Alter Dahler Luftschutzstollen soll zur „Whiskyhöhle“ werden

Gebrannt wird er in einer ehemaligen Schmiede im Hagener Süden, zur Ruhe und Reife
gelangt das hochdekorierte Destillat aber weit entfernt vom Entstehungsort in der Letmather Dechenhöhle. Nach den neuesten Plänen von Klaus Wurm, Geschäftsführer der Märkischen Spezialitätenbrennerei, könnte sein Höhlen-Whisky aber in naher Zukunft auch tief unter Dahler Erde seine geschätzten Aromen entwickeln.
Gleichzeitig soll ein weiterer Mosaikstein im touristischen Angebot der Volmestadt entstehen.
Das erfuhren jetzt Mitglieder der SPD-Ratsfraktion bei einem vor-Ort- Termin in Dahl von Klaus Wurm, der die Vorzüge des Hagener Südens launisch auf den Punkt brachte: „Wir sind hier Vollversorger. Die Vormannbrauerei sorgt mit ihren Bierspezialitäten für die Grundnahrung und ich mit meinen Bränden für die Spezialitäten.“
So sei die Zahl der Gäste, die Jahr für Jahr zur Verköstigung von Bier und Bränden
nach Dahl kämen, nicht unerheblich. Ihnen möchte Wurm und sein Team, erst kürzlich wurde ein Destillateur -Lehrling eingestellt, eine weitere Attraktion
bieten. Denn nur 130 Meter entfernt von der Brennerei befindet sich direkt an der Dahler Straße ein alter Luftschutzstollen, der sich für die Lagerung der wertvollen Fässer hervorragend eignen würde.
Was über Jahrzehnte vermauert und verschlossen in Vergessenheit geriet, könnte jetzt
als neue Lagerstätte für den berühmten Dahler Höhlen-Whisky dienen. „Die Temperatur liegt zwischen 4 und 10 Grad, die hohe Luftfeuchtigkeit verhindert einen zu hohen Verlust durch Verdunstung“, beschreibt Klaus Wurm die Vorteile der Stollen-Lagerung. Nach der Besichtigung der Brennerei möchte er seine Gäste als weiteres Highlight dann
auch durch die unterirdische Lagerstätte führen.
„Das alles soll ganz behutsam geschehen“, beschreibt Wurm sein Vorhaben. So würden
die einst in den Berg getriebenen Stollen auch von Fledermäusen bewohnt.
Das ergaben erste Besichtigungstermine.
„Wir werden hier weder mit irgendwelchen Gerätschaften arbeiten noch
die Stollengänge ausleuchten. Die Fässer werden nur in einem Teil der Stollen aufgestellt und dann gefüllt. Der andere Teil wird für die Fledermäuse als Schutzbereich abgeteilt.“ Die Führungen für die Besucher sollen zudem zeitlich begrenzt werden.
Ob das Vorhaben allerdings letztlich in die Tat umgesetzt werden kann, wird derzeit bei der Unteren Landschaftsbehörde im Hagener Rathaus geprüft. Als Klaus Wurm dort die
entsprechenden Anträge vorlegte, musste er erfahren, dass der Stollen vor Jahren
als Naturdenkmal ausgewiesen wurde.
Jetzt gilt es zu prüfen, ob sich Denkmalschutz und Nutzung vereinbaren lassen.
Die Mitglieder der SPD-Fraktion zeigten sich beindruckt von den unternehmerischen
Anstrengungen des Dahlers, der seine Spezialitätenbrennerei seit der Gründung vor siebenJahren zu einem weit über Hagen und Deutschland hinaus bekannten Betrieb ausgebaut hat.
Eine Erweiterung durch die Nutzung des alten Luftschutzstollens in unmittelbarer Nähe des Betriebes sei daher sicherlich wünschenswert. Daher sicherte der Vorsitzende Claus Rudel auch die Unterstützung seiner Fraktion im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten zu.
„Solch ein Kleinod ist sicherlich ein attraktiver Anziehungspunk für Whiskykenner. Wenn wir uns in Hagen touristisch verstärkt aufstellen wollen, dann können wir solch eine Initiativen nur begrüßen.“
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