Fachvortrag über die weibliche Genitalbeschneidung

Genitalverstümmelung ist ein Verbrechen, das die Opfer hochgradig traumatisiert. Einen Vortrag über kulturelle und traditionelle Hintergründe der weiblichen Genitalbeschneidung hielt der Gynäkologe Dr. Christoph Zerm im Rahmen einer Fachtagung der Fachbereiche Jugend und Soziales und Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hagen sowie des „Runden Tisch Hagen gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen“.

Der anerkannte Experte erläuterte den rund 50 Fachkräften aus Jugendhilfe, Psychologie, Ärzteschaft und Hebammen nicht nur die kulturellen Hintergründe, sondern erklärte die unterschiedlichen Beschneidungsformen mit den medizinischen und psychologischen Folgen. Zudem gab der Gynäkologe Handlungsempfehlungen für den Umgang mit betroffenen Frauen und zeigte Möglichkeiten auf, die genitale Beschneidung zu verhindern.

Unter den Folgen leiden Betroffene ihr Leben lang oder sterben sogar. In Nordrhein-Westfalen leben geschätzt 10.000 Betroffene und 2.000 Frauen und Mädchen, denen die genitale Beschneidung droht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit circa 140 Millionen Mädchen und Frauen betroffen. Dabei sterben jährlich zwischen 60.000 bis 140.000 Mädchen und Frauen direkt nach dem Eingriff. Durch Komplikationen bei späteren Geburten oder durch chronische Infektionen erhöht sich die Sterblichkeitsrate auf 25 bis 30 Prozent.

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