Historische Talkrunde – 70 Jahre Kriegsende

Hagen – Zu einer Talkrunde anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren mit den Historikern Dr. Ralf Blank und Thomas Walter sowie dem Kunsthistoriker Rouven Lotz laden das Emil-Schumacher-Museum, der Fachbereich Kultur der Stadt Hagen und der Karl-Ernst-Osthaus-Bund am Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr in das Auditorium im Kunstquartier Hagen ein. Nach den verheerenden Bombenangriffen der letzten Kriegswochen ging der Zweite Weltkrieg für die Hagener Bevölkerung am 8. Mai 1945 unspektakulär zu Ende. Keine großen „Endkämpfe“, wie sie noch am Tag vor der Besetzung am 14. April 1945 von den Parteiführern auf der „Springe“ angekündigt wurden. Keine „Ströme von Blut“, wie sie der zuständige Gauleiter Albert Hoffmann immer wieder versprochen hatte. Bis zum Schluss gab es in Hagen weitere Zerstörungen und Verluste, sowohl auf deutscher als auch auf amerikanischer Seite – es war ein Ende in Trümmern. Die „Stunde Null“, wie das Kriegsende und der Übergang zu Nachkriegszeit gerne genannt werden, begann in Hagen nicht erst mit der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945, sondern bereits drei Wochen vorher. Aber lässt es sich wirklich von einer Stunde Null sprechen? Und was bedeuteten das Kriegsende im April und die Kapitulation im Mai 1945 für die Menschen? Gab es wirklich eine Zäsur und begann alles schlagartig bei Null? Oder war es ein Übergang, etwa wie eine Türschwelle, die von einem Raum zum anderen führt?
Viele Fragen drängen sich auf – und auch die Forschung ist längst noch nicht abgeschlossen, wie mehrere neu erschienene Bücher in den letzten Wochen zeigen. Auch die aktuell im Emil-Schumacher-Museum laufende Ausstellung „Emil Schumacher – 1945 – Wiedersehen in Trümmern“ dokumentiert nicht allein die Bewältigung des Krieges durch die Mittel der Kunst des heute weltberühmten Malers Emil Schumacher. Vielmehr zeigt sie den schwierigen Aufbruch in eine bisher nicht gekannte Freiheit unter geänderten Voraussetzungen.
Die Talkrunde mit den Historikern Dr. Ralf Blank und Thomas Walter sowie dem Kunsthistoriker Rouven Lotz malt die Fragen nach, die über das Jahr 1945 bis heute bewegen. So werden auch die Jahre und Jahrzehnte nach Kriegsende in den Blick genommen: Was ist aus den vielen großen und kleinen Nazis geworden? Wie versuchten die Alliierten, Demokratie und Normalität herzustellen? Was geschah mit den Zwangsarbeitern, die 1939-1945 zu Zehntausenden in Hagen eingesetzt wurden? Der Bogen spannt sich bis zum Sobibor-Prozess 1965/66 vor dem Hagener Landgericht und den bis in jüngster Zeit stattfindenden Ermittlungen und Prozessen gegen frühere NS-Täter. Wie ein rostiger Nagel ragt die NS-Zeit in die heutige Gesellschaft, wie auch die aktuelle Debatte um eine Entschädigung für Griechenland belegt. Der Umgang mit Nationalsozialismus und Krieg aus einer stadt- und regionalgeschichtlichen sowie kunsthistorischen Perspektive liefert eine interessante Sicht auf die vielzitierte „Vergangenheitsbewältigung“ in der Nachkriegsgesellschaft. Zeitzeugen und andere interessierte Teilnehmer der Veranstaltung sind ausdrücklich dazu eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Aufgrund der begrenzten Sitzplätze ist eine Kartenreservierung unter 02331/2073138 oder direkt an der Kasse im Foyer des Kunstquartiers sinnvoll. Der Eintritt beträgt 5 €.

Polizeibericht am Freitag

Foto: TV58.de
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Prüfung bei der AIDS-Hilfe geschafft

Lernwerkstatt2015 (109)28 Jahre erfolgreicher Arbeit der AIDS-Hilfe Hagen waren und sind nur möglich, weil wir über die Jahre hinweg immer besonders gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter hatten und haben. Und bei deren Ausbildung geht die AIDS-Hilfe Hagen einen besonderen Weg: Wir bilden unseren Nachwuchs selbst vor Ort aus, anstatt ihn auf Wochenendseminare der AIDS-Hilfe NRW oder der Deutschen AIDS-Hilfe zu schicken. Und dies in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal. So konnte die AIDS-Hilfe auch in diesem Jahr wieder 10 neue Leute erfolgreich „durch die Prüfung“ bringen.

