Über 41 Prozent der Beschäftigten in Hagen in unsicheren Jobs

Helge Adolphs von der NGG (Foto: NGG)
Helge Adolphs von der NGG (Foto: NGG)

Hagen. (NGG) Unsichere Jobs werden in Hagen immer mehr zum „Normalfall“. Im vergangenen Jahr arbeiteten über 41 Prozent der heimischen Beschäftigten in Teilzeit- und Mini-Jobs oder hatten ein Leiharbeitsverhältnis. Vor zehn Jahren lag der Anteil der sogenannten „atypisch Beschäftigten“ dagegen noch bei rund 34 Prozent. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die den Arbeitsmarkt in Hagen unter die Lupe genommen hat. Demnach arbeiteten im vergangenen Jahr rund 33.500 Beschäftigte in nicht-regulären Jobs.

Für die NGG ist diese Tendenz „alarmierend“: „Wenn mittlerweile so viele Menschen keinen stabilen Arbeitsplatz haben, zeigt das die Schieflage auf dem Arbeitsmarkt in Hagen“, sagt Helge Adolphs von der NGG Südwestfalen. Gerade Mini-Jobs hätten zugenommen. Im Bäckerhandwerk und in der Gastronomie seien diese besonders verbreitet – auf Kosten von regulärer Beschäftigung. „450 Euro reichen aber meist nicht zum Leben. Deshalb müssen viele Menschen mehrere Mini-Jobs machen, oft ohne Sicherheit und in der Angst, die Stelle schnell wieder zu verlieren“, so Adolphs. Der Gewerkschafter warnt: „Wackelige Jobs heute sind die Altersarmut von morgen.“

Auf den ersten Blick gehe es Deutschland wirtschaftlich gut. Beim genauen Hinsehen würden sich hinter den hohen Beschäftigungszahlen aber viele unsichere Jobs verbergen, so der NGG-Geschäftsführer. „Unbefristete Vollzeit-Stellen sind heute zur Ausnahme geworden, gerade für Berufsanfänger“, sagt Adolphs. Die NGG fordert die Arbeitgeber in Hagen auf, wieder „mehr reguläre und tariflich bezahlte Jobs“ zu schaffen. „Der seit Januar geltende gesetzliche Mindestlohn, für den sich die NGG seit Jahren eingesetzt hat, ist dabei eine feste Untergrenze. Durch den Mindestlohn haben auch in Hagen viele Beschäftigte erstmals die nötige finanzielle Sicherheit“, so Helge Adolphs. Daran dürfe nicht nachträglich gerüttelt werden.

„Manchmal kann es für Mini-Jobs und Teilzeit auch gute Gründe geben. Zum Beispiel machen sie Sinn für Rentner oder Studenten, die sich ein bisschen dazu verdienen wollen“, sagt der NGG-Geschäftsführer. Zum echten Problem werde irreguläre Beschäftigung aber dann, wenn Vollzeit-Stellen abgeschafft werden – „und sich der Kellner oder die Verkäuferin in der Bäckerei ihr Monatseinkommen zusammenstückeln müssen“, so Adolphs.

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