Taschendiebe an Bushaltestellen

Polizeiaktion gegen organisierte Banden

Die Masche ist nicht neu: An der Bushaltestelle, bevorzugt im Bereich Sparkassenkarree, stehen mehr Leute, als zeitgleich in den Bus einsteigen können und es kommt zum Geschiebe und Gedränge an der vorderen Tür. Eine Situation wie für gut organisierte Taschendiebe gemacht, teilweise auch von ihnen provoziert. „Die Vorgehensweise ist immer dieselbe“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Peter Carl, Leiter des zuständigen Kommissariats,: “Ein Täter sucht das spätere Opfer aus, der zweite rempelt es beim Einsteigen an, der dritte öffnet die Tasche, der vierte greift hinein, zieht das Portemonnaie heraus und reicht es an den Hintermann weiter.“ Der steigt dann gar nicht erst in den Bus und auch die Mittäter gehen möglichst gleich durch und steigen an der Mitteltür wieder aus, spätestens jedoch an der nächsten Haltestelle. Der Täter nimmt nun das Geld aus der Börse, lässt den Rest unberührt und entsorgt das Portemonnaie im nächsten Mülleimer oder legt es in die Auslagen eines Geschäfts. Das Risiko, nach der Tat mit dem Diebstahl in Verbindung gebracht zu werden, ist nun gering, da niemand aus der Bande persönliche Gegenstände des Opfers mit sich führt.

„Die Vorgehensweise ist uns bekannt und wir können die potentiellen Opfer nur warnen“ schildert Carl aus seinem Erfahrungsschatz, „Die Tätergruppen sind spezialisiert und reisen gezielt aus den großen Städten im Umland bis hin aus dem Rheinland an und verschwinden nach ihrer „Arbeit“ wieder aus Hagen, um am nächsten Tag in einer anderen Stadt erneut zuzuschlagen. Sie haben sich dem Straßenbild angepasst und sehen aus wie der ganz normale Passant.“

Am besten nimmt man das Fahrgeld oder das Ticket schon vor dem Einstiegsgedränge aus der Handtasche und hält diese danach möglichst eng unter dem Arm an den Körper gedrückt. Ähnlich verhält es sich für männliche Opfer, denen das Portemonnaie unbemerkt aus der Gesäß- oder Jackentasche gezogen wird. Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz, aber eine innenliegende Jackentasche macht es den Dieben ungleich schwerer.

Diese Hinweise von der Leiterin des Kommissariats für Kriminalprävention, Christiane Buß, sind nicht neu, zeigen aber deutlich, dass im Einstiegsbereich an den Haltestellen Gefahren lauern.

Am Donnerstag waren 21 Kollegen der Hagener Kripo in kleinen Gruppen im Stadtgebiet unterwegs und hielten Ausschau nach ihren Kunden. Zwar konnte niemand erwischt werden, aber für eine gewisse Unruhe hat die Aktion scheinbar gesorgt, denn anstatt der täglichen Taschendiebstahlsanzeigen kam am Donnerstag kein einziges Delikt zur Anzeige. Weitere gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung des Taschendiebstahls folgen.

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