Haftbefehl gegen mutmaßlichen Attentäter!

Karlsruhe. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs
hat heute (21. April 2017) auf Antrag der Bundesanwaltschaft
Haftbefehl gegen den 28-jährigen deutschen und russischen Staatsangehörigen Sergej
W. erlassen. Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, am 11. April
2017 den Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia
Dortmund verübt zu haben.

Der Beschuldigte war heute vorläufig festgenommen worden (vgl.
Pressemitteilung Nr. 37 vom 21. April 2017). Er wurde am Nachmittag
dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der den
Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.

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Frontal-Zusammenstoß: Schreiendes Kind lenkt Fahrerin ab

Hagen. Weil ihr zehn Monate altes Kleinkind auf dem
Rücksitz plötzlich schrie, kam es am Donnerstagabend in Oberhagen zu
einem Verkehrsunfall. Die 32-jährige Opel-Fahrerin befand sich auf
der Hochstraße, als sie sich nach dem Kind umdrehte. Dabei geriet sie
auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal mit dem Seat eines 55 Jahre
alten Mannes zusammen. Mutter und Kind überstanden den Unfall
unverletzt, der 55-Jährige musste vorsorglich mit einem Rettungswagen
zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. An den Autos entstand
Sachschaden in Höhe von etwa 5000 Euro.

A1/A45: Verkehrsbehinderungen am Kreuz Westhofen

(straßen.nrw). Ab Montag (24.4.) bis voraussichtlich Anfang September kommt es in der Nähe des Autobahnkreuzes Westhofen wegen Brückenbauarbeiten zu Verkehrsbehinderungen in beiden A45-Fahrtrichtungen. Die Straßen.NRW-Autobahnniederlassung Hamm erneuert in der Zeit an der A45-Brücke über die L672 (Wannebachstraße) die schadhaften Fahrbahnübergänge. Diese Metallkonstruktionen sollen das Ausdehnen der Brücke je nach Umgebungstemperatur sicher gewährleisten.

Auf der A45-Brücke über die L672 befinden sich bereits Verbindungsspuren für den im Kreuz Westhofen wechselnden Verkehr. Die Baustellenverkehrsführung muss für die insgesamt neun Bauphasen mehrfach verändert werden. Auf der A45 stehen immer zwei Fahrspuren zur Verfügung, alle Fahrbeziehungen zur A1 bleiben befahrbar. Zusätzlich wird die vorhandene Verkehrsführung genutzt, um im Bereich der Parallelfahrbahn Richtung Dortmund ein Betonfundament für einen neuen Verkehrszeichenträger zu bauen.

Statement des Dortmunder Polizeipräsidenten zum Festnahmeerfolg

Dortmund. Der Dortmunder Polizeipräsident, Gregor Lange, zeigte sich heute
Morgen nach Bekanntwerden der Festnahme eines Tatverdächtigen
erleichtert: „Ich bin froh darüber, dass die intensiven Ermittlungen
der vergangenen Tage so schnell zu einem Festnahmeerfolg geführt
haben. Ich danke dem BKA, dem GBA und allen beteiligten Ermittlern
und Einsatzkräften des Bundes und der Länder. Ihnen ist es mit hohem
Engagement und Professionalität gelungen, zeitnah und beweissicher
einen Tatverdächtigen zu ermitteln und die Festnahme durchzuführen.

Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass die von dem Täter
ausgehende Gefahr für die Mannschaft des BVB jetzt gebannt ist. Mit
der Aufklärung dieser abscheulichen Tat tragen wir hoffentlich auch
zur Beruhigung aller Betroffenen, insbesondere aber unseres
verletzten Kollegen, der Mannschaft des BVB und der direkten Anwohner
bei. Wir wünschen ihnen auf diesem Wege alles Gute.“

Rückblickend äußerte sich der Polizeipräsident: „Dieser Anschlag
hat gezeigt, dass die Polizei in jeder Lage handlungsfähig ist. Auch
für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Borussia
Dortmund kann  ich mich an dieser Stelle nur bedanken. Sie hat sich
mehr als bewährt und ich kann sie nur ausdrücklich loben.“

Festnahme nach BVB-Anschlag!

Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft hat heute (21. April
2017) den 28- jährigen deutschen und russischen Staatsangehörigen Sergej
W. durch Beamte der GSG 9 der Bundespolizei im Raum Tübingen
vorläufig festnehmen lassen. Der Beschuldigte steht in dem Verdacht,
am 11. April 2017 den Anschlag auf den Mannschaftsbus des
Fußballvereins Borussia Dortmund verübt zu haben. Ihm wird daher
versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie
gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Insgesamt sind an den Ermittlungen mehrere hundert Beamte des
Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der
baden-württembergischen Polizei beteiligt.

