Verhaltensregeln von Hundehaltern in der Natur

Der Hagener Jagdbeirat musste in letzter Zeit vermehrt feststellen, dass streunende und wildernde Hunde im Hagener Stadtgebiet Wildtiere verletzt oder getötet haben. Diese Fälle nimmt der Jagdbeirat zum Anlass, auf einige Verhaltensregeln für Hundehalter in der Natur aufmerksam zu machen.

Die zu dieser Jahreszeit tragenden Wildtiere sind auf Grund ihrer Körperfülle in ihrer Beweglichkeit und Ausdauer eingeschränkt. Das flüchtende Tier ist gegenüber jagenden Hunden chancenlos – das gilt auch für neugeborene und junge Tiere. Daher geht der dringende Appell an alle Hundebesitzer, die Regeln für das Führen von Hunden in Wald und Feld zu beachten. Wenn sich jeder an die nachfolgenden  Grundsätze hält, ist ein friedliches und vertrauensvolles Miteinander aller Interessengruppen in der Natur gewährleistet.

Verhalten im Wald und in der freien Landschaft
Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist in Nordrhein Westfalen nach dem Landesforstgesetz auf eigene Gefahr gestattet. Ausdrücklich verboten ist unter anderem das Betreten von Forstkulturen, Forstdickungen (Bereiche heranwachsender Bäume), Holzeinschlagflächen, forstwirtschaftlichen und jagdlichen Hochsitzen. Im Wald müssen Hunde außerhalb von Wegen angeleint sein. Ausgenommen hiervon sind Jagd- und Polizeihunde im Rahmen ihrer Tätigkeit. Wege sind befestigte Wirtschaftswege, die von zweispurigen nicht geländegängigen Kraftfahrzeugen befahren werden können. Alles andere sind Pfade oder Rückegassen, auf denen die Hunde angeleint zu führen sind.

Nach dem Landesnaturschutzgesetz darf das Betreten in der Landschaft nur so ausgeübt werden, dass die Belange der anderen Erholungssuchenden und die Rechte der Eigentümer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Außerdem gilt das Betretungsrecht nicht für Gärten, Hofräume und sonstige zum privaten Wohnbereich gehörenden oder einem gewerblichen oder öffentlichen Betrieb dienenden Flächen. Das Bundesjagdgesetz verbietet außerdem, Wild unbefugt an seinem Zufluchtsort-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnlichen Handlungen zu stören.

Verhalten in besonderen Schutzgebieten
Besondere Regeln gelten nach Bundesnaturschutzgesetz in den Schutzgebieten, die über den Landschaftsplan der Stadt Hagen festgesetzt sind. Hierzu zählen insbesondere Naturschutzgebiete, Geschützte Landschaftsbestandteile, Landschaftsschutzgebiete und Naturdenkmale. In Naturschutzgebieten und Geschützten Landschaftsbestandteilen ist es nicht erlaubt, Hunde und andere Haustiere ohne Leine laufen zu lassen. Die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden in diesen Schutzgebieten ist ebenfalls verboten. In Landschaftsschutzgebieten dürfen Hunde oder andere Haustiere außerhalb der Wege und der eigenen Grundstücke nicht frei herumlaufen.

Im Rahmen der Jagd können Hunde auch außerhalb der genannten Flächen unangeleint mitgeführt werden. Jäger haben einen gerichtlich durchsetzbaren Unterlassungsanspruch gegen den Störer.

Landeshundegesetz beachten
Alle Hunde sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mensch oder Tier ausgeht. Eine allgemeine Anleinpflicht gilt überwiegend nur innerorts. Große Hunde (mindestens 40 Zentimeter, mindestens 20 Kilo) sind darüber hinaus auf allen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angeleint zu führen, wenn diese innerhalb bebauter Ortsteile liegen.

Für so genannte „gefährliche“ Hunde und Hunde bestimmter Rassen (zum Beispiel Pitbull Terrier) gilt außerhalb des befriedeten Besitzes eine grundsätzliche Anlein- und Maulkorbpflicht – also auch beim Spaziergang durch Wald und Feld. Die zuständige Behörde kann aber auf Antrag eine Befreiung von dieser erteilen, wenn der Hund eine offiziell anerkannte Verhaltensprüfung bestanden hat.  Als „gefährliche Hunde“ gelten nach dem Gesetz bereits alle Hunde, die einen Menschen in Gefahr drohender Weise angesprungen oder unkontrolliert Wild gehetzt haben.

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