Trotz Beschäftigungszuwachs – Armut auf Rekordhoch

DGBDGB in der Region fordert einen Politikwechsel   

Hagen- Der DGB in der Region zeigt sich tief besorgt über die Ergebnisse des Berichts zur regionalen Armutsentwicklung. Unter dem Titel „die zerklüftete Republik“ hat der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband aktuelle Daten 2014 öffentlich gemacht. Die zentrale Botschaft ist beschämend für Deutschland. Die Armut ist ……  auf Rekordhoch. Die Einkommensschere klafft wie noch nie auseinander. Die Armutsquote beträgt 15,5 % und umfasst 12,5 Millionen Menschen. Während die Politik auf eine boomende Wirtschaft und auf ein deutsches Beschäftigungswunder hinweist, verschlechtert sich die Lebenssituation für immer mehr Menschen im Land. Obwohl die SGB II-Quote und die Arbeitslosenquote sinken, steigt die Armutsquote insgesamt an. Diese Entwicklung ist auch in der Raumordnungsregion Bochum/Hagen festzustellen, die die beiden Städte Bochum und Hagen sowie Herne, den Ennepe-Ruhr und den Märkischen Kreis umfasst und damit identisch mit der DGB Region Ruhr-Mark ist.

Für DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt eine Entwicklung, die dringend eine Veränderung der politischen Rahmenbedingungen notwendig macht. Für ihn zeigt sich eine paradoxe Entwicklung. Obwohl insgesamt Wachstum zu verzeichnen und die Zahl der Erwerbstätigen angestiegen ist, wächst die Armutsquote. „Nach normaler Lesart müsste die Zahl der Armen oder armutsgefährdeten Menschen bei steigendem Gesamtwohlstand sinken. Sie tut es nicht und weist damit darauf hin, dass die Verteilung immer ungerechter wird.“ Die Besorgnis wird umso größer als durch prekäre Haushaltslagen in den Städten und Kreisen die Hilfsangebote für die Menschen weiter eingeschränkt werden und die Herausforderungen für eine zuverlässige Daseinsversorgung und –vorsorge immer schlechter bewältigt werden.

Zudem weisen die aktuellen Daten der regionalen SGB-II (Hartz IV) – Quoten für die Jahre 2006 bis 2014 in den Städten der DGB-Region Ruhr Mark ausnahmslos steigende bzw. stagnierende Anteile aus. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis ist sie angestiegen, während der Märkische Kreis eine etwas positivere Entwicklung zum Vorjahr genommen hat.

Marquardt: „Immer mehr Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind, müssen uns aufrütteln. Wir sind dringend aufgerufen, das dahinter liegende Politikmodell zu überwinden. Es wird immer offensichtlicher, dass die neoliberalen Vorstellungen keine Lösung für die Probleme der Menschen und deren Arbeits- und Lebensbedingungen bieten. Vielleicht brauchen wir einen griechischen Virus?“

Die bereits vor einiger Zeit vom DGB vorgestellten negativen Entwicklungen im Bereich der Kinderarmut haben sich weiter verfestigt.

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