Produktive Klimapartnerschaft „Hagen-Portmore“

Jamaica01_copyright Clara BerweDie Aktivitäten im Rahmen der kommunalen Klimapartnerschaft zwischen Hagen und Portmore auf Jamaika wurden zum Ausgangspunkt einer nationalen Energiewende-Initiative auf der Insel. Der Druck zum Handeln ist aufgrund der hohen Energiepreise und der fast vollständigen Abhängigkeit von Ölimporten riesig, nicht zuletzt auch wegen der damit verbundenen sozialen Spannungen in der Gesellschaft. Die Klimapartnerschaft konnte erste Impulse für den Einsatz regenerativer Energien setzen. So wurde in Portmore bereits eine größere Lern-Photovoltaikanlage für die Solarteur-Ausbildung an einer Berufsschule realisiert, und im Vorjahr fand ein Studentenaustausch zum Thema statt.

Der jetzige Kurzbesuch der jamaikanischen Partner in Hagen erfolgte auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Anschluss an eine internationale Konferenz in Frankfurt. Am vorigen Samstag wurde unter anderem das auch im internationalen Umfeld tätige Unternehmen Kostal besucht. Das hier vorhandene Know-how und die vorgestellte Solartechnik, unter anderem Wechselrichter zur Stromeinspeisung ins Netz, stießen bei den jamaikanischen Partnern auf höchstes Interesse.

„Energiegewinnung aus Müll“ war für die Gäste dann auch ein wichtiges Thema, das beim Besuch des HEB und der MVA auf der Tagesordnung stand. Aber natürlich ging es auch um das Abfalltrennen, -sammeln und -verwerten. Hier steht Portmore mit seiner Zentraldeponie, wo nahezu noch alles nur entsorgt wird, ganz am Anfang der Abfallwirtschaft. Man ist sich aber sicher, dass man auch diesen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz entwickeln muss. Dazu wurden in der Diskussion mit den Kollegenen vom HEB erste Möglichkeiten einer Kooperation ausgelotet.

Schließlich setzten sich die Gäste am Theodor-Heuss-Gymnasium noch mit den Schülern und Lehrern zusammen. Gemeinsam angestrebt wird ein Förderprojekt zum gegenseitigen Austausch des THG mit einer Partnerschule in Portmore. Gerne würden die Schüler sich einmal persönlich kennenlernen und nicht nur virtuell. Dabei war eines schnell klar: Man will nicht nur über Klimaschutz und Nachhaltigkeit reden, sondern tatkräftig etwas tun, mit anfassen, Bäume pflanzen, sich ganz unmittelbar und direkt einsetzen und praktisch engagieren, auch wenn es bei tropischen Temperaturen anstrengend ist.

Ein interessanter formaler Punkt des Besuchs war sicher der Eintrag in das Gästebuch der Stadt Hagen. Bei diesem Termin konnten sich Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Bürgermeister Leon Thomas und die jamaikanische Verwaltungschefin Kerry Chambers zu den Aktivitäten der seit 2012 bestehenden kommunalen Klimapartnerschaft austauschen. Hagens Umweltdezernentin Margarita Kaufmann erläuterte dabei Einzelheiten zum neusten Projekt, der Errichtung eines „Klima-Wandel-Parks“ im Zentrum von Portmore, ebenfalls gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Aufgrund seiner Leuchtturmfunktion für den Klimaschutz wurde das kommunal entwickelte Vorhaben von der dortigen Ministerpräsidentin und Staatsregierung in den Status eines nationalen Projektes gehoben und deshalb zusätzlich auch von jamaikanischer Seite gefördert.

Parallel zu den Hagener Überlegungen zur Anpassung an den Klimawandel, angestellt im Rahmen eines Projektes der Stadt mit der Uni Dortmund und dem Regionalverband Ruhr, wird in Portmore bereits im Detail geplant und umgesetzt: Auf einer ausgeräumten innerstädtischen, zentralen Brachfläche sollen demnächst Grünstrukturen und Wasserflächen den Einfluss der innerstädtischen Hitzeinsel dämpfen und damit einen Beitrag zur CO2-Senke und -Kompensation leisten sowie natürlich der Naherholung dienen. Mit Bildungs- und Lernelementen, Demonstrationsobjekten zum Klimaschutz ausgestattet (Photovoltaik-, Solarthermie-Anlagen und kleinere Windräder, zudem Bewässerungs-, Pumpen- und Abwasserrecyclingsysteme, LED-Beleuchtung, begrüntes Schulungs- und Versorgungsgebäude) wird der Hagen-Portmore Klima-Wandel-Park als Nachhaltigkeitsprojekt einen wesentlichen Beitrag aus ökologischer, sozialer und ökonomischer Sicht leisten: „Global denken – lokal handeln“.

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