VW-Navis gestohlen – Wie gelangten die Täter in die Autos?

Hagen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es in gleich zwei
Straßen zu ungewöhnlichen PKW-Aufbrüchen. Nach ersten Ermittlungen
der Polizei schlugen die Autoknacker zwischen 20.00 Uhr und 09.30 Uhr
zu. Die Opfer (49 und 48) parkten ihre VW abends in den Straßen In
der Luke und In der Senke. In den Morgenstunden stellten sie fest,
dass in beiden Autos (VW Golf und VW Tiguan) die Navigationsgeräte
und auch eine Tachoanzeige fehlten. Besonders schleierhaft erschien
den Beamten, dass keine Aufbruchsspuren an den Fahrzeugen aufzufinden
waren. Es entstand ein Schaden von zirka 5.500 Euro an den Armaturen
der VW. Die Kripo ermittelt nun. Hinweise nimmt die Polizei unter
02331 986 2066 entgegen.

Werbeanzeigen

Der Polizeibericht

Gaststätteneinbruch in Hohenlimburg

Hagen (ots) – In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sind
unbekannte Täter in den Gaststättenbereich des Werkhofs in
Hohenlimburg eingedrungen. Die Außentüren waren augenscheinlich
unversehrt, wie es den Einbrechern gelungen ist, in das Objekt zu
gelangen, ist noch unbekannt. Innerhalb der Gaststätte fanden die
Polizisten eine Bürotür und eine Geldkassette aufgebrochen vor. Nach
einer ersten Durchsicht fehlen ein dreistelliger Geldbetrag, ein
USB-Stick sowie mehrere Flaschen Cola. Zeugen, die weiterführende
Hinweise geben können, melden sich bitte unter der 986 2066.
Körperverletzung in der Bahnhofstraße

Hagen (ots) – Am Donnerstagabend gegen 21.00 Uhr kam ein
29-jähriger Mann in die Polizeiwache in der Bahnhofstraße und gab an,
dass er wenige Minuten zuvor niedergeschlagen worden sei. Zwei
unbekannte Männer hatten ihn im Bereich der Hindenburgstraße
angesprochen und gefragt ob er Drogen für sie hätte. Als der junge
Mann die Frage energisch verneinte und dabei nach eigenen Angaben
beleidigend wurde, versetzte ihm einer der beiden mehrere
Faustschläge gegen den Kopf. Er beschrieb den Schläger als etwa 1,80
Meter groß, bekleidet mit Lederjacke, Jeans und weißen Turnschuhen.
Der zweite Unbekannte hielt seinen Begleiter von weiteren Attacken ab
und der Geschädigte meldete sich bei der Polizei. Durch die Schläge
hatte er eine Prellung davongetragen und ein Stück Zahn war
abgebrochen. Nach der Anzeigenaufnahme wollte er selbständig einen
Arzt aufsuchen. Eine erste Fahndung nach dem Täter verlief ohne
Erfolg. Hinweise bitte an die 986 2066.
Wildunfall auf der L528

Breckerfeld.  (hb) Am Donnerstagabend wurde die Feuerwehr Breckerfeld mit
dem Stichwort „Verkehrsunfall – auslaufende Betriebsmittel“ zur
Brantener Straße alarmiert.
Auf der L528 war es im Bereich Höhe Landwehr zu einem Wildunfall
gekommen.
Die Einsatzkräfte des Löschzugs Breckerfeld konnten keine
auslaufenden Betriebsmittel feststellen.
Somit beschränkten sich die Maßnahmen bis zum Eintreffen der Polizei
auf das Absichern der Einsatzstelle gegen den fließenden Verkehr.
Mit Ankunft an der Feuer- und Rettungswache endete der Einsatz nach
etwa einer Stunde.

Wie ein Kind ein Vorbild sein kann

Dortmund. So geschehen am gestrigen Donnerstag (27. April) in
Dortmund-Eving: Ein 8-jähriger Junge sprach gegen 15 Uhr einen
Schutzmann am Evinger Platz an. In seiner Hand hielt das Kind 40 Euro
und gab sie dem Polizisten. Die beiden Geldscheine hatte der Junge
auf einer Grünfläche vor einem nahe gelegenen Supermarkt gefunden.

Und jetzt stellen sie sich mal vor, wie viel Süßigkeiten ein
8-Jähriger für 40 Euro hätte kaufen können…

Doch nicht nur aus diesem Grund ist das ehrliche Handeln dem Kind
hoch anzurechnen.

