Demenz-WGs nehmen modernste Formen an

Die Voerder und Ev. Stiftung Volmarstein bieten neue Wohnform

Der Weg ins Haus war noch etwas wacklig über Bretter. Aber drinnen konnten sich Senioren, Angehörige und Nachbarn aus Voerde einen tollen ersten Eindruck verschaffen: Die Demenzwohngruppen am Breslauer Platz in Ennepetal nehmen modernste Formen an.

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Die Voerder Baugenossenschaft baut dort in Kooperation mit der Ev. Stiftung Volmarstein zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Henning Pohl, Geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft, führte die Gäste über die Baustelle und erklärte anschaulich, wo welche Räumlichkeiten geplant sind. Reinhard Nellen, Leiter der ambulanten Dienste der Stiftung Volmarstein, und Inga Becker, Koordinatorin der WGs, sowie Pia Grebe vom Stadtteilbüro beantworteten viele Fragen. Die Wohngemeinschaft im Erdgeschoss des Hauses hat ca. 400 qm Grundfläche. Neun Senioren und Seniorinnen haben hier jeweils ein Einzelzimmer und ein eigenes Bad. „Die Zimmer sind zwischen 17 und 21 qm groß“, berichtet Henning Pohl. Der Gemeinschaftsraum mit Küche und Wohnzimmer beträgt etwa 140 qm. Große Fensterfronten mit bodentiefen Türen führen zum geplanten Sinnesgarten. Im 1. OG entsteht eine Wohngemeinschaft für sieben Menschen. Neben den 300 qm Grundfläche steht den sieben Mietern hier noch eine wunderschöne Dachterrasse von 150 qm zur Verfügung. „Wir sind hier die Gäste. Sie sind die Mieter, die bestimmen, wo es lang geht“, betonte Reinhard Nellen. Die Ev. Stiftung Volmarstein betreut bereits zwei Demenzwohngruppen in Gevelsberg und bringt so reichlich Erfahrung mit. Das Besondere an den Wohngruppen ist, dass jeder Mieter neben dem Mietvertrag auch einen Betreuungsvertrag abschließt. Die Menschen leben als Mieter in Gemeinschaft mit anderen, gestalten den Alltag möglichst selbstbestimmt und erhalten soviel Hilfe wie nötig. Die Angehörigen sind eingebunden, werden aber auch deutlich entlastet: 24 Stunden sind Betreuungskräfte in der WG vor Ort. Sie pflegen nicht vorrangig sondern unterstützen die Mieter im Haushalt und leisten soziale Hilfestellung. „Ziel ist es, den Erkrankten eine höhere Selbstbestimmung zu erhalten. Es besteht die Möglichkeit, dass die Bewohner gewohnte alltägliche Tätigkeiten weiterhin begleitet durchführen“, erklärt Inga Becker. Hierdurch könne der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Die Pflege, sollte sie notwendig sein, wird mit einem ambulanten Pflegedienst koordiniert. „Wenn möglich begleiten wir die Mieter bis zum Lebensende. Dies gelingt durch die enge Zusammenarbeit mit dem Palliativnetzwerk EN und dem ambulanten Hospiz“, betont Inga Becker. Zum Dezember sollen die Zimmer vermietet werden. Erste Mieter sind bereits gefunden. Weitere Interessenten können sich gerne bei Inga Becker informieren. Außerdem sucht die Ev. Stiftung Volmarstein für ihre Demenzwohngruppen in Ennepetal und Witten noch Betreuungskräfte oder Pflegeassistent/innen. Informationen: Inga Becker, Tel. Tel. 0152 39 53 84 04, Beckeri@esv.de

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