Die Pressestelle wird heute um 12.30 Uhr über den aktuellen Stand
der Ermittlungen informieren. Zu diesem Zweck wird die
Pressesprecherin der Bundesanwaltschaft eine Erklärung vor
Medienvertretern abgeben.

Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen kann Folgendes mitgeteilt
werden:

1.   Der Beschuldigte erwarb am 11. April 2017 15.000
Verkaufsoptionen (sogenannte Put-Optionen) in Bezug auf die Aktie von
Borussia Dortmund. Die Papiere haben eine Laufzeit bis zum 17. Juni
2017. Der Kauf der Optionen erfolgte über die IP-Adresse des Hotels
L’Arrivée. Die Optionsscheine finanzierte Sergej. W über einen am 3.
April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit.

Der Käufer von sogenannten Put-Optionen spekuliert auf fallende
Kurse. Put-Optionen berechtigen ihren Inhaber, innerhalb eines
bestimmten Zeitraums   hier: bis zum 17. Juni 2017   eine festgelegte
Menge   hier: 15.000 Stück   eines bestimmten Wertpapieres   hier:
die Aktie von Borussia Dortmund   zu einem im Voraus festgelegten
Preis zu verkaufen. Die Höhe des Gewinns hängt von der Höhe des
Kursverlustes ab. Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia
Dortmund hätte hier der Gewinn nach vorläufigen Berechnungen ein
Vielfaches des Einsatzes betragen. Mit einem erheblichen Kursverfall
wäre zu rechnen gewesen, wenn in Folge des Anschlags Spieler schwer
verletzt oder gar getötet worden wären.

2.   Der Beschuldigte war   wie die Mannschaft von Borussia Dortmund
auch Gast des Hotels L’Arrivée. Er hatte dort bereits am 9. April
2017 ein Zimmer im Dachgeschoss des Hotels mit Blick auf den späteren
Anschlagsort bezogen.

Der Beschuldigte hatte bereits Mitte März ein Zimmer für den
Zeitraum vom 9. bis 13. April 2017 sowie für den Zeitraum vom 16. bis
20. April 2017 gebucht. Die Termine umfassten beide Begegnungen der
Champions League zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco. Zum
Zeitpunkt der Buchung stand allerdings noch nicht fest, an welchem
der beiden Termine das Heimspiel in Dortmund stattfinden wird.

3.   Die drei Sprengsätze waren über eine Länge von 12 Metern in
einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht.
Die Sprengwirkung der Sprengsätze war auf den Bus ausgerichtet. Die
Sprengsätze wurden zeitlich optimal gezündet. Der vordere und der
hintere Sprengsatz waren in Bodennähe platziert. Der Mittlere befand
sich in einer Höhe von etwa einem Meter. Damit war er zu hoch
angebracht, um seine Wirkung voll entfalten zu können. Die
Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Die Metallstifte sind
etwa 70 mm lang, haben einen Durchmesser von 6 mm und ein Gewicht von
etwa 15 g. Ein Metallstift wurde noch in einer Entfernung von 250
Meter aufgefunden. Die Zündung erfolgte nach derzeitigem
Erkenntnisstand für jeden Sprengsatz separat über eine funkausgelöste
elektrische Schaltung. Zur Art des verwendeten Sprengstoffs liegen
noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

4.   Der Mannschaftsbus war nicht mit Panzer-, sondern mit
Sicherheitsglas ausgestattet. Zum Anschlagszeitpunkt hatte er etwa
eine Geschwindigkeit von etwa 23km/h. Der Bus weist Schäden im
vorderen und hinteren Bereich auf. Unter anderem sind mehrere
Fensterscheiben zerborsten. In der Kopfstütze des zweiten Sitzes in
der hinteren Reihe wurde einer der in den Sprengsätzen verbauten
Metallstifte aufgefunden.

5.   Am Tatort wurden drei textgleiche Bekennerschreiben gefunden.
Eines der Schreiben war an einem der in der Hecke eingelassenen
Pfosten angebracht. Die beiden weiteren Schreiben waren in der Hecke
platziert. An den Schreiben waren keine Finger- oder Griffspuren
feststellbar. In den Schreiben wird ein radikal-islamistisches Motiv
für den Anschlag behauptet. Die Bekennung wurde islamwissenschaftlich
geprüft. Danach bestehen an einem radikal-islamistischen Ursprung
erhebliche Zweifel.

6.   Am 13. April 2017 ging beim Tagesspiegel und bei WELT/N24 ein
rechtsextremistisches Bekennerschreiben ein. Das Schreiben weist
Widersprüche und Ungereimtheiten auf. Es deutet derzeit nichts
daraufhin, dass es vom Täter stammt.