VIDEO | 125 Jahre Kaufmannsschulen in Hagen

Die Kaufmannschulen in Hagen feiern 125-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass gibt es noch bis Samstag, 2. Juli 2016, eine Ausstellung über die Entwicklung der Kaufmannschulen und der Berufe in der Rathaus Galerie Hagen.

DGB Hagen: Wenig rühmlicher Spitzenplatz des Hagener Arbeitsmarktes

Hagen. (DGB Hagen) Die Hagener Gewerkschaften nehmen mit Bedauern den Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Kenntnis. Von den 10.883 Erwerbslosen leben zudem über 80% im Hartz-IV-Bezug und von diesen wiederum werden über 40% als Ausländer gezählt, wobei es sicherlich interessant wäre, sich diese Gruppe noch mal differenzierter zu betrachten, um gezielter unterstützen zu können. Der Spitzenplatz beim landesweit höchsten Ausländeranteil an der Erwerbslosigkeit ist wenig rühmlich. Festzuhalten ist obendrein, dass damit in Hagen die landes- und bundesweite gute Entwicklung an gestiegener sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung vorbeigeht, die jeweils ein Plus 2,6% zum Vorjahr vorzuweisen hat. Ruth Schäfer für den örtlichen DGB: „Die Gründe, warum Hagen von diesem Trend so abgehängt ist, sollten Verantwortliche und Experten näher untersuchen, um Abhilfe schaffen zu können. Dennoch scheint die positive Entwicklung anderorts zu bestätigen, dass der Mindestlohn kein Jobkiller, sondern durch die Binnenmarktstärkung eher beschäftigungsfördernd wirkt. Jeder Cent mehr beim Mindestlohn bedeutet 70 Millionen Euro mehr Kaufkraft pro Jahr – und damit mehr Steuereinnahmen und Stärkung des sozialen Sicherungssystems. Deshalb ist die vorgeschlagene Anhebung des Mindestlohn auf 8,84 € nur zu begrüßen.“

Architektonische Zeitreise mit der VHS

Zu einer architektonischen Zeitreise rund um das Kunstquartier Hagen mit der Gästeführerin Bettina Becker lädt die Volkshochschule (VHS) in Kooperation mit dem Osthaus Museum für Dienstag, 12. Juli, von 11 bis 12.30 Uhr ein.

Vom Klassizismus über Historismus und Jugendstil bis hin zur Architektur des 21. Jahrhunderts sind rund um das Kunstquartier Hagen über 200 Jahre Architekturgeschichte vereint. Nach einem Rundgang zu den einzelnen Gebäuden besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des historischen Teils des Osthaus Museums, des ehemaligen Folkwang-Museums, das der belgische Künstler Henry van de Velde im Jugendstil gestaltet hat. Der Treffpunkt ist vor dem Eingang des Osthaus Museums. Der Eintritt für das Kunstquartier von 5 € wird vor Ort bar kassiert, die Führung ist darin enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1047 unter Telefon 02331/207-3622.

OGS und Altenwohnheim Dahl initiieren Leseprojekt

Hagen-Dahl. Strahlende Gesichter auf der einen, wertvolle Erfahrungen auf der anderen Seite. Der Blickwinkel ist dabei beliebig zu wählen, denn der Austausch zwischen der OGS der Grundschule Volmetal und den Bewohnern des Ev. Altenwohnheims Dahl ist beispielgebend für einen gelebten Generationen-Austausch. Seit mehreren Jahren schon finden immer wieder gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen statt, das aktuelle Leseprojekt ist dabei sicherlich ein Highlight.

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© Diakonie Hagen

Gemeinsam mit der Hagener Theaterpädagogin Gabi Laatsch wurde seit Mai die Lesekompetenz der Grundschüler gestärkt. „Dabei wurde auf die Betonung, Atmung und Lesetechnik Wert gelegt“, berichtet Ann-Kathrin Riecks von der OGS. Ziel war es, dass die Schüler vor Publikum vortragen können. Ihr Können haben sie jetzt im Rahmen eines Lesecafés im Altenwohnheim Dahl eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Wie in der Vergangenheit, so ging es auch bei diesem Leseprojekt darum, gegenseitig voneinander zu lernen. „Unsere Bewohner Amoena Hirschfelder und Klaus Dahlbüdding waren deshalb im Vorfeld auch zu Besuch in der OGS“, berichtet Monick Demirel vom Sozialen Dienst. „Dabei galt es auch, sich in die Rolle der Bewohner hineinzuversetzen.“ Entsprechend gut vorbereitet konnten die Gedichte, Lieder und Geschichten rund um das Thema Sommer am Dienstag (28. Juni) vorgetragen werden. Immer auch begleitet von Bildern, die im Hintergrund zu sehen waren. Als Anerkennung gab es für die OGS-Schüler Lesezertifikate.