Das Geld wurde natürlich durch die Polizei sichergestellt.
Vielleicht findet sich ja ein ebenso ehrlicher Eigentümer…falls
nicht, muss sich der Junge für den Finderlohn noch einige Monate
gedulden. Bei so viel Ehrlichkeit sollte das aber kein Problem sein.

Verfolgungsfahrt endete mit Verkehrsunfall und Festnahme

Lüdenscheid. Am Freitag, um 9.41 Uhr, ging bei der Polizei ein Hinweis ein,
dass der Fahrer eines Seat Arosa im Bereich Brügge ohne Fahrerlaubnis
unterwegs sei.

Einem Streifenteam gelang es zügig den verdächtigen PKW
aufzunehmen. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und beabsichtigten
den Mann und seine Begleiterin anzuhalten. Der Fahrer des Wagens
bekam dies mit und beschleunigte sein Fahrzeug auf bis zu 100
Stundenkilometer. Er versuchte sich auf diese Weise der Kontrolle zu
entziehen.

Die Fahrt führte von Brügge über die Lösenbacher Landstraße, nach
links „Zum Brauberg“ und schließlich über „Felde“ zur Othlinghauser
Straße. Bei Erreichen der Othlinghauser Straße war die Fahrbahn durch
einen Müllwagen und Polizeibeamte derart verengt, dass der Fahrer auf
ein Grundstück auswich und hier mit einem Hauspfeiler kollidierte.
Als der Flüchtige darauf zurücksetzte, kollidierte er wiederum mit
einer ihn zwischenzeitlich blockierenden Zivilstreife. Der Fahrer
versuchte zu Fuß zu flüchten, konnte aber unmittelbar gestellt
werden. Dabei entstand Sachschaden in noch unbekannter Höhe.

Bei der Festnahme des 22-jährigen Mannes und seiner 23-jährigen
Begleitung wurde ein Polizeibeamter leicht verletzt. Die 23-Jährige
wurde beim Verkehrsunfall leicht am Kopf verletzt. Eine hinzugerufene
Rettungswagenbesatzung verbrachte die Dame ins Klinikum Lüdenscheid.

Die Annahme, dass der Flüchtige nicht in Besitz einer gültigen
Fahrerlaubnis ist, bestätigte sich. Die Durchsuchung des Mannes
führte eine geringe Menge Cannabis zu Tage. Die mutmaßlichen
Betäubungsmittel wurden sichergestellt. Im weiteren
Ermittlungsverlauf ergaben sich Hinweise darauf, dass der Flüchtige
selbst unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehen könnte. Eine
Blutprobe war die Folge. Der PKW wurde sichergestellt.

Warum genau sich der 22-Jährige der Kontrolle entzog müssen nun
die Ermittlungen ergeben. Gegen ihn wird ein Strafverfahren wegen
Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahren ohne Fahrerlaubnis,
Fahrlässige Körperverletzung, Fahren unter dem Einfluss von
Betäubungsmitteln sowie Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz
eingeleitet. Auf die Beifahrerin kommt als Halterin des Seat ein
Strafverfahren wegen des „Zulassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis“
zu.

Die Ermittlungen dauern an.

Urteil als Bestätigung für Polizei-Maßnahmen

Dortmund. (Polizei Dortmund) Seit Jahren ist die Dortmunder Polizei am Wall in der Innenstadt sowie im Bereich Phoenix-West unterwegs, um Rasern, die die Straßen
der Stadt als Rennstrecken missbrauchen, zu zeigen: Wir lassen das
nicht zu! Nun muss ein Wiederholungstäter die Konsequenzen seines
Handelns tragen.

Regelmäßig versammeln sich erlebnisorientierte junge Leute meist
in den Abendstunden und am Wochenende in den genannten Bereichen, um
mit hochmotorisierten Fahrzeugen in Rennen ihre Kräfte zu messen.
Dass es dabei bisher nicht zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen
ist, ist ein glücklicher Umstand, der wohl auch den intensiven
Bemühungen der Polizei in Zusammenarbeit mit der Stadt zu verdanken
ist. Die Dortmunder Polizei führt regelmäßig Kontrollen in der
Innenstadt und auf Phoenix-West durch. Denn Polizeipräsident Gregor
Lange betont: „Menschen gegenüber, die bewusst das Leben anderer
durch rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr gefährden, zeigen
wir keinerlei Toleranz.“

