Eiszeit im Krankenhaus – Beschäftigte fordern mehr Personal

In der ersten Woche der Sommerferien fällt in ausgewählten Krankenhäusern in NRW der Startschuss für die Auseinandersetzung um mehr Personal in den Krankenhäusern bis zur Bundestagswahl im Herbst 2017.

In Herdecke lädt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten am

Mittwoch, den 19.07.2017, in der Zeit von 12.00 bis 14.00 Uhr

Ort: Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke gemeinnützige GmbH

Gerhard-Kienle-Weg 4, 58313 Herdecke

unter dem Motto „Eiszeit im Krankenhaus – wir brauchen Entlastung“ zu einer Pause am Eiswagen ein und informiert über die Auseinandersetzungen in den nächsten Monaten.

Mit 162.000 fehlender Stellen in den Krankenhäusern werden die Beschäftigten weiterhin alleine gelassen in ihrer Verantwortung für die Patienten und mit Arbeitsbedingungen, die sie selbst krankmachen.

Wir reden seit Jahren – offenbar zu leise. Denn es tut sich fast nichts. Erst brechen wir unter der Last der Arbeit zusammen und dann das Gesundheitssystem. Das betrifft uns doch alle! Gesundheitsminister Gröhe diskutiert mit den Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft über mehr Personal in pflegesensitiven Bereichen.

Was sollen das für Bereiche sein? Wir brauchen jetzt überall mehr Personal. Herr Gröhe soll hier mal eine Schicht mitarbeiten! Es geht schon lange nicht mehr um die Frage, ob ich Zeit für nette Gespräche mit älteren Patienten habe. Es geht um schlechte Versorgung. Und die Politiker und Politikerinnen wissen das!“, sagt eine Angestellte des Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke .

Aktuell lebt das das Gesundheitssystem davon, dass die Kolleginnen und Kollegen aus Verantwortung an ihren freien Tagen einspringen, Überstunden anhäufen und keine Pausen machen. Die Beschäftigten können nicht mehr ihrem Wissen und den fachlichen Standards entsprechend arbeiten und stellen die Versorgung nur noch durch freiwillige Mehrleistungen sicher.

Im Moment verabreden Stationen und andere Arbeitsbereiche miteinander, dass sie das an bestimmten Tagen gemeinsam verweigern werden – in ausgewählten Betrieben in NRW und bundesweit.“, erklärt Dorothea Rensmann-Lauterbach, Gewerkschaftssekretärin für die Krankenhäuser im ver.di Bezirk Südwestfalen.

Bundesweit fehlen nach ver.di-Berechnungen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. In allen Berufsgruppen der Krankenhäuser sei mehr Personal nötig, um eine gute Versorgung der Patienten gewährleisten zu können, allein in der Pflege fehlen 70.000 Stellen. ver.di halte weiter daran fest, dass es Aufgabe der Politik sei, mit einer gesetzlichen Personalbemessung für genug Personal für eine sichere Versorgung der Patienten zu sorgen und fordert von der zukünftigen Bundesregierung ein Sofortprogramm mit neuen 20.000 Stellen für die Krankenhäuser. Damit ist sicherstellbar, dass keine Schicht mehr alleine gearbeitet wird und die Ausbildung von dringend benötigten Nachwuchskräften nicht mehr auf der Strecke bleibt.

 

 

 

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