Gewerbeflächen als Arbeitsplatz-Faktor & bedeutende Säule der Stadtfinanzen

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Ennepe-Ruhr-Kreis – Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind 50 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Gewerbeflächen angesiedelt. In Wetter liegt dieser Wert sogar bei 52 Prozent – der durchschnittliche Wert im Ruhrgebiet liegt bei 43 Prozent. Das macht deutlich, welche Bedeutung Gewerbeflächen für die Stadt Wetter als Arbeits- und Ausbildungsort haben. Das waren die Kernaussagen einer Gesprächsrunde im Rathaus, die sich mit den Ergebnissen der Studie „Gewerbliches Flächenmanagement Ruhr“ beschäftigte. Börje Wichert von der „Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr“ stellte die Studie vor Vertretern der Verwaltung, des Regionalverbandes Ruhr, des DGB, des Landratskandidaten Olaf Schade, der FDP und der SPD vor. Bürgermeister Frank Hasenberg begrüßte die Gäste im historischen Sitzungssaal des Rathauses. „Das Thema Gewerbeflächen liegt uns sehr am Herzen und beschäftigt uns im Moment auch sehr aktuell mit dem geplanten Gewerbegebiet Am Stork. Daher freue ich mich sehr, dass wir mit dieser Studie grundlegende Daten zur Gewerbeflächenentwicklung vorliegen haben. Das trägt zu einer sachlichen Diskussion bei.“ Wichert ging bei seiner Präsentation insbesondere auf die Verhältnisse im EN-Kreis und in der Stadt Wetter ein. In Wetter wie im Kreis liegt der Schwerpunkt auf dem verarbeitenden Gewerbe. Im Kreis stehen 152, 2 ha an Flächen mit gewerblich-industriellem Potential zur Verfügung, das ist der geringste Wert aller Kreise im Ruhrgebiet. Wetter kommt auf eine entsprechende Fläche von 16,68 ha. Davon macht ein Großteil (ca 12 ha) das geplante Gewerbegebiet „Am Stork“ aus. Vor allem gehen nach der vorgelegten Studie die sogenannten „restriktionsfreien“ Flächen zurück. Der Anteil an restriktionsbelasteten Flächen (etwa durch schwierige Besitzverhältnisse, Altlasten, hohe Preise etc) liegen im EN-Kreis und in Wetter deutlich über dem Ruhrgebiets-Durchschnitt.“ „Da wir keine Schlüsselzuweisungen erhalten, sind wir auf die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle der Stadt angewiesen“, so Bürgermeister Frank Hasenberg. Die vorgestellten Zahlen belegen ausdrücklich, dass wir in Wetter durch die Entwicklung der Gewerbegebiete Erfolge erzielt haben. Die Hälfte der Gewerbesteuer entsteht in von der Stadt entwickelten Gewerbeflächen. Das zahlt sich also schlussendlich für die Stadt aus.“ Daher sei es sehr wichtig, den erfolgreichen heimischen Unternehmen gute Rahmenbedingungen vor Ort zu bieten. „Wir dürfen uns nicht ausruhen, sondern müssen uns weiter entwickeln. Das ist wichtig für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“ Denn immer wieder fragen nicht nur heimische Unternehmen nach Erweiterungsmöglichkeiten, sondern auch von Seiten auswärtiger Unternehmen herrscht eine große Nachfrage nach Ansiedlungsmöglichkeiten in Wetter. Derzeit finden Unternehmen in der Harkortstadt keine freien Gewerbeflächen mehr vor. Ein Problem, das so auch Martin Tönnes, Planungsleiter beim Regionalverband Ruhr für das gesamte Revier sieht: „Wir müssen Perspektiven schaffen, um die heimischen Unternehmen vor Ort zu halten. Daher müssen wir passgenaue Lösungen für die jeweiligen Standorte entwickeln.“ Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie: Die Stadt Wetter ging bei der Entwicklung von Gewerbeflächen sehr sparsam mit Freiflächen um. Seit der Ausweisung des Gewerbegebietes „Schöllinger Feld“ in den 1990er Jahren wurde keine großräumige Freifläche mehr für Gewerbeansiedlungen genutzt. Die Entwicklung der Gewerbeflächen in Wetter lief vor allem über die Revitalisierung von Industriebrachen – als Beispiel seien hier die Flächen von Reme und Knorr Bremse genannt. Das ist vor allem vor dem Hintergrund der Stadtentwicklung in zurückliegenden Jahren (Umwandlung des ehemaligen Rheinform-Geländes zur „Neuen Mitte“ in Alt-Wetter) bemerkenswert. Die Studie der „Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr“ identifiziert überdies mehrere „regionale Flächen“, die als potentielle interkommunale Gewerbeflächen genutzt werden könnten. In Wetter ist das die Vordere Heide. Bürgermeister Hasenberg betonte in der Runde, dass „wir mit diesem Thema sehr zurückhaltend umgehen. Mit dem Stork arbeiten wir gerade an einem anderen Schwerpunkt, daher ist die Vordere Heide gar nicht aktuell im Blick.“ Da die Studie Potentiale bis ins Jahr 20130 beleuchte, könne man sich allerdings auch nicht gänzlich aus der Diskussion heraushalten. „Was ist in 15 Jahren? Das lässt sich von heute aus schwer sagen, deshalb bleiben wir in diesem interkommunalen Prozess weiterhin solidarisch mit dabei.“ Eine Entscheidung über konkrete Gewerbeflächen könne ohnehin nur die örtliche Politik fällen, so abschließend Landratskandidat Olaf Schade.

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