Nun haben die Maßnahmen der Polizei Dortmund Früchte getragen:
Unzählige Male ist ein 21-jähriger Dortmunder in der Vergangenheit
unter anderem wegen Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen,
Verkehrsgefährdung, Nötigung, Beleidigung sowie Fahrens ohne
Fahrerlaubnis in Erscheinung getreten. Die Quittung dafür hat er nun
von Richtern des Amts- und Landgerichts Dortmund in zwei Urteilen
erhalten: Diese verurteilten den 21-Jährigen insgesamt zu 150 Stunden
gemeinnützige Arbeit, neun Monaten Fahrverbot sowie einer
Freiheitsstrafe von drei Wochen.

Für die Polizei und die Beamten, die an zahlreichen Wochenenden im
Einsatz sind, eine Bestätigung und gleichzeitig eine Motivation. „Die
Polizei Dortmund wird mit dieser Bestärkung auch weiterhin konsequent
gegen die Raserszene vorgehen“, kündigte Gregor Lange an.

Polizeibeamte legten Bus still

Hemer. Heute Morgen kontrollierten Polizeibeamte des Verkehrsdienstes auf
der Hauptstraße einen polnischen Schulbus.

Der Fahrer gab an, dass er sich auf dem Weg zur Parkstraße
befände, um dort eine Klasse der Gesamtschule aufzunehmen und diese
anschließend zur Klassenfahrt nach Polen zu fahren.

Bei der ersten Inaugenscheinnahme durch die Beamten wurden bereits
zahlreiche Mängel am Fahrzeug festgestellt. Und der Verdacht der
Beamten sollte sich weiter erhärten. Sie stellten das Fahrzeug beim
TÜV vor, der weitere erhebliche Mängel bestätigte:

– die Bremsen hatten keine ausreichende Bremskraft mehr,
– einige Sicherheitsgurte funktionierten nicht,
– die Stabilisatoren waren ausgeschlagen und
– der Motor verlor erheblich Öl.

Die Weiterfahrt wurde untersagt. Sowohl Fahrer als auch Halter
erwarten jeweils Geldstrafen im hohen dreistelligen Bereich.

Ob die Schulklasse ihre Fahrt dennoch mit einem anderen Bus
antreten konnte ist leider nicht bekannt.

Viele Veranstaltungen am 1. Mai – Es muss mit vollen Bahnhöfen und Zügen gerechnet werden

Die Bundespolizei im Ruhrgebiet bereitete sich auf das verlängerte
Wochenende vor. Die Anreise zu zahlreichen Veranstaltungen in
Dortmund und Essen am 1. Mai sowie das Fußballgeschehen werden
zahlreiche Einsatzkräfte beschäftigen.

Bereits heute (28. April) begleiten Bundespolizisten die Anreise
zur Spielpaarung der 2. Fußballbundesliga, VFL Bochum – Dynamo
Dresden, am Bochumer Hauptbahnhof. Dabei wird mit rund 200 – 300
Dresdener Fans gerechnet, die sich auf den Weg in die
Ruhrgebietsmetropole machen. Im Rahmen der Ankunft der Dynamo-Fans
kann es kurzzeitig zu Sperrungen im Bochumer Hauptbahnhof kommen.

Weiter wird die Erstligabegegnung Borussia Dortmund – 1. FC Köln
am morgigen Samstag (29. April) Einsatzkräfte der Bundespolizei
beschäftigen. Auch hier liegt der Schwerpunkt in der Überwachung der
An- und Abreise zu dem Spiel. Derzeit wird mit rund 1.800 Gastfans
aus Köln gerechnet, die mit Zügen nach Dortmund reisen. Hierzu bietet
die Bahn zusätzliche Züge an. Informationen zu den Abfahrtszeiten
haben wir dieser Pressemitteilung beigefügt.

Den Schwerpunkt dieses Einsatzwochenendes bilden für die
Bundespolizei mehrere Veranstaltungen am 30. April und 01. Mai. Am
Sonntag (30. Mai) wird die Bundespolizei die An- und Abreisen zu zwei
Versammlungen in Essen und Bochum überwachen. Hierzu wird die
Bundespolizei auf den Bahnhöfen und Haltepunkten der
Veranstaltungsorte präsent sein.

