Kirchenkreise Hagen und Hattingen-Witten: Stark zum Wohle der Kinder

GruenendahlUndDoehring„Wir wollen die guten Dinge weiterführen, ausbauen und voneinander lernen!“ Jessica Grünendahl-Scholz lebt in Hattingen, hat viele Jahre in Witten gearbeitet – und sitzt gerade in einem Hagener Büro. Die Sozialarbeiterin und Erzieherin ist eines der beiden Gesichter des „neuen“ Offenen Ganztages (OGS) in den Kirchenkreisen Hagen und Hattingen-Witten (HaWi). Gemeinsam mit Andrea Doehring verantwortet sie nun die OGS-Arbeit in den etwa 40 Schulen in Breckerfeld, Hagen, Hattingen, Herdecke und Wetter. Die 44-jährige ist dabei das Gesicht und die Ansprechpartnerin für die elf Schulen in HaWi und die Fachberaterin für alle 24 Ganztagsleitungen, während sich Andrea Doehring als Gesamtleitung auch um Finanzen, Orga und die Abwicklung mit der Verwaltung kümmert. „Die Idee, die Arbeit gemeinsam anzulegen, kam schon vor eineinhalb Jahren auf“, erinnert sich Andrea Doehring. Nun konnte sie durch eine gemeinsame Leitung umgesetzt werden.
Die Erwartungen waren hoch, als 2003 der Offene Ganztag für den Primarbereich in Nordrhein-Westfalen eingeführt wurde. Schule, Jugendhilfe und außerschulische Partner sollten von nun gemeinsam einen Lern- und Lebensraum schaffen, der den Bedürfnissen und Interessen der Kinder gerecht wurde. Lernen und Leben fand von nun an nicht mehr an unterschiedlichen Orten statt – nach dem „klassischen“ Unterricht am Vormittag gehören Mittagessen, Betreuung der Hausaufgaben, Förderangebote, Freizeitgestaltung und Arbeitsgruppen zu Themen wie Kreativität, Sport oder Musik zu den festen Inhalten der OGS.
Die evangelische Kirche mit ihrer großen Kompetenz und Erfahrung im freizeitpädagogischen Bereich übernahm von Anfang an auch die Rolle des Partners von Schule. „Dadurch haben wir für die Kinder in den mehr als zehn Jahren sehr viel erreicht“, beschreibt Andrea Doehring vor allem die Situation von Kindern, deren Begleitung daheim nicht optimal erfolgen kann. „Nicht überall gibt es jemanden, der bei den Hausaufgaben helfen kann, oder es fehlt an Platz, wo das Kind seine Hausaufgaben machen kann“, weiß die erfahrene Pädagogin. Die Berufstätigkeit beider Elternteile oder die spezielle Situation von Alleinerziehenden sind ebenfalls gute Gründe für den Offenen Ganztag.
Da es sich beim OGS um ein freiwilliges Angebot handelt, gab es anfangs Stadtteile, in denen sich die Idee nur langsam durchsetzte. „Mittlerweile erreichen wir täglich etwa 2000 Kinder, davon etwa 750 im Kirchenkreis Hattingen-Witten“, hat Andrea Doehring den Wandel, der auch ein gesellschaftlicher ist, in den vergangenen zehn Jahren beobachtet. „Das Leben hat sich im Vergleich zu meiner eigenen Jugendzeit schon stark verändert“, weiß die 49-jährige.
Vor Ort bilden die OGS-Kräfte im Idealfall ein Team mit den Lehrerinnen und Lehrern. „Die Leitung des Ganztags sollte mit der Schulleitung auf Augenhöhe sein“, beschreibt Andrea Doehring durchaus selbstbewusst den Anspruch des OGS-Kooperationspartners. Die OGS-Mitarbeiterinnen sind in der Regel keine Lehrkräfte, sind aber gut ausgebildet und werden vom Arbeitgeber zudem regelmäßig weitergebildet und geschult. „Wir entwickeln Qualitätsstandards und sind über die Qualitätszirkel auch in den Kommunen aktiv“, ergänzt Jessica Grünendahl-Scholz. Durch ihre Anbindung an die Kirchengemeinden können die OGS-Mitarbeitenden zudem zusätzliche Lernorte einbringen; so finden zum Beispiel in den Ferien Kinderbibelwochen statt – davon haben dann Schule, Kinder und die Gemeinden etwas.
Nach kreiskirchlicher Verwaltung und Diakonie ist der OGS-Bereich nun ein weiteres Arbeitsgebiet, in dem über die Kirchenkreis-Grenzen hinaus nun auch formal zusammengearbeitet wird. Gemeinsame Fortbildungen gab es auch vorher schon – zum Nutzen aller. Als großer Träger können sich die Kirchenkreise gegenüber anderen Anbietern nun deutlicher positionieren. Für die bisherigen Mitarbeitenden ändert sich übrigens nichts: Sie bleiben Angestellte des jeweiligen Kirchenkreises. „Auch bei Neueinstellungen wird der Arbeitsvertrag mit dem Kirchenkreis geschlossen, auf dessen Gebiet die jeweilige Schule liegt“, betont Andrea Doehring.
Natürlich werden die beiden engagierten Fachfrauen versuchen, durch eine gemeinsame Struktur trotzdem kräftesparende Synergien zu schaffen. Doch da neben dem Land NRW die jeweilige Kommune Ansprechpartner und vor allem Finanzier des OGS-Angebotes ist, gibt es kein komplett einheitliches OGS-Konzept für die Kirchenkreise Hagen und Hattingen-Witten. Selbst die Öffnungszeiten sind nicht in allen Städten einheitlich – so gibt es beispielsweise in Hattingen schon am frühen Morgen Betreuung, in Hagen aber erst nach der vierten Unterrichtsstunde. Doch das schreckt Doehring und Grünendahl-Scholz überhaupt nicht: „Wir werden sehr positiv wahrgenommen – und wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg!“

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