SPD-Fraktion im Regionalverband Ruhr

(SPD-Fraktion im Regionalverband Ruhr) Wo 2003 der letzte Zwieback vom Band rollte, griffen seit der Produktionsverlagerung nach Thüringen Verfall und Vandalismus um sich. Nach vielen Jahren vergeblicher Anstrengungen, die Brandt-Fläche in Hagen-Haspe neu zu nutzen, sind die letzten Kekskrümel endlich aus dem Weg gefegt. Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat die Änderung des Regionalplans beschlossen.

Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um auf der alten Brache Einzelhandel ansiedeln zu können. In den nächsten Tagen werden der Stadtentwicklungsausschuss und der Rat der Stadt Hagen über die notwendige Anpassung des Flächennutzungsplans abstimmen. Die politischen Mehrheiten gelten als sicher, da der Wunsch nach einer Entwicklung der verfallenen Fläche in der Stadt weit verbreitet ist. Im Herbst soll Baurecht bestehen, wenn der entsprechende Durchführungsvertrag und der Bebauungsplan vorliegen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Keksfabrik werden voraussichtlich bald ein Lebensmittelmarkt, ein Discounter und ein Drogeriemarkt ihre Türen öffnen. Auch ein Gesundheitszentrum, Gastronomie und die Hauptverwaltung der Firma Brandt, der das Gelände nach wie vor gehört, sollen sich dort niederlassen. Dietmar Thieser, Bezirksbürgermeister in Hagen-Haspe und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im RVR, setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Fläche neu genutzt wird: „Mit der Änderung des Regionalplans haben wir nun den Hemmschuh beseitigt, der die Entwicklung bisher erschwerte. Das ist eine Initialzündung, um den städtebaulichen Schandfleck in eine sinnvolle Nutzung umzuwandeln.“

War die 4,8 Hektar große Brandt-Fläche bislang im Regionalplan noch für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) vorgesehen, wurde sie nun in einen Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) umgewidmet. Das ist die Voraussetzung, um dort Einzelhandel ansiedeln zu können. „Das Konzept der Investoren sieht eine Mischung von zwei Dritteln gewerblicher Nutzung und einem Drittel Einzelhandel vor. Die Bezirksvertretung wird selbstverständlich ein Auge darauf haben, dass die Einkaufs- und Lebensqualität des Zentrums von Hagen-Haspe nicht unter der neuen Einzelhandelsfläche leidet, sondern alle von der Entwicklung profitieren“, so Dietmar Thieser.

Carl Brandt baute bereits 1912 seine Bäckerei in Hagen-Haspe, zunächst unter dem Namen „Märkische Zwieback- und Keksfabrik“. Bis 2003 gehörte der Zwiebackduft unverkennbar zum Stadtteil dazu. Das Land Thüringen lockte mit hohen Subventionen, so dass die Produktion dorthin verlagert wurde. Nordrhein-Westfalen und Hagen konnten die Verlagerung trotz großer Anstrengungen nicht verhindern. Die Verwaltung der Firma Brandt blieb in Hagen, aber fast fünfhundert Beschäftigte in der Produktion verloren damals ihren Arbeitsplatz. Dietmar Thieser: „Das war ein schmerzhafter Verlust für unsere Stadt und die alte Brache hat uns jeden Tag daran erinnert. Ich freue mich sehr, dass hier nun endlich  neues Leben Einzug hält.“

 

 

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