Zudem wird im Dortmunder Hauptbahnhof ein Augenmerk auf die An-
und Abreise von Teilnehmern der Mayday in der Dortmunder
Westfalenhalle gelegt. In den vergangenen Jahren wurden im
Hauptbahnhof und auf verschiedenen Haltepunkten Verstöße gegen das
Betäubungsmittelgesetz festgestellt.

Wie schon in den vergangenen Jahren wird auch an diesem 01. Mai
die Bundespolizei bereits in den frühen Morgenstunden die Bahnanlagen
im Bereich der Versammlungen in Essen und Dortmund überwachen. Hierzu
wurden im Vorfeld Abstimmungsgespräche mit den Polizeibehörden in
Dortmund und Essen geführt.

Reisende die am 01. Mai die Hauptbahnhöfe in Essen und Dortmund
für ihre Reise nutzen, sollten frühzeitig anreisen und sich ggf. über
Alternativrouten informieren. Gerade vor und nach den Veranstaltungen
kann es in Zügen und an den Bahnhöfen voll werden bzw. zu Sperrungen
kommen.

Ein neues Domizil für das Stadtarchiv

„Stadtarchive sind oft unentdeckte Perlen, die in der Öffentlichkeit nicht die verdiente Beachtung finden. Dabei ist das Stadtarchiv Hagen eines der größten Kommunalarchive und mit 1,5 Millionen Fotos, 15.000 Geschichtsbänden und einem Fundus von 200 Jahren Pressegeschichte das Gedächtnis unserer Stadt“, betonte Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, als er am heutigen Mittwoch gemeinsam mit Vertretern des Fachbereichs Kultur die Pläne für den Umzug des Hagener Stadtarchivs vorstellte. Am 3. Juli schließt dieses am bisherigen Standort in der Wippermann-Passage seine Pforten, um dann bereits im November am neuen Standort in Eilpe wieder zu eröffnen.
Archive gelten gemeinhin als verstaubte und langweilige Orte. Das Hagener Stadtarchiv konnte dieses Vorurteil in den vergangenen 20 Jahren an seinem Standort in der Wippermann Passage im Stadtteil Eilpe zumindest an der Volme zu den Akten legen. Heute präsentiert es sich als modernes Archiv, das Jahr für Jahr zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer nach Hagen lockt. Archivpädagogische Programme gehören ebenso zum Service des Archivs, wie auch die Nutzung elektronischer Medien und Verfahren zur Erschließung der aneinandergereiht viele Kilometer langen Akten- und Sammlungsbestände.
Der Betrieb eines Stadtarchivs ist eine hoheitliche Pflichtaufgabe der Stadt. Es sammelt und verwahrt das Schriftgut der Stadtverwaltung sowie Dokumente zur Stadtgeschichte. Das Hagener Archiv ist das Gedächtnis der Stadt und ihrer Region.
Mit Erreichen des Status einer Großstadt im Jahre 1928 wurde das Stadtarchiv als eigenes Amt eingerichtet; zum ersten Leiter wurde der Historiker Prof. Dr. Friedrich Schemann bestellt. Doch bereits zur Stadtgründung 1746 besaß Hagen ein Archiv, das dem Bürgermeister zugeordnet war und wichtige Unterlagen aufbewahrte.
Zu größeren Verlusten kam es zum Ende der Französischen Herrschaft im November 1813. Kosaken der russischen Armee lagerten in der Stadt und nutzen das teilweise aus dem Mittelalter stammende Schriftgut des Hagener Archivs als Pferdestreu. Einige Lücken in der Überlieferung zur Stadtentwicklung dürften rückblickend so erklärbar sein.
Im 19. und 20. Jahrhundert kam es durch Eingemeindungen, Übernahmen und Stiftungen zu einer deutlich Erweiterung der Bestände. Das als zentrale Einrichtung der jungen Großstadt Hagen angelegte Stadtarchiv übernahm 1929 auch die Bestände der damals eingemeindeten Stadt Haspe sowie von umliegenden Amtsbezirken und Gemeinden, etwa des Amts Enneper Straße sowie der Gemeinden Vorhalle und Boele.
Anders als in anderen Großstadtarchiven blieb das Hagener Stadtarchiv während des Zweiten Weltkriegs von Zerstörungen und Verlusten weitgehend verschont. Allerdings verbrannten beim ersten schweren Luftangriff auf die Stadt in der Nacht des 1. Oktober 1943 in den Amtsstuben und Ämtern tausende Akten der Stadtverwaltung. Dadurch ging dem Stadtarchiv ein Teil der Überlieferung zur nationalsozialistischen Zeit 1933-1943 verloren. 1975 kamen die Bestände des Stadtarchivs Hohenlimburg hinzu. In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts erweiterten das Westfälische Literatur- und Musikarchiv sowie verschiedene Sammlungen zu speziellen Themen und herausragenden Personen den Bestand.
Heute zählt das Hagener Stadtarchiv mit seinen umfangreichen Beständen zu den größten Kommunalarchiven in Nordrhein-Westfalen. Allein das Bildarchiv enthält rund 1,5 Millionen Fotografien, die bis in die Anfangszeit der Fotografie zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Mit über 15.000 Bänden enthält die Präsenzbibliothek stadt- und regionalgeschichtliche Literatur sowie Veröffentlichungen der Kommunal- und Staatsverwaltung aus zwei Jahrhunderten. Doch nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Bestände verschaffte dem Hagener Stadtarchiv einen auch überregional guten Ruf.
