Schlag gegen international organisierte Rauschgifthändler

Wiesbaden. Mehrere Festnahmen von international agierenden
Tätern, die mit verschiedenen Sorten von Rauschgift handelten und
teilweise auch selbst herstellten, sind das erfolgreiche Ergebnis des
jüngsten Einsatzes des Bundeskriminalamtes (BKA) im Auftrag der
Staatsanwaltschaft (StA) Essen. In einer gemeinsamen Aktion der
Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität des BKA Wiesbaden und
der Abteilung zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität des
Innenministeriums der Republik Serbien sind heute Morgen, 13.09.2016,
zwei Personen in Deutschland, mehrere Personen in Serbien und eine
Person in Kroatien festgenommen sowie circa 40 Wohnungen, Häuser und
Lagerräume durchsucht worden.

Schwerpunkt der Maßnahmen in Deutschland war das Ruhrgebiet,
besonders der Großraum Essen. Allein dort waren mehr als 100
Beamtinnen und Beamte, unter anderem auch der Polizei Essen, sowie
Spezialkräfte des Bundeskriminalamtes und des Landes
Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Dabei wurden zwei mutmaßliche
Mitglieder der OK-Gruppierung festgenommen und insgesamt 25 Objekte
durchsucht.

Der abgestimmte Zugriff der Polizeibehörden in Deutschland und in
der Republik Serbien ist Ergebnis der insgesamt 13 Monate andauernden
gemeinsamen Ermittlungsarbeit der OK Staatsanwaltschaften von Essen
und Belgrad. Beide Länder ermittelten erstmals in einer Gemeinsamen
Ermittlungsgruppe, einem „Joint Investigation Team“ (JIT), gegen eine
international operierende OK-Gruppierung. Rund 30 Personen werden
dieser OK-Gruppierung zugerechnet. Sie steht im Verdacht, von Belgrad
und Essen aus im großen Stil europaweit mit Kokain, Amphetamin und
Cannabisprodukte zu handeln. Zudem wird die Bande verdächtigt, an
mehreren Orten in Deutschland und Serbien eigene sogenannte
Indoorplantagen zum Anbau von Cannabis illegal betrieben zu haben.

Dank der guten Zusammenarbeit der ermittelnden
Strafverfolgungsbehörden von Deutschland und Serbien und durch eine
enge Kooperation mit weiteren europäischen Dienststellen gelangen
bereits vor den aktuellen Festnahmen Großsicherstellungen von
Rauschgift in Spanien, Belgien und Ungarn. Sie stehen in engem
Zusammenhang mit den im JIT geführten Ermittlungen. Denn durch das
gemeinsame Vorgehen der deutschen und serbischen Strafverfolger
wurden weitere Ermittlungsverfahren in Spanien, Belgien und Ungarn
initiiert. Diese führten im Oktober 2015 in Ungarn und im Februar und
März 2016 in Spanien und Belgien zu Festnahmen von 21 weiteren
mutmaßlichen Drogenhändlern. Zudem erfolgten Großsicherstellungen
unter anderem von insgesamt 303 Kilogramm Kokain, 96 Kilogramm
Cannabis, 106 Kilogramm Haschisch und sieben Profi-Indoorplantagen
zum Anbau von Cannabis mit rund 36000 Cannabispflanzen. Auch Bargeld
in sechsstelliger Höhe sowie Schusswaffen stellten die
Strafverfolgungsbehörden sicher.

Ein weiterer Erfolg der Ermittlungen war die Festnahme eines wegen
Mordes international gesuchten serbischen Staatsangehörigen: Die
Zielfahndung des BKA nahm den Mann Anfang Januar 2016 in Essen fest.

BKA-Präsident Holger Münch: „Die in der Gemeinsamen
Ermittlungsgruppe geführten internationalen Ermittlungen Deutschlands
und Serbiens sind mit den Festnahmen und Sicherstellungen ein
nachhaltiger Schlag gegen die international organisierte
Rauschgiftkriminalität. Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie
grenzüberschreitende organisierte Kriminalität innerhalb Europas
effektiv bekämpft werden kann.“

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