Veranstaltung zeigt Unternehmen Wege der Nachwuchsgewinnung

Podium MINT RSHagen –  Neue Wege, um mehr Nachwuchs für technische Berufe zu gewinnen, präsentierten am 09.06.2015 das Kompetenzzentrum Frau & Beruf der agentur mark GmbH, der Unternehmensverein Technikförderung Südwestfalen und das zdi Netzwerk technik_mark. In den Räumen der Thiele GmbH & Co. KG in Iserlohn luden sie ein zur „MINT Road Show Märkischer Kreis“. Die Veranstaltung sollte Unternehmen aktivieren, offensive Nachwuchswerbung zu betreiben. Besonderes Augenmerk galt dabei den Mädchen und jungen Frauen, die in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen immer noch unterrepräsentiert sind. Christoph Brünger, bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer für Standortpolitik zuständig und für die SIHK im Verein Technikförderung aktiv, unterstrich in seiner Eröffnungsrede die gute Zusammenarbeit der Akteure vor Ort. Gerade die Neugründung des Technikzentrums in Lüdenscheid, flankiert von den zdI-Netzwerken Ennepe-Ruhr und technik_mark eröffne neue Möglichkeiten, den Jugendlichen spannende MINT-Angebote in Kooperation mit den heimischen Unternehmen anzubieten. Landrat Thomas Gemke zeigte sich in seinem Grußwort begeistert von der Veranstaltung: „Nur durch solche Initiativen und einen Schulterschluss von Unternehmen und Wirtschaftsakteuren kann der Märkische Kreis den negativen Auswirkungen des demografischen Wandels langfristig begegnen. Von diesen Aktivitäten wünsche ich mir mehr, um unseren bedeutenden Industriestandort zu sichern.“ Dies betonte auch Dr. Günther Philipp, Geschäftsführer der gastgebenden Thiele GmbH & Co. KG. Die Unternehmen des Märkischen Kreises müssten sich der Herausforderung stellen und neue Wege, auch in der Nachwuchsförderung, gehen. Hierzu gehöre auch das verstärkte Werben um weibliche Nachwuchskräfte für gewerblich-technische Berufsfelder. Mit einem Anteil von über 23 % junger Frauen in der MINT-Ausbildung hat das Unternehmen hier bereits eine Vorreiterrolle. Wie es gelingen kann, mehr junge Männer und Frauen für MINT-Berufe zu begeistern, beschrieb Michael Hanschmidt, Büro für Zukunft aus Köln, anschließend in seinem Impulsvortrag „Schule ist eine befristete Stelle: Neue Wege zur Gewinnung von jungen Frauen und Männern für die MINT-Ausbildung“, in dem er von Erfahrungen aus seiner langjährigen Arbeit mit Jugendlichen, Schulen und Unternehmen berichtete. „Für die Unternehmen heißt das, dass sie sich in Zukunft bei den Jugendlichen als attraktive Arbeitgeber bewerben müssen. Dieser Wettbewerb erfordert auch die Suche nach passenden Wegen für die Ansprache. Dabei sind Geschichten und das Ermöglichen eigener Erlebnisse für die Mädchen und Jungs bei der Berufsorientierung sehr wichtig.“ Im Anschluss an den Vortrag lud die Roadshow zur Podiumsdiskussion „MINT Nachwuchs für die Region“ mit Vertretern der regionalen Wirtschaft und Auszubildenden ein. Andreas Kemper, Ausbilder bei der Thiele GmbH & Co. KG, hob die gute Willkommenskultur als wichtigen Grund für die Attraktivität der Firma bei Bewerberinnen hervor. Ines Wilke, Leiterin des Personalwesens bei der Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG in Iserlohn, nannte die Mitwirkung im Verein Technikförderung Südwestfalen, enge Kooperationen mit benachbarten Schulen, der Einsatz von Azubis zur Beratung ausbildungsinteressierter Jugendlicher und Berufsfelderkundungen bzw. Betriebspraktika als wichtige Faktoren bei der Nachwuchsgewinnung. Eine Vorbildfunktion besonders für Mädchen und junge Frauen könnte Nina Rodriguez, Mechatronikerin und technische Ausbildungskoordinatorin bei der Albrecht Jung GmbH & Co. KG in Schalksmühle zukommen. Sie lobte ausdrücklich, dass ihr das Unternehmen immer die Möglichkeit zur Weiterentwicklung eingeräumt habe. „Wenngleich wir aktuell auch keine Mädchen in der MINT-Ausbildung beschäftigen, sind wir offen und bieten ein Betriebsklima, wo das durchaus möglich ist.“  Die Initiatorinnen Tharsika Sivalingam und Bettina Schneider vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf zeigten sich insgesamt sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Sie sind sich einig, dass die Nachwuchssicherung im MINT Bereich für die Unternehmen in den nächsten Jahren eine der großen Herausforderungen werden wird. Hier müssten insbesondere Strategien zur Gewinnung weiblicher Nachwuchskräfte gefunden werden. Schneider unterstrich, dass es nicht um Konkurrenz zwischen Mädchen und Jungen gehe, sondern es müssten Hürden für die Mädchen aus dem Weg geräumt werden, die das Potenzial für eine MINT-Ausbildung mitbringen. Hier müsse das Elternhaus ebenso in den Blick genommen werden wie die Schule und die Unternehmen. „Es gilt, lange gewachsene Einstellungen und Kulturen zu ändern und das braucht Zeit. Doch nur durch ein Drehen an all diesen Rädchen wird sich die Berufsorientierung der Mädchen zukünftig ändern können“, so Schneider.

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