Nach den Sommerferien setzen wir das Projekt fort, die Schüler werden dann drei- bis viermal im Monat bei uns zu Gast sein und entweder in Kleingruppen oder auf den Zimmern etwas vorlesen“, so Monick Demirel. Möglich wurde dieses Projekt auch dank finanzieller Unterstützung der Bezirksvertretung Eile/ Dahl.

Williams und Anzuluni wechseln nach Hagen

Basketball Bundesligist Phoenix Hagen ist auf der Suche nach einem erfahrenen Aufbauspieler fündig geworden. Richard Williams wechselt von den Kirchheim Knights an die Volme. Ebenfalls neu in Hagen ist der vielseitige Flügelspieler Yannick Anzuluni, der vom schwedischen Klub Umea BSKT kommt. Verlassen wird die Feuervögel hingegen J.J. Mann.

Der 28-jährige Williams spielt bereits seit fünf Jahren in Deutschland. Unter anderem war er in der 1. Bundesliga für RASTA Vechta und die FRAPORT SKYLINERS aktiv. Der 1,78 m große Guard gilt als echter Leader. Nach einer Saison in Hannover (Pro B) wechselte der US-Amerikaner 2012 nach Vechta in die Pro A. Mit den Niedersachsen schaffte Richard Williams auf Anhieb den Aufstieg in die Beko BBL und wurde 2012/2013 zum Spieler des Jahres in der Pro A gekürt.

In der BBL überzeugte Williams mit starken 14,7 Punkten, 4,4 Assists und 4,7 Rebounds. Das reichte zwar nicht zum Klassenerhalt für Vechta, doch Richard Williams konnte sich für höhere Aufgaben empfehlen. Er schloss sich 2014 den FRAPORT SKYLINERS an. Eine Knieverletzung bremste ihn dort gegen Ende der Hinrunde allerdings aus. Williams ging zurück nach Vechta und wechselte 2015 dann nach Kirchheim. Er führte die Knights auf Platz drei der Pro A-Hauptrunde und gefiel mit durchschnittlich 15,4 Punkten, 8,1 Assists und 4,2 Rebounds. „Es ist wichtig für uns, dass wir mit Richard Williams einen erfahrenen, echten Point Guard für uns gewinnen konnten, der die Liga kennt und der ein sehr kompletter Spieler ist. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagt Hagens Trainer Ingo Freyer.

Yannick Anzuluni verfügt ebenfalls über Deutschland-Erfahrung. Der 28-Jährige trug bereits die Trikots von Magdeburg und Rostock. In der letzten Saison spielte der Kanadier mit kongolesischen Wurzeln in der ersten schwedischen Liga für Umea BSKT, wo er mit 17,5 Punkten und 8,6 Rebounds der herausragende Akteur war. Anzulunis großer Vorteil ist seine Vielseitigkeit. „Für seine Größe von 2,05 m kann er sehr viele Positionen spielen. Er war zu Beginn seiner Karriere sogar Point Guard. Yannick Anzuluni hat bisher in kleineren Ligen gespielt und will sich bei uns weiterentwickeln“, so Ingo Freyer.

Nicht mehr für Phoenix Hagen spielen wird in der kommenden Saison J.J. Mann. Der US-Amerikaner wechselt zum belgischen Erstligisten Belfius Mons-Hainaut.

Zum Phoenix-Kader für die Saison 2016/2017 gehören derzeit: David Bell, Adam Hess, Jonas Grof, Marcel Keßen, Owen Klassen, Richard Williams, Yannick Anzuluni.

Steckbriefe:

Richard Williams

Position: Point Guard
Geboren: 22.08.1987 in San Diego
Größe/Gewicht: 1,78 m/80 kg
Nationalität: USA

Stationen:

2015/2016: Kirchheim Knights (D2) – 15,4 PPG, 8,1 APG, 4,2 RPG, 2,0 SPG
2014/2015: RASTA Vechta (D2) – 4,6 PPG, 3,3 APG, 2,7 RPG
2014/2015: FRAPORT SKYLINERS (D1) – 8,2 PPG, 3,1 APG, 2,0 RPG
2013/2014: RASTA Vechta (D1) – 14,7 PPG, 4,4 APG, 4,7 RPG
2012/2013: RASTA Vechta (D2) – 15,6 PPG, 6,7 APG, 5,2 RPG, 2,5 SPG
2011/2012: UBC Hannover Tigers (D3) – 18,3 PPG, 5,7 APG, 5,1 RPG, 3,2 SPG
2010/2011: San Diego Sol (ABA)
2009/2010: FSU Selfoss (NOR1) – 27,5 PPG, 3,4 APG, 8,1 RPG
2008/2009: San Diego State University (NCAA1) – 7,2 PPG, 3,5 APG, 4,4 RPG

Yannick Anzuluni

Position: Forward
Geboren: 21.08.1987 in Kinshasa
Größe/Gewicht: 2,05 m/101 kg
Nationalität: Kanada/Kongo

