Kulinarisch-kommunikativer Abend in der Johanniskirche

 

Beim Frauenmahl geht es neben gutem Essen um die Fürsorge-Debatte

Zu einem „festlichen Frauenmahl“ lädt der Evangelische Kirchenkreis für Freitag, 19. Mai, um 18 Uhr in die Johanniskirche am Hagener Markt ein. Dieses Festessen ist eine Veranstaltung im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums. Unter dem Titel „Do you care? Frauen_Reden über Fürsorge“ geht es aber nicht nur um ein gutes, gemeinsame Essen. Zwischen den vier Gängen des Menüs sollen kurze, engagierte Tischreden das Gespräch über ein aktuelles gesellschaftliches Thema inspirieren – wie damals im Hause Luthers.

Musikalisch wird der Abend von Maren Lueg mit dem Saxofon und Barbara Frühauf-Kamp an der Ott-Orgel begleitet. „Wir freuen uns auf viele interessierte Besucherinnen, die Appetit auf gutes Essen, interessante Gespräche und die besondere Atmosphäre dieses Frauenmahls in der Kirche mitbringen“, so Pfarrerin Christina Biere, die gemeinsam mit Pfarrerin Frauke Hayungs das Frauenmahl organisiert. Eintrittskarten können schon jetzt für 25 Euro im Gemeindeamt des Evangelischen Kirchenkreises, Dödterstr. 10, 02331.90820, oder in der Buchhandlung Lesen & Hören, Dahlenkampstraße 4, erworben werden.

Für mich ist die Care-zentrierte Ökonomie ein reformatorisches Thema. Wenn wir sagen, Gott liebe alle Menschen bedingungslos, dann heißt das, dass wir auch einander fürsorglich begegnen sollen, statt uns zu immer mehr Leistung und Konkurrenz anzutreiben.“ (Dr. Ina Praetorius, Theologin und Sozialethikerin)

Im Zentrum dieses kulinarisch-kommunikativen Abends steht die so bezeichnete Care-Debatte. Der Begriff Care (aus dem Englischen: kümmern) hat sich in der wissenschaftlichen und politischen Auseinandersetzung mit dem Thema Pflege (Kinderbetreuung, Altenpflege, häusliche Pflege) etabliert. Zentral ist dabei die Tatsache, dass diese Arbeit zum überwiegenden Teil von Frauen geleistet wird. Und diese geschlechterspezifische Arbeitsteilung hat Auswirkungen: auf Beziehungen und Gesundheit aber auch auf unsere Wirtschaft. Um all das soll es an diesem Abend gehen.

Die Tischreden halten Andrea Henneken, Leiterin des Pflegetelefons der Diakonie Mark-Ruhr, Lindtraut Belthle-Drury, Pfarrerin im Team der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, sowie Sabine Henke, Kabarettistin aus Dortmund, die als Käthe Luther rückblickend die Frage stellt: Wäre Luthers Erfolg möglich gewesen ohne ihre Unterstützung?

Dr. Ina Praetorius, Theologin und Sozialethikerin, spricht zur Reformation von Sorge-Beziehungen und Care-Ökonomie. Ihr genaues Thema: „Wirtschaft ist Care – was denn sonst?“. Ihr Rede dreht sich um die Frage, worum es beim Wirtschaften gehen soll, wenn nicht um die Sorge für unser gutes Zusammenleben? „Für mich ist die Care-zentrierte Ökonomie ein reformatorisches Thema. Wenn wir als evangelische Christinnen und Christen sagen, Gott liebe alle Menschen bedingungslos, dann heißt das doch, dass wir auch einander fürsorglich begegnen sollen, statt einander zu immer mehr Leistung und Konkurrenz anzutreiben. Ich spreche deshalb besonders gern in diesem festlichen kirchlichen Rahmen über Care, und ich hoffe, dass die Verbindung von Care und theologischem Denken über das Reformationsjubiläum hinaus weiter wirkt.“

 

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