Generationengerecht in die Altersarmut?

 

Müssen Seniorinnen und Senioren Abstriche bei der Rente machen, damit die nachwachsende Generation genug zum Leben hat? Dieser Frage gingen Seniorenbeirat und DGB-Senioren Im Rahmen einer Veranstaltung mit Daniel Kreutz vom Sozialverband Deutschland nach. „Generationengerecht in die Altersarmut?“ – unter dieser Überschrift setzte sich der Referent mit dem Thema Rente auseinander, das in diesem Wahlkampfjahr eine große Rolle spielen wird.

Seit den 80er Jahren wird angesichts des demographischen Wandels darüber diskutiert, dass die Jungen durch die Beiträge zur Absicherung auskömmlicher Renten für die Alten überfordert werden. Mit der Rentenreform von 2005 schaffte die rot-grüne Bundesregierung den Anspruch auf eine Rente, die den Lebensstandard sichert, ab. Der Schwerpunkt lag darauf, die Beiträge zur Rentenversicherung unterhalb von 22 Prozent zu halten. Die Folge ist, dass sich aktuell eine wachsende Altersarmut aufbaut. Auch in Hagen ist eine wachsende Zahl von Seniorinnen und Senioren auf eine Aufstockung der Rente durch Grundsicherung angewiesen.

Für Daniel Kreutz ist die größer werdende Zahl von Menschen im Rentenalter kein Grund, die Renten immer weiter abzusenken. Er verwies auf die wachsende Arbeitsproduktivität und den Reichtum dieser Gesellschaft, der höchst ungleich verteilt ist. Seine Kernforderung: Der Reichtum in diesem Land muss umverteilt werden, dann sind sowohl auskömmliche Renten zu finanzieren als auch die Bedürfnisse der jungen Generation nach guter Betreuung und Bildung zu realisieren. Gute Arbeit zu guten Löhnen und die Abschaffung von unsicheren Beschäftigungsverhältnissen sei ein Weg, Alten und Jungen eine bessere Lebensperspektive zu geben.

An das Referat schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Dass die gegenwärtige Entwicklung nicht gut für dieses Land ist, bezweifelte niemand. Aber Umverteilung – wie und wer soll das durchsetzen? Und wie wird sich die weitere Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken? Wie sollen junge Menschen für die eigene Rente sorgen, wenn sie sich auch in qualifizierten Berufen von einer befristeten Beschäftigung zur nächsten hangeln müssen? Die Diskussion wird fortgesetzt werden.

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