Flüchtlinge und Flächenkataster: Herausforderungen für die soziale Marktwirtschaft!?

Bildquelle: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Bildquelle: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

10 % der Flüchtlinge sind in den Arbeitsmarkt integrierbar! Mit dieser Aussage stand der MIT-Vorsitzende Dr. Carsten Linnemann in Opposition zu 34,4 % der rund 100 Teilnehmer, die in der aktuellen Zuwanderung angesichts des Fachkräftemangels eine Chance sahen. In der Veranstaltung „Standortfaktor Politik – Chancen und Risiken in Deutschland und NRW“ der Konrad-Adenauer-Stiftung am 8. Oktober in Hagen wurde kontrovers über die Herausforderungen einer zukunftsfesten sozialen Marktwirtschaft debattiert. Hinsichtlich der Zuwanderer wurde deutlich, dass zwischen Flüchtlingen und Einwanderern klar differenziert werden sollte. Der Integration wäre es dienlich, wenn sie jeweils klare und verbindliche Perspektiven über die Möglichkeiten hätten, in Deutschland verbleiben zu können – oder nicht.
Dr. Linnemann wies in seinem Vortrag darauf hin, dass es in Politik und Wirtschaft auf Persönlichkeiten und Themen ankomme. Beides gehöre zusammen, wenn erfolgreich wirtschaftlicher Aufbruch initiiert und politische Rahmenbedingungen gestaltet werden sollen. In Deutschland wäre diesbezüglich ein Defizit festzustellen. So würde die aktuelle Wohlstandsphase nicht dazu genutzt, zu reflektieren, was die Gründe hierfür seien, und welche Schritte man gehen müsse, damit dies auch noch in 20 Jahren der Fall sei. Dies gelte sowohl für die Politik, als auch für die Wirtschaft. Unternehmer bräuchten zudem Freiräume, um neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das umfasse neben dem Bürokratieabbau auch die Bereitschaft, Risikokapital zu vergeben.

Was dies in der Praxis bedeutet diskutierten Dr. Carsten Linnemann MdB (Vorsitzender der MIT), Joachim Beinhold (Kreishandwerksmeister), Michael Ellinghaus (Geschäftsführer HagenAgentur) und Christoph Purps (Vorsitzender CDU-Kreisverband Hagen).

Ein weiterer zentraler Aspekt war die Notwendigkeit eines flächendeckenden Breitbandausbaus auch in städtischen Regionen. 90% der Unternehmen in Deutschland hätte hier eine Unterversorgung hinzunehmen, die mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten weltweit bedeuten würde. Zur erforderlichen Infrastruktur gehören auch im Zeitalter von Industrie 4.0 immer noch Flächen. Die Möglichkeit neue Gewerbeflächen erschließen bzw. alte reaktiven zu können ist gerade für Unternehmer im Verkehrsknotenpunkt Hagen essentiell. Gefordert wurde deshalb die Erstellung eines Flächenkatasters. Dass wäre eine Voraussetzung, damit auch künftig neue, innovative, industrielle Ansiedlungsprojekte überhaupt noch möglich sind, wovon  83,5 % der Teilnehmer überzeugt waren.

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen der Reihe „Jetzt mal grundsätzlich!“, in der die Konrad-Adenauer-Stiftung Fragestellungen von grundlegender Bedeutung für die künftige Entwicklung von NRW thematisieren und  einen kritischen Diskurs zwischen Bürgern, Experten und politischen Entscheidungsträgern initiieren will. Die kommenden Veranstaltungen befassen sich mit der Zukunft der Volksparteien und der Mobilität im Jahr 2035.

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