Stationen:

2015/2016: Umea BSKT (SWE) – 17,5 PPG, 8,6 RPG, 2,3 APG, 2,4 SPG
2014/2015: EBC Rostock Seawolves (D3) – 21,0 PPG, 8,1 RPG, 4,2 APG, 3,2 SPG
2013/2014: Pyrinto (FIN1) – 24,4 PPG, 13,9 RPG, 3,4 APG, 2,6 SPG
2013/2014: Pyrinto (Baltic League) – 8,0 PPG, 5,2 RPG,
2012/2013: Magdeburg (D4) – 17,5 PPG, 11,0 RPG, 4,2 APG, 3,0 SPG
2011/2012: Quebec Kebs (CAN – NBL) – 6,3 PPG, 4,5 RPG
2010/2011: Quebec Kebs (CAN – PBL) – 6,0 PPG, 4.0 RPG
2009/2010: Houghton College (NAIA) – 27,5 PPG, 15,5 RPG, 2,5 APG

Der Arbeitsmarkt im Juni 2016: Stabiles Beschäftigungswachstum

Nürnberg. „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv.
Die Arbeitslosigkeit ist erneut gesunken und die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat kräftig zugenommen.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist unvermindert hoch.“, sagte der
Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J.
Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Arbeitslosenzahl im Juni: -50.000 auf 2.614.000 Arbeitslosenzahl
im Vorjahresvergleich:  -97.000 Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
-0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent

Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist von Mai auf Juni um 50.000
auf 2.614.000 gesunken. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist
die Arbeitslosigkeit im Juni um 57.000 zurückgegangen.
Saisonbereinigt hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um
6.000 abgenommen. Gegenüber dem Vorjahr waren 97.000 weniger Menschen
arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger
Arbeitsunfähigkeit mitzählt, ist saisonbereinigt um 23.000 gestiegen.
Grund ist die stärkere Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik.
Zugenommen haben insbesondere Maßnahmen zur Aktivierung und
beruflichen Eingliederung sowie durch Dritte geförderte Maßnahmen;
hierunter fallen vor allem die Integrationskurse beim Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge. Insgesamt belief sich die
Unterbeschäftigung im Juni 2016 auf 3.533.000 Personen. Das waren
26.000 weniger als vor einem Jahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt
ermittelte Erwerbslosigkeit betrug im Mai 1,78 Millionen und die
Erwerbslosenquote lag bei 4,2 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Juni
754.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juni 2015
ergab sich ein Rückgang von 29.000. Insgesamt 720.000 Personen
erhielten im Juni 2016 Arbeitslosengeld, 40.000 weniger als vor einem
Jahr.

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der
Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Juni bei 4.314.000.
Gegenüber Juni 2015 war dies ein Rückgang von 53.000 Personen. 8,0
Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter
waren damit hilfebedürftig. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende
waren 1.860.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 68.000 weniger als vor
einem Jahr. Ein Großteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist
nicht arbeitslos. Das liegt daran, dass diese Personen mindestens 15
Wochenstunden erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige
pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
sind weiter gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist
die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai
saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 45.000 gestiegen. Mit 43,56
Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 559.000 höher
aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der
Hochrechnung der BA von März auf April saisonbereinigt um 33.000
zugenommen. Mit 31,33 Millionen Personen lag die Beschäftigung
gegenüber dem Vorjahr um 681.000 im Plus.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch.
Im Juni waren 665.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 93.000 mehr
als vor einem Jahr. Saisonbereinigt lag die Nachfrage gegenüber dem
Vormonat mit 4.000 im Plus. Der Stellenindex der Bundesagentur für
Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften
in Deutschland – blieb im Juni 2016 unverändert bei 216 Punkten. Nach
dem kräftigen Anstieg im Vormonat behält der BA-X in diesem Monat
sein sehr hohes Niveau bei und signalisiert weiterhin eine starke
Kräftenachfrage. Der Vorjahresabstand fällt mit einem Plus von 25
Punkten sehr deutlich aus.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2015 bis Juni 2016 haben sich 487.000 Bewerber für
eine Berufsausbildung gemeldet. Das waren ähnlich viele wie im
Vorjahreszeitraum (-1.000). Die Zahl der gemeldeten
Berufsausbildungsstellen liegt mit 495.000 Ausbildungsstellen
deutlich über dem Vorjahr (+14.000). Damit gab es im Juni 2016
bundesweit etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen als gemeldete
Bewerber. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz hängen sehr vom
Berufswunsch ab. Insbesondere in Hotel- und Gaststättenberufen, in
Bauberufen, in vielen Handwerksberufen wie zum Beispiel
Fachverkäufer(innen) im Lebensmittelhandwerk, Gebäudereiniger(innen),
Fleischer(innen) oder Bäcker(innen) oder auch bei
Berufskraftfahrer(inne)n gibt es mehr Ausbildungsstellen als
Bewerber. Umgekehrt ist die Lage zum Beispiel in Büro- und
Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in Medienberufen oder in
künstlerisch-kreativen Berufen. Weil der Ausbildungsmarkt im Juni
noch in Bewegung ist, lassen die aktuellen Daten allerdings nur eine
vorläufige Bewertung zu.

