Kind steckt mit Kopf im Papiercontainer

Schwelm. Mit dem Stichwort „Person in Notlage – Kind steckt
mit Kopf in Papiercontainer und kann sich nicht mehr selbst befreien“
wurde die Feuerwehr Schwelm am Freitag (17.06.2016) um 18:38 Uhr zu
einem Papiercontainer am Westfalendamm alarmiert. Aufgrund der
Lagemeldung rückte der Rüstzug der Feuerwehr und ein Rettungswagen
zur Einsatzstelle aus.

fw

Vor Ort steckte der Kopf eines neunjährigen Mädchens in der
Einwurföffnung eines Papiercontainers und das Mädchen konnte diesen
nicht mehr selbst hinaus ziehen. Erste-Hilfe leistete bereits ein
Feuerwehrmann. Markus Göbel, der Leiter der Kreisleitstelle,  hatte
die Kräfte alarmieren lassen, beruhigte das Kind und vergrösserte die
Öffnung mit Hilfe eines Wagenhebers. Nach einer kurzen Erkundung
durch den Einsatzleiter wurde diese Arbeit fortgesetzt, die Öffnung
mit Hilfe des Wagenhebers weiter auseinandergedrückt und so konnte
das Kind letztendlich schnell befreit werden. Nach einer kurzen
Untersuchung durch den Rettungsdienst stand fest, dass das Mädchen
unverletzt war und mit einem kleinen Schock an die herbeigeeilte
Mutter übergeben werden konnte.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 13 Einsatzkräften und 4
Fahrzeugen unter Leitung von Stadtbrandinspektor Markus Kosch vor
Ort. Eingesetzt waren ehrenamtliche Einsatzkräfte des Löschzuges
Stadt sowie der Einsatzleiter vom Dienst und die hauptamtliche
Wachbesatzung. Der Einsatz war um 19:15 Uhr beendet.

Christoph Rösner richtet Offenen Brief an Hagens OB Schulz

Zu der umstrittenen Spardebatte um das Theater Hagen hat Christoph Rösner einen Offenen Brief an den Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz gerichtet. Christoph Rösner ist Initiatior der Petition „Rettet das Theater Hagen“. Hier der Offene Brief im Originalwortlaut:

>>An den Oberbürgermeister 

der Stadt Hagen

Herrn Erik O. Schulz

Offener Brief 

17. Juni 2016

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister.

In meiner Funktion als Initiator der Online-Petition: „Rettet das Theater Hagen – Herr Oberbürgermeister, kassieren Sie die Sparvorgabe“ schreibe ich Ihnen diesen Brief, der als Offener Brief auch der Hagener Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden wird. Wissen Sie noch, wie viele Offene Briefe es inzwischen sind…?

In Ihren Augen bin ich ein Störenfried, ein Unruhestifter, mit dem man sich nicht abgibt.

Ja, ich bin jemand, der seine Kraft und seine Kreativität dort einsetzt, wo Frieden verordnet und Ruhe künstlich herbeigeführt werden sollen.

Daher kann und konnte ich es Ihnen und dem Rat der Stadt Hagen leider nicht ersparen, die von Ihnen so sehr gewünschte Ruhe zu stören. Das Ergebnis können wir alle gemeinsam derzeit in Hagen betrachten:

Es herrscht Unruhe in der Stadt.

Das ist gut so, weil nichts mehr einer Kommune- zumal einer Kommune in derart desaströser Verfassung – schadet, als eine inzwischen fast zur Gänze eingestellte Kommunikation zwischen Entscheidungsträgern und BürgerInnen.

Sie und Ihre Ratsmitglieder brauchen so etwas nicht? Weil Sie alle gemeinsam davon überzeugt sind, die nötigen Entscheidungen getroffen, die richtigen „Lösungskorridore präzisiert“ zu haben? Echte Kommunikation soll nicht mehr stattfinden. Es reicht, wenn Beschlüsse verkündet, Vorhaben mitgeteilt und Debatten verweigert werden.

Im eigenen und im Interesse der HagenerInnen sollten Sie einen Ausweg aus dieser Sackgasse suchen und schnellstens finden, da ansonsten wichtige, wenn nicht die wichtigsten Elemente einer lebendigen demokratischen Ordnung ausgehebelt und unwirksam werden.

