„Wer rettet wen“ – Filmveranstaltung in der Pelmke

Hagen – Bleibt Griechenland im Euro oder droht der Grexit? Die Diskussion bestimmt auch in den letzten Tagen die Medien. Im Zentrum steht dabei der jeweilige Verhandlungsstand. Der Film „Wer rettet wen?“ dagegen macht andere Dimensionen auf. Er startet mit Darstellung junger Menschen in Griechenland, die über ihre persönliche Lage berichten, ihren Platz in der griechischen Arbeits- und Ausbildungswelt und ihren Zukunftssorgen. Junge Menschen, die wieder zu Hause wohnen müssen, weil ein eigenständiges Leben nicht mehr finanzierbar ist. Alte Menschen, deren Rente nicht ausreicht um die nötigen Medikamente zu kaufen. In den Blick geraten die Auswirkungen der Krise in Spanien und Irland. An allen Stellen wird erkennbar, dass die bisherige Kürzungspolitik zur weiteren Erhöhung der Staatsschulden geführt hat. Während Spanien vor den Rettungspaketen bei Staatsverschuldung von 35 % hatte liegt sie jetzt bei 100 %. Offensichtlich wird, dass die Medizin der so genannten Reformpolitik zwar die Banken gerettet hat aber die Probleme für große Teile der Menschen größer geworden sind. Ein tieferer Blick, der von vielen Medien nur sehr unvollständig abgebildet wird.

Anschaulich werden die Bankengeschäfte durch den Einsatz von Derivaten und Swops dargestellt und es wird deutlich, dass es zu einer Umverteilung von Bankenrisiken zu Staatsschulden gekommen ist.

Als positives Beispiel endet der Film mit einem Blick auf Island. Dort hat man die europäischen Rettungspakete nicht in Anspruch genommen, sondern die Verantwortlichen im Bankenwesen, in Wirtschaft und Politik in Regress genommen und einen Lösungsweg eingeschlagen, der das Land aus der Krise geführt hat.

Für die Besucher des Films ein spannender Abend, der vieles in Frage stellt was in der Öffentlichen Debatte vorherrscht und zumindest Irritation ausgelöst hat. Als Veranstalter hatten der DGB, die gewerkschaftliche Initiative für Frieden und Solidarität und das Kino Babylon eingeladen. Anstatt Eintrittsgeld wurde eine Geldsammlung zur Unterstützung einer öffentlichen Arztpraxis in Griechenland durchgeführt.

Der Film wurde u.a. vom Hagener DGB finanziell unterstützt und kann für Veranstaltungen ausgeliehen werden.

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