Ferienbeginn am Dortmund Airport

295.000 Passagiere starten in den Urlaub

Dortmund. Zu Beginn der Sommerferien rechnet der Dortmund Airport ab Freitag, den 8. Juli, mit einem erhöhten Reisendenaufkommen. Für viele ist der letzte Schultag in NRW gleichzeitig der Start in den Urlaub. In diesem Jahr werden rund 295.000 Reisende während der NRW-Sommerferien erwartet. Damit liegen die Passagierzahlen der Ferienverkehre auf Vorjahresniveau.
Zu den begehrtesten Reisezielen zählt in diesem Jahr unangefochten die Urlaubsinsel Palma de Mallorca. Mit den Airlines Germanwings, Eurowings, Ryanair und erstmalig Small Planet haben Reisende bis zu 17 Mal pro Woche die Möglichkeit, die größte Insel der Balearen anzufliegen. Die starke Auslastung der Reiseverkehre nach Palma de Mallorca kompensiert die in diesem Sommer weniger nachgefragten Türkei-Flüge. Der bundesweite Einbruch der Türkeiverkehre geht auch am Dortmund Airport nicht spurlos vorbei. So sind die geplanten Charterflüge der Freebird, der BoraJet und Corendon nach Antalya in den Sommerferien weggefallen.
Ryanair hat mit Porto an der Atlantik-Küste und dem spanischen Malaga weitere attraktive Sonnenziele ab Dortmund Airport im Programm. Von der Metropole Ruhr in die Kulturstädte  des Ostens – das ist unter anderem dienstags und samstags mit den Germanwings-Flügen in die Hafenstadt Split möglich. Die zweitgrößte Stadt Kroatiens an der Adria-Küste ist bekannt für ihre kulturreiche Altstadt und mediterranes Flair.
Ab August können Reisende zwei weitere interessante Ziele vom Dortmunder Flughafen aus ansteuern. Dreimal wöchentlich wird die Wizz Air die drittgrößte serbische Stadt Niš und den Dortmund Airport verbinden. Einen Monat später startet Wizz Air zusätzlich mit einem Angebot in die georgische Metropole Kutaisi, zweimal pro Woche.
Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens während der Sommerferien empfiehlt der Dortmund Airport allen Passagieren eine frühzeitige Anreise zum Flughafen – auch für Geschäftsreisende. Fluggäste sollten sich generell zwei Stunden vor dem Abflug an ihren Check-In-Schaltern einfinden. Auch Reisenden, die bereits online eingecheckt haben, wird zu einer frühen Anreise geraten.

Auto geklaut

Hagen. Am Mittwoch bemerkte der 46-jährige Angehörige eines
Autohauses auf der Körnerstraße, dass ein weißer Ford Fiesta nicht
mehr an seinem Abstellplatz stand. Dem Anzeigenerstatter fiel um
14.30 Uhr auf, dass sich der fünf Jahre alte Fiesta nicht mehr an dem
Ort befand, wo er das Fahrzeug gegen 13.30 Uhr abgestellt hatte.
Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 02331/986-2066 zu
melden.

Einbrecher bemerkt Zeugin und flüchtet

Hagen. Am Mittwochabend hörte eine 53-jährige Zeugin in
einem Krankenhaus auf der Brusebrinkstraße gegen 22.05 Uhr einen
lauten Knall. Sie begab sich in den Gang und bemerkte einen Mann, der
vor einer eingeschlagenen Scheibe des Klinik-Kiosks stand. Als der
Mann die Zeugin sah, flüchtete er nach draußen und verschwand in
unbekannte Richtung. Die Ermittlungen der Kripo ergaben, dass der
Einbrecher das Krankenhaus durch den Haupteingang betreten hatte.
Dann schlug er die Scheibe des Kiosks mit einem Stein ein. Die Zeugin
kann den Täter wie folgt beschreiben: Der Mann ist ca. 160 bis 170 cm
groß und schlank. Er hat dunkle kurze Haare und war zur Tatzeit mit
einem weißen T-Shirt bekleidet. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter
der Rufnummer 02331/986-2066 zu melden.