Solchem Verhalten verdanken wir die allenthalben erkennbare Demokratiemüdigkeit, die wie ein Krebsgeschwür in unsere Gesellschaft hinein metastasiert.

In Hagen darf längst nicht mehr von einer Verkettung unglücklicher Begebenheiten gesprochen werden. Solche Sprachlosigkeit kann mit friedlichem, menschlichen Aufeinanderzugehen längst nicht mehr aus der Welt geschafft werden, weil Sie dies verweigern.

Damit können höchst gefährliche Kräfte weiter erstarken, die irgendwann nicht mehr zu bändigen sein werden.

Gesprächsangebote werden ausgeschlagen. Echte Kommunikation findet nicht mehr statt. Geheime Beschlüsse und Papiere werden direkt und ohne Umweg aus dem Rat in die Redaktion der Lokalpresse durchgestochen. Die wiederum betreibt mit diesen Informationen in Ihrem Sinne Ihre Politik weiter, und zugleich werden demokratische Grundzutaten wie Transparenz, Diskussionskultur oder auch Bürgerbeteiligung durch Schuldzuweisungen, dümmlich-kindliche Schwarzepeterspiele und politischen Starrsinn, der inzwischen seinesgleichen sucht, ersetzt. Selbst Ihre eigene Dezernentin für Jugend, Soziales, Bildung und Kultur spricht offen von Filz und Vetternwirtschaft.

Demokratisch gesinnte Bürgerinnen und Bürger rufen hier: Gefahr in Verzug!

Dass Sie, verehrter Herr Schulz, es öffentlich verweigern, die mit fast 13.000 gesammelten Unterschriften erfolgreiche Petition von mir als Petenten entgegen zu nehmen, habe ich zur Kenntnis genommen. Wer könnte Ihnen dieses Recht absprechen? Doch fragen sich mit mir hunderte, wenn nicht tausende Hagener Bürgerinnen und Bürger, ob das eine kluge Entscheidung war.

Ein Mann in Ihrer Position sollte doch ein wenig mehr aushalten können, als die paar Formulierungen eines freischaffenden Autors und Satirikers, der sich respektlos gegenüber den „Herrschenden“ äußert. Das ist Teil seiner Aufgabe, und Veranlassung hierzu gibt es zuhauf, verehrter Herr Schulz!

Nach meiner unmaßgeblichen Auffassung allerdings stünde dem Amt, das Sie für ein paar Jahre bekleiden – dürfen! – mehr Souveränität an.

So wird Hagen nicht vorankommen“ – ich empfehle nochmals das Interview mit Ihrer Dezernentin Margarita Kaufmann in der Westfalenpost vom Dienstag, 14. Juni. Zwar spricht auch sie fälschlicherweise vom Stadtrat als Souverän – was ist in der politischen Bildung bei Hagens PolitikerInnen nur falsch gelaufen? – allerdings thematisiert sie – neben dem (nicht neuen) Thema ´Vetternwirtschaft´– zudem das Problem des Geldes als Anreiz, sich die Kommunalpolitik anzutun.

Als Ihr Oberbürgermeister trete ich ein für: mehr Bürgerbeteiligung, für gute Arbeit und erfolgreiche Wirtschaft, für eine soziale Stadt, für gute Bildung und ein breites Kultur- und Sportangebot, für solide Finanzen! Und – last but not least – für Kompetenz im Rathaus.“

So lauteten Ihre vollmundigen Wahlversprechen im Jahr 2014.

Ein Herakles, der den Stall des Heliossohns Augias mit seinen 3000 Rindern ausmistet, mussten und sollten Sie nie sein.

Es hätte tatsächlich ausgereicht, wenn Sie sich als der Oberbürgermeister präsentiert hätten, der souverän, kompetent und glaubwürdig sich den Anforderungen seines schweren Amtes stellt und Hagen mit zukunftsweisenden Ideen, Visionen und mutigen Taten aus dem tiefen Tal der Tränen zu führen versucht. Und ich schreibe bewusst „versucht“.

Denn Hagen braucht dringend starke Führungspersönlichkeiten. Hagen braucht ganz dringend solche Frauen und Männer, die sich der Brisanz des Ist-Zustandes bewusst sind. Die sämtliche persönlichen Animositäten zurückzustellen in der Lage sind, und sich nur an einem messen lassen wollen: dem Wohl unserer Stadt.

