Vorsicht vor K.-o.-Tropfen

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Im Spätsommer finden viele Weinfeste oder andere
Feiern unter freiem Himmel statt. Deren entspannte Atmosphäre nutzen
immer wieder Kriminelle aus, um K.-o.-Tropfen in Getränke zu mischen
und die Opfer beispielsweise sexuell zu missbrauchen. „Bei den
Frauennotrufen und -beratungsstellen ist das Thema von sexuellen
Übergriffen im Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen nach wie vor aktuell“,
sagt Katja Grieger vom Bundesverband Frauenberatungsstellen und
Frauennotrufe (bff). K.-o.-Tropfen machen willenlos und
bewegungsunfähig. Um sich zu schützen, sollte man keine offene
Getränke von Fremden oder Partybekanntschaften annehmen und sein
offenes Getränk nicht unbeobachtet stehen lassen.

Kriminelle kaufen die illegalen Arzneimittel ohne Verschreibung
oder Zulassung über das Internet oder Callcenter. Gabriele
Overwiening aus dem Geschäftsführenden Vorstand der
Bundesapothekerkammer, fordert: „Das internationale kriminelle Dealen
mit Arzneimitteln und Chemikalien muss besser kontrolliert und streng
bestraft werden.“

Täter nutzen als K.-o.-Tropfen vor allem Gamma-Hydroxybuttersäure
(GHB). Diese Substanz wirkt einschläfernd und muskelentspannend. Die
Angreifer nutzen dies gezielt zur Ausübung sexueller Gewalt, aber
auch für Raub oder Diebstahl, aus. GHB ist eine farblose Flüssigkeit,
die leicht Getränken untergemischt werden kann, ohne dass das Opfer
dies bemerkt. Seine Wirkung setzt nach etwa einer Viertelstunde ein
und hält einige Stunden an. Am nächsten Tag können sich die Opfer
meist schlecht erinnern und sind stark verunsichert, was mit ihnen
geschehen ist. Sie leiden unter starken Kopfschmerzen, Schwindel und
Übelkeit. Grieger: „Wer trotz geringer Alkoholmengen bei sich einen
‚Filmriss` bemerkt, sollte sich an eine Fachberatungsstelle wenden,
um die nächsten Schritte zu besprechen. Zwar sind viele Substanzen
nur kurze Zeit nachweisbar. Aber auch längere Zeit nach dem Vorfall
kann ein Beratungsgespräch sehr hilfreich für die Verarbeitung sein.“
Die Opfer können sich bei einem Verdacht auch an die Polizei oder
Arzt wenden.

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