So wurden bereits mehrere historische Bücher aus der rund 1000 Exemplare umfassenden „Rara“-Sammlung als Leihgaben in internationalen Ausstellungen gezeigt. Der Bestand Hagener Bauakten enthält die Baugeschichte der Stadt seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Darunter auch viele Baupläne aus der Zeit des „Hagener Impulses“, aber auch von Gefangenenlagern im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau nach 1945.
In den meisten deutschen Großstädten sind vergleichbare Bestände den Bomben zum Opfer gefallen. Doch auch die hier beispielhaft zu nennenden Bestände zu den Familien und Handelshäusern Harkort und Post enthalten einzigartige Dokumente. Ein weiterer wichtiger zugehöriger Bestand des Stadtarchivs ist das Osthaus-Archiv, das Wirken und Leben des berühmten Hagener Mäzens enthält. Die Zeitungssammlung enthält über 200 Jahre Pressegeschichte in Hagen. Die Bestände des Erbgesundheitsgerichts und zum Einsatz von Zwangsarbeitern führen in besonders dunkle Kapitel der NS-Zeit.
Für das Hagener Stadtarchiv bedeutet das Jahr 2017 eine deutliche Zäsur. 1998 war es als Teil des Historischen Centrums aus Stadtmuseum und Stadtarchiv aus der Innenstadt in die Wippermann Passage nach Eilpe verlagert worden. Die Stadt hatte für die beiden Einrichtungen in der im Privatbesitz befindlichen Immobilie entsprechende Räumlichkeiten angemietet. Nach der Schließung des Stadtmuseum im November 2015 verlor das Stadtarchiv einen Teil seiner gemeinsam mit dem Museum genutzten Infrastruktur. Doch schon vorher machte die Unterbringung der Bestände in den Depoträumen vermehrt Probleme. Das Archiv platzte gewissermaßen aus allen Nähten, da in den vergangenen Jahren umfangreiche Bestände und Sammlungen der Stadtverwaltung übernommen werden mussten.
Angesichts dieser Schwierigkeiten und den hohen Betriebs- und Mietkosten setzten sich die Archivleitung und die Leitung des Fachbereichs Kultur sowie die städtische Immobilienwirtschaft und Finanzverwaltung zusammen. Gesucht wurden angemessene und geeignete Räumlichkeiten für das Stadtarchiv. Da an einem Archiv besondere Ansprüche gestellt werden müssen, wurde frühzeitig das LWL-Archivamt eingeschaltet, um ein Höchstmaß an fachlichen Voraussetzungen gewährleisten zu können. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) meldete freie Kapazitäten in dem turmartigen Gebäude an der Eilper Straße. Eine sorgfältige Überprüfung und Begehung der Räumlichkeiten ergab schließlich, dass dieses Gebäude zur Unterbringung des Stadtarchivs gut geeignet ist.
Zwischen der Stadt und ihrer Tochtergesellschaft herrschte schnell Einigkeit, zumal die Verlagerung des Stadtarchivs einen spürbaren Spareffekt erbringt. Das Stadtarchiv erhält vier Etagen in dem turmartigen Gebäude, das gegen Mitte der fünfziger Jahre unter anderem zur Unterbringung des Archivs der Elektromark errichtet wurde. Der repräsentative Bau wird somit zu einem „Archivturm“.
Während drei Etagen als Depot dienen, wird eine Etage zur Unterbringung der Büros, Serviceräume und des multifunktionalen Benutzersaals genutzt. Mit an Bord sind auch der Hagener Heimatbund und der Hagener Geschichtsverein, die ebenfalls die Räumlichkeiten und Infrastruktur nutzen können. Von den Fenstern des Benutzersaals haben die Archivbesucher einen herrlichen Blick über die Stadt, so dass hier eine echte Visitenkarte für Hagen entsteht.
Auch die Unterbringung der wertvollen Bestände richtet sich nach modernen Standards für Archive. So kommen neu eintreffende Archivalien erst einmal zur Untersuchung in einen eigenen Raum, um eine Kontaminierung der Depots zu verhindern. Die kostbaren Negative und Glasplatten des Fotobestands werden in einer Kühlkammer untergebracht, um sie vor Schäden und Zerfall zu bewahren. Zeitgemäß eingerichtete Schränke, Rollregalanlagen und Regalsysteme werden die umfangreichen Bestände sichern.
Eine zentrale Aufgabe der Archive werden zukünftig die Digitalisierung der Bestände sowie die „papierlose Verwaltung“ sein. Auch hier bietet der neue Standort des Stadtarchivs optimale Bedingungen. Die Nachbarn der Archivare sind demnächst die Informatiker des HABIT, die sich mit dem Rechenzentrum und ihrer Kompetenz ebenfalls auf dem Gelände der WBH eingerichtet haben. Hier dürften im Bereich der Digitalisierung schon aus der Nähe einige Synergieeffekte zu erwarten sein.
Die Vorbereitungen für den Umzug und für die archivgerechte Einrichtung der neuen Räumlichkeiten laufen bereits auf Hochtouren. Ab dem 3. Juli 2017 wird das Stadtarchiv am bisherigen Standort in der Wippermann Passage geschlossen. Im Oktober erfolgt der logistisch vorbereitete Umzug, bereits im November 2017 sollen Benutzer die Bestände des Stadtarchivs am neuen Standort wieder einsehen können. Zumindest für die nächsten dreißig Jahre wird sich wahrscheinlich nichts daran verändern, denn über diesen Zeitraum läuft der Vertrag zwischen der Stadt und dem WBH.