Im Laufe des Jahres 1994 hatte sich das damalige Team der AIDS-Hilfe überlegt, wie man ehrenamtliche Mitarbeiter finden und ausbilden kann. Seinerzeit wurde die Idee einer Neuenschulung geboren und zu Beginn des Jahres 1995 erstmals in die Tat umgesetzt.

In diesen Jahren hat sich die Arbeit der AIDS-Hilfe natürlich immer weiter entwickelt und ebenso wurde die Ausbildung der Ehranamtlichen und der Multiplikatoren immer weiter optimiert und professionalisiert, um sich den gestiegenen und veränderten Herausforderungen zu stellen.

Aus der „Neuenschulung“ wurde die „Lernwerkstatt“

– aus einer Schulung für zukünftige Ehrenamtliche wurde eine Qualifizierung auch für Menschen, die dieses Wissen einfach an ihren Arbeitsplätzen und in ihrem Umfeld an andere weitergeben wollten. Multiplikatoren sozusagen.

Was blieb, ist das Zertifikat, dass allen Absolventen am Ende nach erfolgreicher theoretischer und praktischer Prüfung ausgehändigt wird.

Ein Zertifikat, dass allen Kompetenz und Fachwissen wie aber auch Engagement und Durchhaltevermögen bescheinigt.

Gestern Abend war es dann wieder soweit.

10 Teilnehmer, die sich seit Januar auf die Prüfung vorbereitet hatten, konnten erfolgreich ihr Zertifikat entgegen nehmen.
Davor war die eine oder andere Hürde zu meistern, was aber am Ende leichter ging, als der eine oder andere das vermutet hatte.

Zunächst wurde das Fachwissen der Absolventen geprüft. Hier galt es Fachbegriffe erläutern zu können, medizinische Inhalte korrekt wiederzugeben, Übertragungswege verschiedener sexuell übertragbarer Infektionen zu kennen und vieles mehr. Auch die soziale Kompetenz wurde gecheckt. Wie sieht die Lebenswelt von Drogengebrauchern aus? Warum werden Frauen anders krank? Sind Schwule und Lesben „komisch“ oder geht es eigentlich nur um eine andere Art zu leben? Gehören Sexualität und Liebe nicht eigentlich zur Identität eines jeden? Und wie gehen wir in unserer Arbeit am besten damit um?

Auf keine Fragen blieben die Prüflinge eine Antwort schuldig.

Gelernt ist eben gelernt! Und Gespräche, die man mit realen Menschen aus dem Alltag einmal geführt hat, haben eben Eindrücke hinterlassen!

Die Erleichterung nach diesem ersten Teil der Prüfung war allen anzusehen.

Aber die zweite Hürde wartete: Ein Schwerpunktthema mit zentralen Aussagen aus dem reichhaltigen Lehrplan selber präsentieren können.

Hier sind Improvisationstalent, Kreativität und Fachkenntnisse gefragt. Aber eben auch Ideen, wie man für unterschiedlichste Personen fachliche Inhalte so aufbereitet, dass diese sie nicht nur verstehen, sondern auch Spaß dabei haben und Bedenken verlieren?

Das Publikum und die Prüfungsjury erlebten höchst unterschiedliche Darbietungen auf allerdings hohem Niveau.

Ja selbst die Fachleute konnten hier noch einiges lernen und Ideen klauen, die sie demnächst selbst ausprobieren.

Kondomhüte und Krankheitserreger aus Plüsch, die das Thema sexuell übertragbare Krankheiten veranschaulichten, ein „Werbespot“, bei dem allen wieder einfiel, was denn eigentlich eine richtig gute Beratung ausmacht, und ein Frauengespräch über die Geheimnisse unseres Immunsystems.

Alles begleitet von aktivierenden Methoden, die auch das Publikum nicht einfach nur herumsitzen ließen. Richtig tolle Lernplakate, die das Wesentliche eines Themas immer wieder auf den Punkt brachten, rundeten die Präsentationen ab.

So hätten wir uns alle unserer Lehrer zur Schulzeit gewünscht. Kein Wunder als, dass alle die Prüfung bestanden haben und sich nun auf ihre Arbeitsgebiete freuen, in die sie bereits während der Lernwerkstatt hineinschnuppern konnten.

Wie sieht es aus? Wollen sie nicht demnächst auch dabei sein?

Melden Sie sich doch einfach mal bei den Menschen der AIDS-Hilfe Hagen.

Neuer Vorstand bei der AIDS-Hilfe Hagen

vorstand_neuVeränderung steht der Hagener AIDS-Hilfe ins Haus. Nachdem die Mitgliederversammlung am 22. April zunächst die Satzung geändert hatte, fanden turnusgemäß auch Vorstandswahlen statt.