DGB Ruhr-Mark unterstützt die Forderungen der JournalistInnen

Zur gestern in Berlin stattgefundenen 4. Tarifrunde in den Gehaltsverhandlungen für die RedakteurInnen der Tageszeitung fanden bundesweit Streikaktivitäten statt. Der DGB Ruhr-Mark unterstützt die Forderungen nach einem deutlichen Lohnplus und hofft auf ein faires Angebot der Arbeitgeber. Anne Sandner, stellvertretende DGB Regionsgeschäftsführerin: „Gute JournalistInnen mit qualitativen Beiträgen bekommt man nicht zum Nulltarif. Der Wert der journalistischen Arbeit und die Attraktivität des Berufs muss aufgewertet werden, um auch morgen noch ordentliche Tageszeitungen lesen und Radiosendungen hören zu können. Denn die Pressefreiheit nützt nur, wenn es auch unbequeme JournalistInnen gibt, die auf einen soliden Basis in Ruhe recherchieren können. Das gilt für feste und freie JournalistInnen, die schon gar nicht im Streit um bessere Arbeitsbedingungen gegeneinander ausgespielt werden dürfen.“

28 größere Baustellen zu Beginn der Sommerferien

Auf 28 größere Baustellen müssen sich Autofahrer in Nordrhein-Westfalen zu Beginn der Sommerferien einstellen. Allerdings will der Landesbetrieb Straßenbau NRW immer so viele Fahrspuren wie möglich freihalten, damit trotzdem der Verkehr ungehindert fließen kann. Auf der A1, zwischen Dortmund und Westhofen, wird absichtlich ohnehin nur nachts gearbeitet, so dass diese Baustelle den Verkehr bei Ferienbeginn gar nicht beeinträchtigen wird.

Weitere größere Baustellen sind die Sanierungsarbeiten auf der A2 zwischen Dortmund und Kamener Kreuz sowie auf der A3 zwischen Breitscheid und Hilden. Auf der A43 bei Herten haben jetzt die Ausbauarbeiten begonnen, allerdings gehört die A43 nicht unbedingt zu den Hauptreisestrecken. Auf der A45 finden an mehreren Stellen Brückenarbeiten statt. Die A542 bei Langenfeld ist in eine Fahrtrichtung komplett gesperrt, die Autobahn gilt aber ebenfalls nicht als Hauptstrecke für Urlaubsreisende.

Die größten Autobahnbaustellen in NRW zu Ferienbeginn auf einen Blick:

A1: Kreuz Lotte/Osnabrück bis Ladbergen; Brückenarbeiten
A1: Kreuz Dortmund/Unna bis Westhofener Kreuz; Nachtbaustellen (20 – 6 Uhr) nur Richtung Köln nur Richtung Köln
A1: Remscheid bis Wermelskirchen; Ausbau
A1: Wuppertal-Langerfeld bis Wuppertal-Ronsdorf; Brückenarbeiten
A1: Burscheid bis Köln-Niehl; Brückenarbeiten und Fahrbahnverengung wegen Gewichtsbeschränkung
A2: Essen/Gladbeck bis Kreuz Recklinghausen; Brückenarbeiten
A2: Dortmund-Nordost bis Kamener Kreuz; Deckenarbeiten
A2: Hamm-Uentrop bis Oelde; Deckenarbeiten
A3: Kreuz Breitscheid bis Kreuz Hilden; Deckenarbeiten, Brückenarbeiten
A3: Leverkusen bis Köln-Mülheim; Ausbau
A4: Frechen-Nord bis K-Klettenberg; Umbau Köln-West
A40: Duisburg-Rheinhausen bis Duisburg-Häfen; Brückenarbeiten
A40: DU-Kaiserberg bis Mülheim a.d.R.; Brückenarbeiten
A40: Bochum-Zentrum bis Bochum-Stadion; Arbeiten an Verkehrszeichen (nur Richtung Essen)
A42: Duisburg-Baerl bis Kreuz Duisburg-Nord; Brückeninstandsetzung und Fahrbahnverengung wegen Gewichtsbeschränkung
A42: Gelsenkirchen-Zentrum bis Gelsenkirchen-Schalke; Brückenarbeiten
A43: Haltern bis Marl-Sinsen; Deckenarbeiten
A43: Recklinghausen/Herten bis Kreuz Herne; Ausbau
A44: Aachen-Brand bis Broichweiden; Ausbau (nur Richtung Lüttich)
A45: Kreuz Castrop-Rauxel-Ost bis Kreuz Dortmund-West; Deckenarbeiten, Schallschutz
A45: Schwerte-Ergste bis Kreuz Hagen; Brückeninstandsetzung
A45: Hagen-Süd bis Lüdenscheid-Süd; Umbau Tank- und Rast-Anlage, Brückenarbeiten
A45: Kreuz Olpe-Süd bis Freudenberg; Schallschutz (nur Richtung Frankfurt)
A45: Siegen bis Siegen-Süd; Brückenarbeiten (nur Richtung Dortmund)
A46: Grevenbroich bis Kapellen; Schallschutz (nur Richtung Düsseldorf)
A52: Essen-Kettwig bis Essen-Rüttenscheid; Deckenarbeiten
A57: Kreuz Neuss-Süd bis Dormagen; Brückenarbeiten (Behelfsbrücke)
A542: Kreuz Monheim-Süd bis Dreieck Langenfeld; Vollsperrung wegen Deckenarbeiten  (nur Richtung Monheim)

