Haftbefehl gegen 26-jährigen Iraker – „Kein Beleg“ für Beteiligung an Anschlag

Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft hat heute (13. April
2017) beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Haftbefehl gegen

den 26-jährigen irakischen Staatsangehörigen Abdul Beset A.

beantragt. Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich im Irak
als Mitglied an der ausländischen terroristischen Vereinigungen
„Islamischer Staat“ (IS) beteiligt (§ 129b Abs. 1, § 129a Abs. 1
StGB) zu haben.

Der Beschuldigte war gestern im Zusammenhang mit dem Anschlag auf
den Mannschaftsbus der Fußballmannschaft von Borussia Dortmund
vorläufig festgenommen worden. Die Ermittlungen haben bislang keinen
Beleg dafür ergeben, dass der Beschuldigte an dem Anschlag beteiligt
gewesen ist.

Allerdings steht der Beschuldigte im Verdacht, sich spätestens
Ende 2014 im Irak dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen
haben. Den Erkenntnissen zufolge führte er dort das Kommando über
eine Einheit von etwa zehn Personen. Aufgabe seiner Einheit war es,
Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen
vorzubereiten. Auch soll er selbst für die Vereinigung gekämpft
haben. Im März 2015 reiste er in die Türkei aus und von dort aus
Anfang 2016 weiter nach Deutschland. Auch von Deutschland aus
unterhielt der Beschuldigte weiterhin Kontakte zu Mitgliedern des
„IS“.

Der Beschuldigte wird heute Vormittag dem Ermittlungsrichter des
Bundesgerichtshofs vorgeführt, der über den Erlass eines Haftbefehls
und die Anordnung von Untersuchungshaft entscheiden wird.

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