„Hören ist ein Mega-Thema“

Das Interesse war groß: Viele Besucher kamen zur „Aktionswoche Hören“ ins Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Fachleute z.B. aus Beratungsstellen, öffentlicher Verwaltung und Selbsthilfegruppen aus ganz NRW sowie Menschen mit Hörschädigungen bzw. deren Angehörige nutzten die Chance, um sich zu informieren. „Hören ist ein Mega-Thema“, so FTB-Leiter Prof. Dr. Christian Bühler. Immerhin gibt es in Deutschland rund 13 Millionen Menschen mit Hörschädigungen.

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Fachvorträge sprachen unterschiedliche Gruppen an: Experten aus Landschaftsverbänden, Kommunen und Bildungszentren diskutierten mit Betroffenen über Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der Integration schwerhöriger Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Erzieherinnen in Kindergärten erfuhren Grundsätzliches zur Förderung von hörgeschädigten Kindern; Behindertenbeauftragte aus Verwaltungen zeigten großes Interesse am Thema „Inklusion für Hörgeschädigte im öffentlichen Raum“. Auch die Veranstaltungen zu den Themen „Wohnen“ und „Gesundheitsversorgung“ fanden regen Zulauf. Und natürlich gab es in einer Ausstellung eine Übersicht über technische Lösungen und praktische Alltagshilfen für Menschen mit Hörschädigungen wie z.B. Türklingeln mit Lichtsignalen. Über einige dieser Hilfen informiert die FTB-Wohnberatung – auch nach dieser Aktionswoche.
Die „Aktionswoche Hören“ war eine Veranstaltung des FTB zum 25-jährigen Jubiläum in Kooperation mit dem NRW-Landesverband des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB). Dessen Vorsitzender Dr. Norbert Böttges verwies u.a. darauf, dass es rund 50.000 Betroffene gibt, die hochgradig schwerhörig sind. „Für sie ist ohne technische Hilfen kein Kino- oder Theater-Besuch möglich“, beschrieb er deren schwierigen Alltag.

Das Thema „Hören“ steht beispielhaft für den langjährigen Einsatz des Volmarsteiner FTB. Das Institut und dessen Agentur Barrierefrei ist im Rahmen des Landesaktionsplans „NRW inklusiv“ bei der Umsetzung von Barrierefreiheit landesweit aktiv. Dieser Einsatz wurde gleich zu Beginn der Aktionswoche ausführlich gewürdigt. „Hören bedeutet mehr als Töne und Geräusche aufzunehmen. Wer schlecht hört, ist häufig ausgeschlossen“, stellte Landrat Olaf Schade klar. Der Wetteraner Bürgermeister Frank Hasenberg betonte: „Schwerhörigkeit tut nicht weh – und wird deshalb oft unterschätzt.“ Roland Borosch, im NRW-Sozialministerium verantwortlich für Inklusion: „Wir können Menschen mit Hörschädigungen im Alltag an jeder Stelle treffen. Das ist keine Randgruppe.“ Entsprechend gut war das Thema „Hören“ für diese Aktionswoche gewählt.

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