Gegenstände anboten – auf der anderen Seite Geflüchtete, die nach dem Leben im Camp froh waren, in einer eigenen Wohnung ein Stück Normalität zurück zu gewinnen. Und dazu gehört auch, dass man im Kreis seiner Lieben ein gemeinsames Essen an einem schön gedeckten Tisch einnehmen kann“, erinnert sich die Vorsitzende des Vereins.

Mittlerweile engagieren sich 25 Menschen regelmäßig an zwei Öffnungstagen pro Woche, darunter neun Männer und Frauen aus Syrien, die in dem sozialen Projekt ihre Deutschkenntnisse verbessern, den Umgang mit Deutschen pflegen und so viel über das Leben in Deutschland lernen. „Wir haben im Team längst vergessen, dass wir Deutsche und Nicht-Deutsche, Christen und Muslime sind“, bedankte sich auch Schneidmüller-Gaiser bei den Ehrenamtlichen. „Wir sind ein Team, in dem jeder seinen Platz findet, in dem sich Freundschaften entwickeln, in dem ungezwungen auch mit den Unterschieden umgegangen wird und in dem es keine Rolle spielt, ob jemand ein Kopftuch trägt oder nicht, ob er Schweinefleisch aus religiösen Gründen oder wegen der Arthrose weglässt oder ob er mit oder ohne Alkohol feiert.“

Mehr als 300 Einzelspender haben das Küchenstudio schon mit Töpfen, Pfannen, Kaffee-Service oder Backformen unterstützt – etwa 370 Haushalte konnten so bislang beim Umzug in die eigene Wohnung unterstützt werden.

„Besonders bedanken möchten wir uns auch bei den Haspern“, adressierte die stellvertretende Leiterin, Sabine Gerlich an den ebenfalls anwesenden Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser und an Christoph Rehrmann von der GWG, die die Räume zur Verfügung stellt. Von der Bezirksvertretung über Geschäftsleute und Handwerker bis zu zahlreichen Einzelpersonen reicht die Liste derjenigen, die das Küchenstudio im März tatkräftig und finanziell beim Umzug in das ehemalige Bürgeramt am Hüttenplatz unterstützten. „Jeder, den wir gefragt haben, hat uns geholfen“, freut sich die Hasperin Schneidmüller-Gaiser. „Dank dieser Unterstützung können wir nach den Sommerferien unser Angebot weiter ausbauen.“ Eine multinationale Gruppe mit 20 Frauen startet dann als „Das bunte Kochstudio“ mit gemeinsamen Treffen, bei denen „Kochen und Klönen“ im Mittelpunkt stehen sollen. Wer sich an den dafür benötigten Lebensmittelspenden beteiligen möchte: Spendenkonto Hagen ist BUNT e.V., Sparda-Bank Hagen, IBAN: DE72 330 605 92 000 5 230 230, Stichwort: Das BUNTE Kochstudio.

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