Phoenix Hagen hält gegen Bayern lange mit

Einem der stärksten Gegner in der easyCredit Basketball Bundesliga bot Phoenix Hagen bis zum Schlussviertel Paroli. Am Ende siegte der FC Bayern München am 11. Spieltag aber mit 97:77 (44:34). Dennoch gab es nach der Partie von den 2.807 Zuschauern in der Arena am Ischeland verdienten Applaus für die Feuervögel. Center Owen Klassen, nach zwei Spielen verletzungsbedingter Pause zurückgekehrt, wurde mit 18 Punkten Hagens Topscorer.

Das Personal:

Die Feuervögel begannen mit Jonas Grof, Chris Hass, David Godbold, Owen Klassen und Trent Plaisted. In Klassen und Julian Jasinski sowie Pascal Zahner-Gothen kehrten gleich drei Spieler zurück, die noch in Ulm angeschlagen gefehlt hatten. Kapitän David Bell fiel dagegen mit einem Magen-Darm-Infekt aus. Bayern München startete mit Anton Gavel, Reggie Redding, Vladimir Lucic, Maximilian Kleber und Devin Booker.

Der Spielverlauf:

Vom Sprungball an, den Owen Klassen für sich entschied, hielten die Feuervögel der scheinbaren Übermacht der Bayern viel Kampf und Einsatz entgegen. Der kanadische Center war es auch, der mit dem 2:0 für Phoenix die ersten Punkte der Partie holte. Nachdem München zweimal ausgeglichen hatte, holte Jonas Grof mit viel Zug zum Korb zum 6:4 die Führung zurück (3.). Danach wurden die Gäste stärker und setzten sich bis Viertelende leicht auf 14:21 ab.

Phoenix blieb weiter dran und zeigte einige sehenswerte Aktionen. Als Hass zwischenzeitlich auf 22:26 verkürzte, jubelte die Halle (14.). Adam Hess traf den ersten Dreier der Partie zum 27:32 (17.). Doch erneut bündelten die Bayern im Laufe des Viertels ihre Kräfte. Nun fielen auch bei ihnen die Distanzwürfe durch Alex King (17.) und den früheren NBA-Profi Nick Johnson (20.). Bis zur Halbzeit erarbeiteten sie sich so ein 34:44.

Mitte des dritten Viertels wurde es richtig eng, als sich zunächst ein spektakulärer Dreier von Hass zum 48:52 ins Netz senkte (25.). Direkt darauf stahl Grof zunächst Gavel den Ball und brachte nach Foul von Kleber beide Freiwürfe im Korb unter. Phoenix kam so auf zwei Punkte heran. Die Bayern antworteten mit zwei Dreiern von King (26.) und führten später wieder zweistellig. Phoenix kam auf 60:68 zurück und gewann das Viertel mit 26:24.

Den Gästen war anzumerken, dass sie nun auf eine Vorentscheidung drängten. Mehr als 13 Punkte Vorsprung, etwa nach Danilo Barthels Korbleger zum 65:78 (33.), konnten sie sich zunächst aber nicht herausspielen. Erst in den Schlussminuten kamen bei den Feuervögeln einige Konzentrationsfehler hinzu. Bayern setzte sich zwischenzeitlich auf 73:95 ab (38.). Durch Keßen und Zahner-Gothen verkürzte Phoenix noch auf 77:95.

Das Fazit:

Phoenix Hagen leistete Großes gegen die Bayern: Mit dem Herz in der Hand zwangen die Feuervögel die in jeder Hinsicht überlegenen Gäste in einen Fight mit Pokalcharakter, solange die Kräfte reichten. Beachtlich, was jeder Phoenix-Akteur zeigte. Stellvertretend seien Jonas Grof und Pascal Zahner-Gothen genannt, die in Abwesenheit von David Bell beherzt den Spielauflauf übernahmen. Erst in der Schlussphase hatte Phoenix Hagen den tief besetzten Bayern nicht mehr genug entgegenzusetzen.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Wir wissen, wie die Bayern spielen. Sie haben eine große Rotation, Nationalspieler, starke Ausländer. Wir wollten selbst auch mit einer großen Rotation spielen. Das haben wir getan. Meine Spieler haben alles gegeben und gekämpft. Ich glaube, einige meiner Spieler haben sich heute weiterentwickelt. Schade, dass David Bell krank geworden ist. Was uns bleibt, ist trotz der Niederlage die tolle kämpferische Einstellung.“

Aleksandar Djordjevic (FC Bayern München): „Ich freue mich darüber, in Hagen zu sein. Ich kenne die Stadt als traditionellen Basketballstandort. Glückwünsche an Ingo Freyer und sein Team. Sie haben in einer für sie schweren Situation sehr gut gespielt. Wir mussten viel leisten, um zu gewinnen. Wir haben von der Bank wichtige Impulse bekommen, etwa von King und Djedovic. Wir brauchten hier unbedingt die nötige Aggressivität. Wir wollten zudem den Ball gut bewegen, das ist uns mit 29 Assists gelungen. Jetzt sind wir froh, nach sechs Tagen zurück nach München zu kommen.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – FC Bayern München 77:97 (34:44)

Phoenix Hagen: Klassen (18), Hass (13/3), Godbold (11/1), Grof (10/1), Plaisted (7), Keßen (5), Hess (5/1), Jasinski (4), Zahner-Gothen (2), Dunbar (2).

FC Bayern München: Redding (19/2), Djedovic (16/1), Booker (13), Barthel (12), King (11/3), Kleber (7), Johnson (7/1), Lucic (4), Balvin (4), Gavel (2), Jallow (2), Renfroe.

Stationen: 6:8 (5.), 14:21 (10.), 22:30 (15.), 34:44 (20.), 52:54 (25.), 60:68 (30.), 68:84 (35.), 77:97 (40.).

Zuschauer: 2.807

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