IG Metall befragt Beschäftigte

Hagen. Sicherheit und gute Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt, eine neue Arbeitsmarktpolitik, bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und sichere Renten sind die wesentlichen Forderungen der Beschäftigten an die Politik. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Beschäftigtenbefragung Deutschlands. Mehr als 680.000 Beschäftigte aus rund 7.000 Betrieben haben sich bundesweit an der Befragung der IG Metall „Politik für alle – sicher, gerecht und selbstbestimmt“ von Mitte Januar bis Ende Februar 2017 beteiligt.

Im Bereich der IG Metall Geschäftsstelle Hagen haben rund 2.600 Beschäftigte aus 21 Betrieben ihr Votum abgegeben. „Diese hohe Beteiligung zeigt: Die Beschäftigten wollen mit ihren Wünschen, Sorgen und Forderungen gehört werden. Sie trauen uns als IG Metall eine Menge zu. Wer im September gewählt werden will, kommt an den Ergebnissen unserer Befragung nicht vorbei.“, sagte der Geschäftsführer Jens Mütze am 16.Mai, im Rahmen einer Zusammenkunft von Betriebsrätinnen und Betriebsräten.

94 Prozent der Befragten in der Geschäftsstelle Hagen finden es wichtig, den Weg in die Industrie 4.0 mitzugestalten – so, wie es die IG Metall seit Jahren tut. Die Beschäftigten fragen sich, welchen Platz sie in der neuen Arbeitswelt einnehmen werden und verlangen, dass es sicher und gerecht zugehen muss auf dem Weg in die Arbeitsgesellschaft von morgen. Dies gilt für alle Beschäftigten, unabhängig von ihrer Qualifikation.

Mit Blick auf die zukünftige Regierung in Nordrhein-Westfalen und auf die Bundestagswahl im Bund, im September, ergeben sich aus den Antworten wichtige politische Forderungen der Arbeitnehmer die ernst genommen werden müssen.

Die Umbrüche in der Arbeitsgesellschaft dürften nicht zum Abbau von Schutzrechten missbraucht werden. Dies gelte gerade für das Arbeitszeitgesetz warnte Jens Mütze an Politik und Arbeitgeber gerichtet. „96 Prozent in Hagen wollen auch in Zukunft ein Arbeitszeitgesetz, das der Arbeitszeit Grenzen setzt. Dazu gehört auch das Recht auf Abschalten durch gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten.“

Doch je schwächer die Position der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt ist, umso größer sind die Sorgen um den Arbeitsplatz. Auch daher fordern 89 Prozent der Befragten in der Geschäftsstelle Hagen die Abschaffung sachgrundloser Befristung, von Minijobs und prekärer Soloselbstständigkeit. Um in der Arbeitswelt 4.0 mithalten zu können, seien bessere Chancen auf Qualifikation für alle Beschäftigten zwingend erforderlich.

„Sichere Jobs und Bildung sind die Schlüssel zu guter Arbeit 4.0. Denn nur wer keine Angst um die Zukunft haben muss, kann gut und kreativ arbeiten.“, sagte Jens Mütze.

93 Prozent der Befragten in Hagen erwarten von der Politik mehr Schutz von Tarifverträgen. „Nur Tarifverträge garantieren eine faire und verlässliche Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen. Fehlt Tarifbindung, droht Lohndumping – wie beim Missbrauch von Werkverträgen. Die Politik muss dafür sorgen, dass für möglichst viele Beschäftigte ein Tarifvertrag gilt. Outsourcing darf nicht dazu führen, dass sich Arbeitgeber davor drücken, Tariflöhne zu zahlen.“, forderte Jens Mütze.

In weiten Bereichen decken sich die bundesweiten Ergebnisse der Befragung mit den Antworten der Menschen die uns in den Betrieben in Hagen, Schwerte und Wetter geantwortet haben. „In unserer Region liegt die Anzahl der Befragten, die einen besseren Schutz von Tarifverträgen fordert höher als im Bund. Das spiegelt die besondere Situation in den Betrieben hier bei uns wider“ sagte dazu der Geschäftsführer der Hagener IG Metall. „Daraus ergibt sich ein Auftrag für uns und die Politik. Die Parteien müssen sich daran messen lassen, wie weit sie die Forderungen der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften aufgreifen.“

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