Geplante AfD-Veranstaltung: Leiter der AIDS-Hilfe Hagen richtet Offenen Brief an Schulleiter

Hagen. Wegen einer geplanten Veranstaltung der AfD in der Aula des Ricarda-Huch-Gymnasiums am kommende Dienstag (wir berichteten) hat der Leiter der AIDS-Hilfe Hagen einen Offenen Brief an den zuständigen Schulleiter gerichtet:

>>Sehr geehrter Herr Oberstudiendirektor Schmidt, sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe im Namen einiger Bürger unserer Stadt und auch im Namen einiger Eltern von Schülern Ihrer Schule. Vor allem aber schreibe ich in meinem Namen und als Youthworker der HIV-und AIDS-Prävention, der auch mit Ihrer Schule immer gerne zusammengearbeitet hat.
Die Veranstaltung der rechts gerichteten Partei AfD ist definitiv nicht im Sinne des Labels „Schule ohne Rassismus“, dass Sie verdientermaßen tragen.

Das RHG ist für seine wertvolle Arbeit gegen Rassismus über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ebenso haben Sie sich einen guten Ruf als Schule der Vielfalt erworben. Die Gefahr, dass die AfD eben genau diesen guten Ruf durch die Instrumentalisierung Ihrer Schule ruiniert, ist groß. Ebenso die Gefahr der Instrumentalisierung Ihrer Schülerinnen und Schüler.

Noch ist Zeit, im Namen der Eltern und Schüler den Termin abzusagen.
Sicherlich hat leider auch die AFD ein Recht auf Meinungsfreiheit, da sie eine rechtlich legitimierte Partei ist. Wer aber das Wahlprogramm und insbesondere die Argumente von Höcke, von Storch und Frauke Petry oder Gauland kennt, wer die schlimmen Äußerungen zum Schusswaffengebrauch des NRW-Vorsitzenden Pretzell kennt, weiß, dass solche Äußerungen und das Selbstbild des RHG nicht zusammen passen. Bitte nehmen Sie unsere Sorgen ernst und sagen Sie die Veranstaltung ab. Über eine Rückmeldung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Rau
(Leiter der Hagener AIDS-Hilfe)<<

11 Kommentare

  1. Briefe richtig lesen, ist nicht jedem gegeben.
    Briefe mit offenem Visier und mit Namen und Gesicht zu kommentieren gleich gar nicht.

  2. Sehr geehrter Herr Rau, die AfD ist sicherlich nicht rassistisch (sie sollten sich die Definition dieses Begriffes umgehend einmal zu Gemüte führen), noch demokratiefeindlich oder in sonst einem Punkt verfassungsfeindlich. Das sie sich nicht mit den Punkten des Parteiprogrammes identifizieren können (ich unterstelle ihnen das sie es noch nicht einmal gelesen haben) ist in Ordnung und ihr gutes Recht. Das sie dieser demokratischen Partei das Recht absprechen eine Versammlung in einem öffentlichen Gebäude abzuhalten, zeigt wie wenig Demokratie Verständnis sie selbst haben. Wer nicht ihrer Meinung ist hat zu schweigen, oder wie darf man ihren Aufruf bewerten?! Nachstehend, die Parteileitlinien der AfD zur Integration:
    „Wir fordern eine Neuordnung des Einwanderungsrechts. Deutschland braucht qualifizierte und integrationswillige Zuwanderung.“
    „Wir fordern ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. Eine ungeordnete Zuwanderung in unsere Sozialsysteme muss unbedingt unterbunden werden.“
    „Ernsthaft politisch Verfolgte müssen in Deutschland Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehört auch, dass Asylbewerber hier arbeiten können.“

  3. Lieber Herr Schmidt,
    danke erst einmal für diese Rückmeldung und das angenehme Gespräch.

    Ihre Stellungnahme sollte jeder lesen. Und seien Sie versichert, Ihre Schule will niemand diskreditieren. Das hätte sie nicht verdient!
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Stellungnahme zur AfD-Veranstaltung am 19.01.2016

    Liebe Freunde des Ricarda-Huch-Gymnasiums,

    wie wir am 15.01.2016 endgültig erfahren haben, wird die Hagener AfD-Fraktion (Alternative für Deutschland) am 19.01.2016 eine Veranstaltung in unserer Aula durchführen.