Davon allerdings, verehrter Herr Oberbürgermeister, scheinen Sie und Ihr Rat noch meilenweit entfernt, was Sie uns tagtäglich im Umgang mit dem Theater und seinen MitarbeiterInnen beweisen. Hierzu ist wirklich alles gesagt.

Nur eines noch, und das darf Ihnen nicht erspart bleiben:

Lassen Sie Ihrem inzwischen zur Konfession erhobenen Starrsinn Konsequenzen folgen! Begraben Sie unser Theater und die knapp 5000 Hagener Unterschriften der Petition gleich mit!

Beweisen Sie den Mut, als die Totengräber des Hagener Bürgertheaters unauslöschliche Spuren in den Annalen unserer Stadt zu hinterlassen, und delegieren Sie die Verantwortung für diesen verheerenden Schritt diesmal nicht an die Theaterleitung.

So könnten Sie Ihrem eigenen Anspruch auf Glaubwürdigkeit gerecht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Rösner<<

CDU Hagen begrüßt Engagement für Stadtsauberkeit

Hagen. (CDU Hagen) >>„Die Wiedereinsetzung des Mülldetektivs gegen zweibeinige Abfall-Ferkel ist ein gutes Signal der Verwaltung im Bemühen um mehr Sauberkeit in der ganzen Stadt.“ So sieht es der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Röspel. „Überhaupt erkennen wir bei Oberbürgermeister Erik O. Schulz, beim neuen Umweltdezernenten Thomas Huyeng und HEB-Chef Dr. Herbert Bleicher die nötige Entschlossenheit, dem bundesweiten Problem in Hagen gemeinsam mit den Einwohnern wirkungsvoll entgegen zu treten. Nur so werden wir dauerhafte Erfolge erzielen. Das wird sich auch im Rahmen der 14-tägigen Reinigungsaktion in Wehringhausen zeigen. Die begrenzte Kampagne kann zwar die Probleme im Stadtteil nicht dauerhaft lösen, ist aber ein guter Anfang. An der Systematik erkenne ich das nachhaltige Bestreben, alle Bevölkerungsgruppen einzubinden. Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg. Insofern freue ich mich, dass der Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Mitte im April unter anderem diese Resonanz hervorgerufen hat.“

Für die CDU-Fraktion ist das nur der Einstieg: „Im Umweltausschuss haben wir alleine drei Anfragen zum Thema Stadtsauberkeit eingebracht“, wie der CDU-Fraktionssprecher im Ausschuss, Lars Vogeler, ergänzt: „Neben der Nutzung des Umweltmobils und dem kuriosen Rückwärtsfahrverbot interessieren uns am Donnerstag die Containerstellplätze in Hagen. Wir haben eine kleine Dokumentation, die zeigt, wie sich an Wochenenden Altpapier und leere Flaschen um die Recycling-Container herum ansammeln. Das macht deutlich: Die Behälterkapazitäten reichen an verschiedenen Stellen nicht. Mögliche Lösungsansätze könnten eine Samstagsleerung oder weitere Container sein“, so Vogeler. „Dazu kommen weitere Schmutzfinken, die Haus- oder sogar Sperrmüll dort abladen. Für solche Personen müssen wir die Ordnungsgelder bis ans rechtlich Vertretbare anheben. Wer illegal seinen Müll in die Landschaft wirft, dem muss das richtig wehtun!“

CDU-Fraktionschef Wolfgang Röspel appelliert beim Einsatz des Mülldetektivs jedoch auch an das richtige Augenmaß: „Es ist falsch, wenn Bürger ihre Wertstoffe bei überfülltem Container einfach davor abstellen. Aber wir sollten diese Menschen anders behandeln als solche, die ihren Haus- oder Sperrmüll dort abladen und die Kosten für Sonderreinigungen verursachen.“<<

Cemile Giousouf: S-Bahnhof Gevelsberg-Kipp wird barrierefrei

Giousouf
Foto: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Eine gute Nachricht für Reisende von und nach Gevelsberg: Der S-Bahnhof Gevelsberg-Kipp ist Teil eines von  Verkehrsminister Dobrindt jetzt gestarteten bundesweiten Modernisierungsprogramm der Bahn für 108 kleine Bahnhöfe. In den nächsten Jahren investiert die Bahn 336.000 Euro, um den Bahnhof barrierefrei zu machen. „Den Ausschlag für die Gevelsberger Station hat insbesondere das Haus Neustraße für psychisch Behinderte sowie die vollstationäre Wohneinrichtung Wohnhaus Silschede für behinderte Menschen gegeben“, so Giousouf, die den südlichen  EN-Kreis und Hagen im Deutschen Bundestag vertritt.

