SPD-Ratsfraktion vor Ort in der Suppenküche

Ein wichtiger Treffpunkt für hungrige und einsame Menschen Hagen. Die Stammgäste haben ihre Plätze an den großen Tischen um diese Zeit längst verlassen, der helle Speisesaal ist aufgeräumt, die Küche blitzblank. Wo am Mittag noch an die 350 Essen serviert wurden, sind nun die Mitglieder der SPD-Fraktion im Rat der Stadt „Gäste“ der Hagener Suppenküche. Anstatt einer guten Mahlzeit gibt es am späten Nachmittag für die Ratsmitglieder Informationen zu der Einrichtung aus erster Hand. Der Vorstand des Vereins „Suppenküche Hagen“ hat sich Zeit genommen, um über seine so wichtige Arbeit in den Räumen am Märkischen Ring 101 zur berichten. Dass Prof. Dr. Theo Scholten, Karin Vogeler und Uli Kramm mit Herz und Verstand bei der Sache sind, ist unverkennbar. „Früher habe ich die Menschen, die heute unsere Gäste sind, eigentlich überhaupt nicht wahrgenommen. Heute bin froh, dass ich hier dabei bin und helfen kann“, sagt Vorstandsneuling Uli Kramm. Für Karin Vogeler ist die Vorstandsarbeit das Ehrenamt hinter den Kulissen, die Arbeit in der Küche und im Speisesaal dient der direkten Unterstützung der bedürftigen Menschen. „Wir haben über 70 ehrenamtliche Helfer, die hier in Teams täglich kochen und servieren. Nur so ist es möglich, dass wir außer freitags und sonntags fünfmal in der Woche täglich zwischen 250 und 350 Essen auf den Tisch bringen können“, lobt sie das den Zusammenhalt und das Engagement der Helferinnen und Helfer. Prof. Dr. Theo Scholten weiß, dass es nicht nur die warme Mahlzeit ist, die so viele Menschen in die Suppenküche lockt: „Wir machen hier keine Bedürftigkeitskontrolle. Wer hierher kommt, der wird als Gast empfangen und bedient. Viele unserer Gäste suchen bei uns über das Essen hinaus nach sozialen Kontakten und menschlicher Wärme. Neben Armut ist auch die Einsamkeit ein großes Problem.“ Öffentliche Mittel erhält der Verein, den es mittlerweile seit über 20 Jahren gibt, für seine Arbeit nicht. So sind die ehrenamtlichen Helfer Monat um Monat und Jahr um Jahr auf Sach- und Geldspenden angewiesen. „Bislang können wir unsere Gäste mit dem vorhandenen Budget noch versorgen. Aber die Kapazitätsgrenze ist bereits erreicht“, so Theo Scholten. Auf die Frage, welche Form der Unterstützung der Vorstand von der Politik für die Zukunft erwarte, war die Antwort von Prof. Scholten unmissverständlich: „Es wäre schön, wenn die Sozialpolitik in unserem Land so gestaltet werden könnte, dass unsere Einrichtung überflüssig wird.“ Obwohl die sozialen Netzwerke in Hagen sehr gut ineinander griffen, blieben immer noch viel zu viele Menschen auf der Strecke und müssten auch weiterhin mit Tafeln und Suppenküchen unterstützt werden. Er würde es auch begrüßen, wenn das einst geschmiedete Bündnis unter dem Titel „Sozialgerechte Stadt Hagen“ wieder mehr in den Vordergrund treten würde. „Es wäre wünschenswert, wenn diese Initiative aus evangelischer und katholischer Kirche und dem DGB in Hagen verstärkt öffentlich für Solidarität wirbt und gegen Armut ankämpft.“ Auch die Einrichtung eines „sozialen Arbeitsmarktes“ in Hagen halten Prof. Scholten und seine Mitstreiter für ein wirksames Instrument, um die hohe Zahl der Suppenküchengäste zumindest um einige Besucher zu verringern. Für die SPD-Fraktion war dieser Austausch „vor Ort“ einmal mehr eine wichtige Erfahrung. Dieser direkte Kontakt mit für die Allgemeinheit bedeutsamen Hagener Einrichtungen wird auch weiterhin fortgesetzt. Die nächste Veranstaltung unter dem Titel „Ratsfraktion vor Ort“ findet am 5. April beim Verein „Frauen helfen Frauen“ statt.

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