    Diese Veranstaltung ist in keiner Weise eine schulische Veranstaltung des Ricarda-Huch-Gymnasiums.

    Auf eine Anfrage der AfD an die GWH (Gebäudewirtschaft Hagen) vom 12.01.2016 zur Vermietung der Aula sind von unserer Seite umgehend unsere Bedenken gegen die Nutzung der Schulräume aus schulischer Sicht geltend gemacht worden. Die Bedenken wurden dem Fachbereich Bildung der Stadt Hagen in schriftlicher Form mitgeteilt.
    Diese Bedenken begründen sich z.B. mit der für Schulen verpflichtenden politischen Neutralität. In dieser Antwort haben wir deutlich gebeten, Abstand von der Nutzungsanfrage zu nehmen.

    Die Entscheidung über die außerschulische Nutzung von Schulräumen liegt allein bei der Stadt Hagen – nicht bei der Schulleitung!
    Nach mehrfacher Rücksprache mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Hagen ist es rechtlich nicht möglich, diese Nutzung zu untersagen.
    Die „Entgeltordnung für die außerschulische Nutzung von Schulen“ der Stadt Hagen sieht eine Nutzungsmöglichkeit für genehmigte politische Parteien vor.

    Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an den Pressesprecher der Stadt Hagen, bzw. an den Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

  4. Was wollen Sie? Gerade eben wird bestritten, dass er das gesagt haben soll. Und nun sagt er plötzlich „nur“ die Wahrheit? 😉
    Im Interesse der Themen unserer Beratungsstelle und der Menschen und Ratsuchenden, die sich an die AIDS-Hilfe wenden und die leider zu den erklärten Feindbildern der AfD gehören, kann ich gar nicht anders, als mich vor diese zu stellen und der AfD eine Absage erteilen. Alles andere wäre ein Verrat an allen Ratsuchenden, die frei von Diskriminierung leben wollen.

  5. Was wollen die in einer Schule bzw in einem Gymnasium? An einem Abend das auffrischen, was jahrelang versäumt wurde? Klappt nicht….

  6. Ist doch nur die Wahrheit, der Herr Pretzell kund tut. Was wollen Sie denn?

  7. Ach Herr Rau, lassen Sie doch mit Ihren Phantasien bitte den armen Schulleiter in Frieden.
    Der kann Ihnen gar nicht willfahren, selbst wenn er wollte (was er aber als Beamter und guter Staatsbürger auch eigentlich nicht wollen darf).
    Das Gebäude gehört nun mal der Stadt, und die Stadt ist an Recht und Gesetz gebunden. Da hat die Willkür, die Sie sich wünschen, keinen Platz.

  8. in der Anonymität des Internets lässt sich gut kommentieren.
    Caninus ;-). Es gibt ja Menschen, die bewusst darauf verzichten, Ihren Namen oder ihr Gesicht zu zeigen, wenn Sie andere dikreditieren wollen. Es spricht für Sie selbst.
    Ich freue mich drauf, Ihnen den Screenshot zu zeigen. Von einem Posting Herr Pretzells auf seinem Facebookprofil in dem er das relativ klar formuliert.
    Anders als Sie kann ich meine Aussagen nämlich belegen und traue mich auch, mein Gesicht zu zeigen.

    Ebenso die unsäglichen Aufrufe zur Geschäftsschädigung von Hotels, die die AfD nicht aufnehmen wollen. Also statt zu bestreiten, wäre eine Distanzierung der Hagener AfD eher angebracht.

    Es hilft kein Schönreden mehr.
    In diesem Sinne grüße ich Sie Herr oder Frau Caninus 😉

  9. Sehr geehrter Herr Rau ,
    Sie lügen das sich die Balken biegen.Speziell den Schusswaffengebrauch als ultima ratio von Herrn Pretzell , der von einem wie Ihnen wahrscheinlich , auf einer Veranstaltung durch immer wiederholte Fragen ; : und wenn sich die Flüchtlinge durch Ermahnung , Zurückweisung , Schlagstock und Tränengas nicht aufhalten lassen wollen , würden sie dann den Schusswaffengebrauch befürworten ? “

    Wofür hat ein Polizist die Waffe ? Welche Grenze der Welt können sie ( ausser der Unseren ) einfach überrennen ohne Konsequenzen … Warnschuss , Schuss . So geht das auf der ganzen Welt Als ultima ratio sagte Pretzell !

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