Hintergrund:
Die beiden Einrichtungen gelten als „Bedarfsschwerpunkt“, die neben der Anzahl der Reisenden bei der Entscheidung der Bahn berücksichtigt wurden. Das Gesamtfördervolumen des Modernisierungsprogramms beträgt 160 Mio. Euro. Davon trägt der Bund 80 Mio., die Länder die restlichen 80 Mio. Euro.

„Wir können und müssen uns Kultur leisten“

Hagen. Bildung und Kultur sind zwar gleichberechtigt, aber unterschiedlich finanziert. Auf diese kurze Formel brachte einer der gut 60 Besucher, worum es bei der Diskussion „Was ist uns Kultur wert?“ ging, zu der der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel in die Villa Hohenhof in Hagen eingeladen hatte. Zwar waren die meisten Besucher sichtlich enttäuscht von Röspels Begrüßung: „Wir werden heute nicht die Probleme des Theaters Hagen lösen können und auch nicht wollen“, denn das dürfe der Bundestag wegen des „unsinnigen“ Kooperationsverbotes gar nicht. Dennoch ergab sich eine spannende Diskussion mit den Experten. Denn die Thesen, die Siegmund Ehrmann, Vorsitzender des Kulturausschusses im Bundestag, vortrug, gaben viele Stichworte auch für Hagener Themen.

Hohenhof6

Vor der Diskussion nahmen der Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses Siegmund Ehrmann und René Röspel (Mitte rechts) n einer Führung durch den Hohenhof teil. Erläuterungen gab Rouven Lotz (ganz rechts), Geschäftsführer der Henry Van de Velde-Gesellschaft.

Der Staat habe die Aufgabe, die Kunst zu schützen und zu fördern. Das tue er mit 9,5 Milliarden Euro pro Jahr, sagte Ehrmann. In NRW brächten die Städte 86 Prozent der Fördermittel auf. Da Kultur aber im Gegensatz zur Bildung keine Pflicht-, sondern eine freiwillige Aufgabe sei, werde dort oft als erstes gespart. Welche Auswirkungen das hat, machte eine Schulleiterin klar: „Wir haben mal wieder Lehrermangel, und als erstes werden Kunst und Musik gestrichen“. Ein anderer Besucher sagte, dass die Kultur-Finanzierung immer auch in Konkurrenz zu anderen Lebensbereichen steht: „Ich fahre lieber über eine Straße mit Schlaglöchern zum Theater oder Konzert als über eine sechsspurige Schnellstraße in die kulturelle Wüste.“

Margarita Kaufmann, Kultur-Beigeordnete der Stadt Hagen, forderte die Bundespolitiker zu mehr „struktureller Förderung“ der Kultur auf, „die Projektitis ist eine Krankheit, an der wir verzweifeln.“ Kulturausschuss-Vorsitzender Sven Söhnchen sah Hagen keineswegs als „kulturpolitischen Einzelfall“, sondern wie fast alle Ruhrgebietskommunen aufgrund ihres Strukturwandels als Städte mit besonderem Förderungsbedarf. Darauf müsse Berlin Antworten geben. Udo Schmalz vom Hasper Hammer ging die ganze Diskussion zu sehr ums Geld: „Der Wert der Kultur ist etwas anderes.“
René Röspel sprach sich für eine bessere Ausstattung der Kultur auch mit Bundesmitteln aus: „Wir können uns das leisten und wir müssen uns das leisten. Geld ist jedenfalls genug da.“
Vor der Diskussion hatten gut 30 Besucher an einer Führung durch den Hohenhof teilgenommen, die Rouven Lotz, der Geschäftsführer der Henry Van de Velde-Gesellschaft sachkundig leitete.