Der Brexit und die Umweltpolitik in Großbritannien: Unklar, wie es weitergeht

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Annette Elisabeth Töller hat sich – vor allem auf der Grundlage einer Studie britischer Kolleginnen und Kollegen – mit den zu erwartenden Auswirkungen des Brexit auf die britische Umweltpolitik und -qualität befasst und uns den nachfolgenden Text zur Verfügung gestellt. Prof. Töller leitet das Lehrgebiet Politikfeldanalyse & Umweltpolitik an der FernUniversität in Hagen und ist Wissenschaftliche Leiterin des Interdisziplinären Fernstudiums Umweltwissenschaften („infernum“). „infernum“ ist ein gemeinsames Angebot der FernUniversität und des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen.

Nachdem nun zu erwarten ist, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austreten wird, fragen sich Expertinnen und Experten in verschiedensten Bereichen, welche Auswirkungen dieser zuvor noch nie erfolgte Vorgang haben wird. So haben sich kürzlich renommierte britische Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler in einem Gutachten mit den erwartbaren Auswirkungen des Brexits auf die Umweltpolitik und die Umweltqualität im Vereinigten Königreich befasst.

Seit den 1970er Jahren hat die EU nach und nach Gesetze in allen Gebieten des Umweltschutzes (z. B. Luft, Wasser, Chemikalien, Naturschutz, Abfallwirtschaft und Klima) entwickelt, die auf das Leben der Menschen in allen Mitgliedstaaten deutliche Auswirkungen haben.

Das Vereinigte Königreich galt in den 1970er Jahren, vor dem Beitritt zur damaligen EWG, als „dirty man of Europe“. Deutlich hatten die traditionsreichen Industrien ihre Spuren in Luft, Wasser und Boden

Mehr Macht für alle im EU-Ministerrat – oder etwa nicht?

Der Mathematiker Prof. Dr. Werner Kirsch hat berechnet, wie sich durch den zu erwartenden Austritt des Vereinigten Königreichs die Machtverhältnisse im Ministerrat der EU verändern und uns den nachfolgenden Text zur Verfügung gestellt. Prof. Kirsch leitet das Lehrgebiet Stochastik an der FernUniversität in Hagen.

Nach einem vollzogenen Brexit ändern sich natürlich auch die Machtverhältnisse im Ministerrat der EU, neben dem EU-Parlament und der Kommission das wichtigste Gremium der EU. In den Ministerrat entsenden die Mitgliedsstaaten je einen Vertreter (in der Regel den jeweils zuständigen Minister), bei Abstimmungen werden die Stimmen der verschiedenen Länder gemäß ihrer Bevölkerung gewichtet. Für einen Beschluss ist die Zustimmung von 55 Prozent der Mitgliedsstaaten (also derzeit 16 von 28) erforderlich. Zusätzlich müssen diese Länder mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.

Durch diese Regelung erhalten bevölkerungsreiche Länder ein stärkeres Gewicht als kleinere Mitgliedsstaaten.

Durch einen Brexit verändert sich natürlich die Gesamtbevölkerung (von gut 500 Millionen auf unter 450 Millionen), jedes verbleibende Land hat also einen größeren Bevölkerungsanteil. Außerdem sind dann nur noch 15 aus 27 Ländern für einen Beschluss erforderlich.

Damit scheint klar zu sein, dass die Abstimmungsmacht eines jeden Landes durch einen Brexit größer wird. Erstaunlicherweise ist dies nicht der Fall!

Ein einfaches Beispiel macht klar, wie das passieren kann. Nehmen wir an, wir hätten nur drei Staaten A, B und C. A habe 4 Stimmen und B und C jeweils 3. Für einen Beschluss soll die einfache Mehrheit der Stimmen nötig sein. Dann können jeweils zwei Staaten einen Beschluss erzwingen, alle haben damit den gleichen Einfluss, obwohl A eine Stimme mehr hat als die anderen. Nehmen wir jetzt an, C verlässt die Union. Jetzt hat A alleine eine Mehrheit (4 von 7 Stimmen), kann also jeden Beschluss durchsetzen und B hat seinen Stimmenanteil zwar steigern können, hat aber keinerlei Einfluss mehr.

Der Einfluss eines Landes im Ministerrat kann mathematisch ausgedrückt werden durch den „Banzhaf-Index“. Dieser Index gibt an, wie häufig ein Beschluss von der Stimme des betreffenden Landes abhängt. Ein Banzhaf-Index des Landes X von 100 Prozent besagt, dass X die Entscheidung alleine erzwingen oder verhindern kann, ein Index von 0 Prozent heißt, dass X überhaupt keinen Einfluss hat.