Diese hielten Überraschungen bereit.

Während drei alte Vorstandsmitglieder einstimmig in ihrem Amt bestätigt wurden, wurden auch neue Kandidaten mit viel Zustimmung gewählt, die vorher niemand „auf dem Zettel“ hatte. Der Vorstand ist damit auf sechs Personen gewachsen.
Dagmar Pröhl, Andrea Kurtz und Uwe Brüggemann boten dem Verein an, Verantwortung zu übernehmen, an den Schnittstellen zu unterstützen und bei den „alten Hasen“ in die Lehre zu gehen.

„Wir waren angenehm überrascht, besser kann man es eigentlich gar nicht treffen, das Vorstandsamt braucht schon viel Einsatz“, so Dina Budaiwi, seit sechs Jahren im Vorstand. Christian Schmidt, der seit 4 Jahren Vorstandsarbeit macht, ergänzt: „Entlastung, noch dazu von so kompetenter Seite, können wir immer brauchen.“

Aufklärung für Jugendliche schon immer ein Schwerpunkt

Die Hilfe ist also höchst willkommen, zumal die AIDS-Hilfe mit ihrer neuen Satzung gerade den Bereich der Jugendarbeit weiter intensivieren will. Mit zwei Lehrern, Brüggemann und Budaiwi, hat die AIDS-Hilfe sicher zwei Persönlichkeiten im Boot, die gute Kontakte zum Beispiel zu den Schulen haben.

Die Aufklärungsarbeit für Jugendliche ist schon seit Jahren ein Schwerpunkt der Arbeit. So bietet die AIDS-Hilfe seit langem schon eine Jugendgruppe für Schwule, Lesben und Transgender an, die unter anderem von Kevin Portsteffen begleitet wird. Portsteffen ist seit zwei Jahren Mitglied im Vorstand und freut sich über zupackende Kollegen, die ihm und dem hauptamtlichen Youthworker Andreas Rau zur Seite stehen.

Vorstandsamt bedeutet Herausforderung

Andrea Kurtz, jüngstes neues Vorstandmitglied versteht das Vorstandsamt als Herausforderung:
„Gerade in finanziell schwierigen Zeiten gilt es durch gemeinsames Lernen und ein schlagkräftiges Team die AIDS-Hilfe nach außen zu vertreten.“

Dagmar Pröhl ergänzt: „Die AIDS-Hilfe benötigt wesentlich mehr Lobby und Öffentlichkeit.“ Ob sich das zu ihrem Wirkungsfeld entwickeln könnte? Genügend Erfahrung und gute Kontakte bringt sie mit ein. Beruflich bei der Agentur Mark verortet, hat sie schon mehrfach federführend den Mitmachparcours „Komm auf Tour“ organisiert. Verhandlungen mit Sponsoren, Pressearbeit und der Umgang mit neuen Medien sind ihr daher bekannt. Auch Funktionäre und sogenannte „große Tiere“ jagen der resoluten Frau keine Angst ein. Arbeitete sie doch jahrelang mit Erik. O Schulz, dem heutigen Oberbürgermeister, direkt zusammen.

Und auch Andrea Kurtz steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Nach einer „handfesten“ Tischlerlehre absolviert sie nun eine Ausbildung als Altenpflegerin in der Evangelischen Stiftung Volmarstein und weiß sicher zuzupacken und ein Team zu bereichern.
Die AIDS-Hilfe ist sich sicher. Mit so viel geballter Kompetenz und Power ist sie gut aufgestellt, um den Herausforderungen der nächsten Jahre entgegenzutreten.

Ausstieg von Sven Söhnchen ist Wemutstropfen
Einziger Wermutstropfen bei den Vorstandswahlen war das Ausscheiden des langjährigen Vorstandsmitgliedes Sven Söhnchen, der leider nicht mehr kandidierte. „Sein politischer Sachverstand und seine konstruktiv-kritische Art werden uns fehlen“, sind sich alle sicher.
Aber gemeinsam mit Andreas Rau und anderen „Verrückten“ wird er den Fummellauf und den Nachtflohmarkt „Floh und Eule“ weiter betreuen und die AIDS-Hilfe unterstützen, wo er kann.

Die Satzungsänderungen, die die Mitgliederversammlung beschlossen hat, werden sicher das Profil der Aids-Hilfe in zwei Punkten schärfen. Speziell die Arbeit in der Selbsthilfe von Menschen mit HIV/AIDS und die Jugendarbeit sollen nicht mehr nur gefördert werden. Stattdessen setzt die AIDS-Hilfe hier auf aktive Mitarbeit und Mitbestimmung beider Gruppen.

Wollen Sie wissen, wie es mit der AIDS-Hilfe weiter geht?
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