Stadt Hagen nimmt Stellung zu VfL-Eintracht-Brief

Zum „Offenen Brief“ des 1. Vorsitzenden des VfL Eintracht Hagen e.V., Detlef Spruth, zur geplanten Anschaffung eines Hallenbodens für die Ischelandhalle nimmt die Stadt Hagen wie folgt Stellung:

„Sicher ist es mehr als nur eine Stilfrage, ob der 1. Vorsitzende des VfL Eintracht Hagen e.V., Detlef Spruth, mit seinem „Offenen Brief“ der Hagener Sportfamilie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung insgesamt einen Gefallen tut. Und auch die Frage, ob die großartige sportliche Leistung, die die Handballer des VfL Eintracht mit ihrem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga ohne jeden Zweifel vollbracht haben, mit diesem Brief eine angemessene Würdigung erfährt, muss sich der Verfasser letztlich selbst beantworten.

Unabhängig davon bedürfen einige der in diesem „Offenen Brief“ aufgeworfenen Behauptungen, Thesen und Konstruktionen einer Richtigstellung.

1. Investive Maßnahmen im Sportbereich können mit Mitteln der sogenannten „Sportpauschale“ finanziert werden. Derzeit stehen dafür 513.000,- Euro im Jahr zur Verfügung. Hieraus werden auch Investitionen von Vereinen in ihre vereinseigenen Anlagen mit insgesamt 75.000,- Euro pro Jahr gefördert. Über die Verwendung der Sportpauschale entscheidet abschließend allein der Sport- und Freizeitausschuss.

2. In seiner Sitzung am 17. Mai 2017 hat der Sport- und Freizeitausschuss mit breiter Mehrheit beschlossen, dass die Stadt Hagen für die Ischelandhalle einen bundesligatauglichen Basketball-Boden aus Mitteln der Sportpauschale erwerben soll, um diesen dann an künftige Nutzer zu vermieten. Zugleich wurde die Verwaltung beauftragt, alle in diesem Zusammenhang offenen rechtlichen Fragen zu prüfen und zu klären. Sollte sich bei dieser Prüfung herausstellen, dass ein entsprechendes Modell – aus welchen Gründen auch immer – nicht dem Beschluss entsprechend umgesetzt werden kann, wird sich der Sport- und Freizeitausschuss nach Aussagen seines Vorsitzenden Dietmar Thieser erneut mit dem Thema Hallenboden beschäftigen.

3. Durch die vom Sport- und Freizeitausschuss gewählte Finanzierung des Hallenbodens aus Mitteln der Sportpauschale ist gewährleistet, dass der bereits erwähnte Etat von 75.000,- Euro für die Förderung von Investitionen von Vereinen in ihre vereinseigenen Anlagen in keiner Weise geschmälert wird.

4. Die Behauptung, die Ischelandhalle sei zu einer Basketballhalle umgebaut worden, ist falsch. Die Halle ist und bleibt in erster Linie eine Schulsporthalle, die aufgrund ihrer Zuschauerkapazität ausgezeichnet für den Leistungssport genutzt werden kann. Auch der VfL Eintracht spielt hier in der 3. bzw. jetzt wieder 2. Bundesliga Handball; auch hat hier der TTC Hagen zwischenzeitlich seine Erstliga-Tischtennisspiele ausgetragen.

5. Phoenix Hagen hat in den zurückliegenden Jahren keinerlei (!) Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt erhalten. Dem Verein wurde seitens der Stadt lediglich einen Kredit gewährt, der für jenen Eigenanteil notwendig war, den Phoenix Hagen für den Ausbau der Ischelandhalle aufbringen musste. Bis auf eine Restsumme von 60.000,- Euro wurde dieser Kredit vollständig an die Stadt Hagen zurückgezahlt. Bedingt durch die Insolvenz des Vereins konnte die Restsumme nicht mehr beglichen werden.

6. Im Gegensatz zu Phoenix Hagen haben in den zurückliegenden Jahren viele Hagener Vereine in Millionenhöhe von Investitionen aus der Sportpauschale profitiert. So wurden im Stadtgebiet unter anderem mehrere Kunstrasenplätze neu gebaut und neue Funktionsgebäude an Sportplätzen errichtet.

7. In dem Brief erwähnt wird ferner, dass der Verein für den Trainingsbetrieb der erfolgreichen Jugendmannschaften für 32.500,- Euro neue Geräte anschaffen muss. Hierfür kann der VfL Eintracht Hagen – wie alle anderen Vereine auch – selbstverständlich einen Zuschussantrag stellen. Über eine entsprechende Gewährung entscheidet auch in diesem Fall abschließend der Sport- und Freizeitausschuss. Ein solcher Antrag liegt allerdings bis heute nicht vor.

8. Die sportlichen Erfolge der Handballer des VfL Eintracht Hagen werden seitens der Stadt Hagen nicht nur mit großer Freude zur Kenntnis genommen, sondern natürlich auch angemessen gewürdigt. Bereits nach dem 2015er-Aufstieg in die 2. Bundesliga lud Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Mannschaft zu einem Empfang ins Rathaus ein. Dabei fand auch eine Eintragung ins Gästebuch der Stadt Hagen statt. Der Einladung des VfL Eintracht zum kurzfristig erreichten Aufstiegsspiel am 13. Mai 2017 ist OB Schulz trotz lange vorher vereinbarter anderer Termine sehr gerne gefolgt und hat bis kurz vor Schluss gemeinsam mit vielen weiteren Handballfans in der Ischelandhalle mitgefiebert. Zudem ist – wie schon beim Aufstieg 2015 – abermals ein Empfang im Rathaus vorgesehen.

9. Die unterschwellige Behauptung, dass Oberbürgermeister Schulz seine politische Einflussnahme nutze, um sich einseitig als Geldbeschaffer für Phoenix Hagen einzusetzen, ist falsch! In Sachen Hallenbodenbeschaffung – siehe oben – lag und liegt die Zuständigkeit allein beim Sport- und Freizeitausschuss.

Ansonsten hat Oberbürgermeister Schulz in den zurückliegenden drei Jahren seiner Amtszeit eine Vielzahl von direkten Gesprächen mit Vereinen aus unterschiedlichen Sportbereichen geführt und – wenn von Vereinsseite gewünscht – im Rahmen seiner Möglichkeiten Unterstützung nicht nur angeboten, sondern auch geleistet.

Von diesem Angebot hat in dieser Zeit übrigens auch die Vereinsführung des VfL Eintracht Hagen Gebrauch gemacht.“

Thomas Bleicher Pressesprecher der Stadt Hagen

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