Eine Berechnung dieses Wertes ergibt für den Ministerrat, dass alle großen Länder durch einen Brexit erwartungsgemäß mehr Macht bekommen, Deutschlands Einfluss steigt z. B. von 10,2 Prozent auf 11,9 Prozent, also immerhin um 16,6 Prozent. Dagegen verlieren alle kleineren Staaten mit weniger als 4,5 Millionen Einwohnern. Die größten prozentualen Zuwächse verzeichnet übrigens Polen mit 28,8 Prozent.

Sommerfest im Stiftungs-Zentralbereich

Das Sommerfest des Zentralbereichs der Evangelischen Stiftung Volmarstein findet am kommenden Mittwoch, 6. Juli, ab 13 Uhr auf dem Gelände an der Lothar-Gau-Straße statt.

Für die Besucher gibt es einige Attraktionen. Dazu gehören die Dortmunder Travestieshow „Miss Lili“ und Frithjof Schnurbusch, Falkner des Rheinischen Waldpädagogiums in Düsseldorf. „Miss Lili“ bietet ein umfassendes Programm aus Schlager, DJ und Bühnenshow. Frithjof Schnurbusch stellt Greifvögel wie Falken, Uhu, Adler und Mäusebussard vor.

Für Musik sorgen die Bands „Open Mind“, eine Cover-Rock-Gruppe des Berufsbildungswerks Volmarstein, sowie die Schlagerband „Die Wüsten Wüstensöhne“. Eine Rollstuhlschaukel, Bullenreiten, Bastel- und Schminkaktionen sowie Karaoke laden zum Mitmachen ein. Bei einer Tombola gibt es attraktive Preise zu gewinnen. Für Essen und Getränke ist reichlich gesorgt. An den Ständen helfen Mitarbeiter aus fast allen Einrichtungen des Stiftungs-Zentralbereichs.

Schneller Brexit nützt allen – auch Großbritannien

Prof. Dr. Helmut Wagner, international renommierter Makroökonom an der FernUniversität in Hagen, hat Zweifel, dass sich die britische Wirtschaft schnell genug umstrukturieren kann. Er rät allen Beteiligten, sich einem schnellen Ausscheiden Großbritanniens aus der EU nicht zu widersetzen. Denn es droht eine längere Zeit der Unsicherheit – und das ist Gift für die Wirtschaft.

Kann sich die britische Wirtschaft neu strukturieren, um sich gegen die massiven Folgen des Brexits zu wappnen? Das ist die entscheidende Frage für den international renommierten Makroökonomen Prof. Dr. Helmut Wagner von der FernUniversität in Hagen. Gewinner des Ausscheidens wird es für den Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomik, nicht geben, am wenigsten das Vereinigte Königreich. Das zentrale Problem für Prof. Wagner ist die gefährliche Schieflage der britischen Wirtschaft: Der Norden Englands ist industriell geprägt, doch hat das Land seine Industrie „sträflich vernachlässigt“. Bleibt in Südengland die Finanzmetropole London erhalten?

Nach Ansicht von Wagner wird die britische Wirtschaft in den ersten Jahren nach dem Austritt etwa vier bis fünf Prozent ihres Sozialproduktes verlieren, vielleicht auch noch mehr. Wagner: „Die Abwertung, die bereits unmittelbar nach dem Referendum drastisch ausgefallen ist, wird wahrscheinlich noch zunehmen.“ Importe ins Vereinigte Königreich werden also wesentlich teurer.

Britische Exporte – von denen zurzeit 44 Prozent in die EU gehen – werden andererseits preiswerter. Theoretisch. Einerseits drohen neue Zölle und Handelshemmnisse. Andererseits ist von der ehemals starken Industrie auf der Insel nicht mehr viel vorhanden. Der Dienstleistungssektor wurde seit vielen Jahren „überpointiert“. Sollten die Briten ihre Industriestruktur jetzt wieder aufbauen können, könnten sie bei wesentlich schwächerem Pfund bessere Absatzmöglichkeiten erzielen. Wagner: „Aber erst dann könnte man von dem Abwertungseffekt profitieren. Bis dahin verliert Großbritannien durch die höheren Importpreise nur. Doch ob das Königreich die extreme Schieflage wieder etwas bereinigen kann, ist für mich sehr fraglich.“

Die engen Verflechtungen der noch vorhandenen Industrien mit den kontinentaleuropäischen bedingen, dass über den Ärmelkanal hinweg mit einer ausgefeilten Logistik eng und zeitlich abgestimmt kooperiert wird. Vor allem Bauteile für die britische Produktion, die vom Kontinent eingeführt werden, steigen durch die Abwertung im Preis. Es ist also ein Rechenexempel, wie sich das Endprodukt im Preis verändert. Folge könnten drastische Beschäftigungseinbrüche sein.