Spaziergang zum Thema „ Die Rückkehr der Lachse“

Unter dem Titel „Die Rückkehr der Lachse“ findet am Samstag, 13. Mai, von 10.30 bis etwa 18.30 Uhr ein  Spaziergang um die Hasper Talsperre statt, der die Besichtigung der Lachsaufzuchtstation sowie Diskussionen bei gemütlichem Beisammensein im Gasthaus Plessen einschließt. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Hagener Europawochen statt.

Das „Lachszentrum Hasper Talsperre e.V.“ in Hagen ist deutschlandweit eine einzigartige Lachsaufzuchtstation. Das Ziel der Veranstaltung „Die Rückkehr der Lachse“ ist, Bürger in Hagen und der Märkischen Region über das Europäische Wasserrecht und die Förderungen der Europäischen Union (EU) für Hagener Gewässer zu informieren. Im ersten Teil der Veranstaltung werden die konkreten Auswirkungen vor Ort von Christa Stiller-Ludwig vom Umweltamt der Stadt Hagen, Abteilung Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde, erläutert. Im zweiten Teil der Veranstaltung wird die Umsetzung des in Deutschland einzigartigen Projektes zur Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses vorgestellt.

Der Lachs ist das Symbol für gesundes Wasser und einer funktionierenden Natur. Leider ist der Lachs aus unterschiedlichen Gründen in den europäischen Fließgewässern fast ausgestorben. Um dem entgegen zu wirken, gründete sich im Jahre 2001 der Verein „Lachszentrum Hasper Talsperre e.V.“. Er hat das Ziel, dazu beizutragen, den Lachs in den europäischen Fließgewässern wieder einzubürgern.

Start- und Endpunkt der Veranstaltung ist das Rathaus an der Volme, Rathausstraße 11. Für die Veranstaltung ist bequemes, festes Schuhwerk notwendig. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Eine verbindliche Anmeldung nimmt das Europe Direct Büro  bis Dienstag, 9. Mai, unter Telefon 02331/207-3186 oder unter E-Mail sabine.krink@stadt-hagen.de entgegen. Da die Höhe der Teilnehmerzahl begrenzt ist, findet eine Berücksichtigung in der Reihenfolge der Anmeldung statt.