Wie groß das Minus bei Handel, Produktion und Beschäftigung sein wird, hängt stark davon ab, welche Konditionen das Königreich mit der EU für die zukünftigen Handelbeziehungen aushandeln kann. Wagner kann sich vorstellen, dass diese nicht besonders günstig sein werden: „Vielleicht wird die EU ‚die Daumenschrauben anziehen‘, um anderen Staaten, die mit ihrem Austritt drohen, zu zeigen, dass das Sanktionen nach sich zieht.“ Die Drohungen, neben Zöllen weitere Handelsrestriktionen einzuführen, hält er daher für realistisch: „Es kommt dann sicher zu einer Art Rezession, das heißt einem starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. In den nächsten drei bis fünf Jahren ist mit einer Bereinigungs- und Anpassungskrise zu rechnen.“

Folgen für Finanzdienstleistungssektor

Zu spüren bekommen wird die Folgen des Brexit auch der Finanzplatz London: „Der Finanzsektor wird überproportional betroffen werden, auch kurzfristig“, ist sich Wagner sicher. Viele Banken und Finanzdienstleister könnten ihre Zentralen aus der britischen Hauptstadt verlegen. Dies würde auch in diesem Bereich einen deutlichen Beschäftigungseinbruch zur Folge haben. „Es hängt viel davon ab, wie sich jetzt die in London ansässigen großen Finanzhäuser, insbesondere aus China und den USA, positionieren.“

Großbritannien war für China immer ein „Brückenkopf“, um die EU-Märkte zu erobern. Bisher sind in London zahlreiche chinesische Finanzdienstleistungsunternehmen ansässig, die von hier aus weltweiten Handel betreiben. „Wenn Großbritannien nicht mehr Teil der EU ist, fragt man sich, ob London immer noch der optimale Standort dafür ist.“

Lähmende Unsicherheiten

Wie die Banken und Finanzdienstleister reagieren, panisch oder abwartend, ist von zentraler Bedeutung. Warten sie erst ab mit der Entscheidung, ob sie abwandern, welche Schritte die EU unternimmt?

Viele Unternehmen und Wirtschaftsverbände haben darauf vertraut, dass es nicht zum Brexit kommt. Helmut Wagner geht davon aus, dass es tatsächlich oft keinen Plan B – B für Brexit – gibt: „Dort dürfte es sehr hektisch zugehen, um sich eine gute Lösung einfallen zu lassen. Häufig wird man erst einmal abwarten: Was machen unsere Partnerunternehmen? Was die großen? Um dann zu entscheiden: Was ist für uns das Beste? Keiner will der erste sein, der überhastet entscheidet. Daher dürfte es eine mehrjährige Phase großer Unsicherheit geben. Doch für die Wirtschaft gibt es fast nichts Schlimmeres als Unsicherheit!“

Wegen dieser und vieler anderer Unwägbarkeiten werden viele Unternehmen Investitionen und grundsätzliche Entscheidungen verschieben, bis sie genauere Informationen erhalten. Diese Unsicherheit verbreitet sich, auch Konsumenten werden beispielsweise mit teuren Anschaffungen warten, bis sie wissen, ob und wie sie betroffen sind. Wagner: „Ein Teufelskreis aus Abwertung, Handelshemmnissen, gelähmten Investoren und Konsumenten! Das Ganze kann zur Abwärtsspirale werden. Etwas Ähnliches hat Japan nach der Krise 1990 durchgemacht.“

Im Hinblick auf den „Faktor Zeit“ rät Prof. Wagner daher allen Beteiligten zu einem schnellen Brexit, um die Phase der Unsicherheit schnell zu überwinden.

Weitere Gefahren durch Finanzkrise

Zumal noch eine weitere Gefahr droht: Großbritannien ist – wie alle Länder mit hohen Finanzdienstleistungsanteil – durch die Ungleichgewichtung in seiner Wirtschaftsstruktur Finanzkrisen viel stärker ausgesetzt ist als etwa Deutschland. Wagner: „Wir wissen nicht, wann die nächste Finanzkrise kommt. Aber sie kommt. Wie Großbritannien sie besteht, wird ganz von seiner Reformwilligkeit und -fähigkeit abhängen.“

Folgen für Wirtschaft in EU und Deutschland

Der EU drohen bei einem fünfprozentigen britischen BIP-Rückgang laut seriösen Schätzungen etwa ein bis zwei Prozent minus: Importiert das Königreich weniger, sinken die Exporte von EU und Deutschland. Jedoch exportiert die EU nur etwa sechs Prozent ins Königreich, die Exporte aus Deutschland liegen bei acht Prozent. Daher sind die Folgen für die EU und Deutschland nicht so stark wie für Großbritannien.

Können Finanzmetropolen wie Frankfurt profitieren? Im Prinzip ja, meint Wagner, doch hat London den „natürlichen Vorteil“ der Sprache: Im Finanzsektor sind „native Speaker“ ganz eindeutig im Vorteil. Und viele „Banker“ werden ihrem Unternehmen ungern nach Kontinentaleuropa folgen.