Hagener Photographien gehen in die Verlängerung

Blick in die Mittelstraße, 1964Hagen – Normalerweise wäre am kommenden Sonntag Schluss gewesen, aber nun wird die interessante Fotoausstellung im Stadtmuseum Hagen, Eilper Straße 71-75, noch bis zum 22. Februar 2015 verlängert. So bietet sich für alle Hagenerinnen und Hagener weiterhin die Chance, die sehenswerte Ausstellung zu besichtigen. Mit über 150 Aufnahmen zeigt die Ausstellung „Focus Stadt – Hagener Photographien“ 150 Jahre Hagener Geschichte. Sie dokumentiert eindrucksvoll den raschen Wandel der Stadt und zeigt die Menschen in ihrer Zeit. Durch Urbanisierung und Bevölkerungswachstum entwickelte sich Hagen im 19. Jahrhundert von einer handwerklich geprägten Kleinstadt zu einer modernen Großstadt mit vielen Industriebetrieben, was durch das damals neue Medium Photographie hervorragend belegt wird. Gleichzeitig halten die Fotografien den Alltag der Menschen fest und … … geben uns heute ein bildhaftes Zeugnis vom Leben der Generationen vor uns. Aber nicht nur die Entwicklung von Hagen, sondern auch etliche beeindruckende Fotos aus den damals noch selbständigen Städten Haspe und Hohenlimburg zeigen, wie diese Städte sich verändert haben. Die überwiegende Zahl der ausgestellten Fotografien stammt aus dem Besitz des Stadtarchivs Hagen. Unter den präsentierten Fotografien sind einige Schätze, die bisher in keinem Buch über Hagen veröffentlicht wurden. Für die Ausstellung wurde sehr viel Wert auf Authentizität gelegt. Deshalb wurden aus dem riesigen Fotobestand überwiegend Originalabzüge ausgewählt. Etliche dieser Abzüge befinden sich immer noch in den Rahmen aus ihrer Entstehungszeit und stammen vom Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts. Die früheste Fotografie in der Ausstellung ist eine um 1849 entstandene Daguerreotypie. Sie zeigt den Generalarzt des 8. Armee-Korps in Koblenz, Adolph Leopold Richter. Er war der Vater des langjährigen Hagener Reichstagsabgeordneten Eugen Richter. Die ältesten Aufnahmen aus Hagen stammen von Theodor Mende, der das erste Fotoatelier in Hagen betrieb. Neben Theodor Mende Senior sind auch seine Söhne Paul und Theodor als Hagener Fotografen bekannt. Von der Fotografenfamilie Mende befinden sich zahlreiche historische Fotografien von Hagen im Bestand des Stadtarchivs und etliche davon sind in der Ausstellung zu sehen. Ein weiterer bekannter Hagener Fotograf war Willi Lehmacher, der seit den 1920er Jahren als Fotograf tätig war. Bis zu seinem Tod 1972 arbeitete Lehmacher für verschiedene Zeitungen. Er zählt zu den ersten professionellen Pressefotografen in Westfalen. Sein Nachlass befindet sich im Stadtarchiv Hagen und umfasst mehr als 500 000 Negative, Dias und Abzüge. Ein ähnlich umfangreicher fotografischer Nachlass wie von Willi Lehmacher stammt von Foto Kühle. Die in der Ausstellung gezeigte Fotoserie von Adolf Kühle zur Hasper Hütte fängt ein Stück Hagener und besonders Hasper Geschichte ein. Die Fotoserie entstand im Sommer 1972, kurz vor dem letzten Abstich des Hochofens, sie dokumentiert somit das Ende der Roheisenerzeugung und -verarbeitung im Hasper Hüttenwerk. Die Fotoserie zur Hasper Hütte setzt in der Ausstellung den fotografischen Schlusspunkt zur Industriegeschichte im Raum Hagen. Die Anfänge sind mit Aufnahmen von Fabriken und Produktionsstätten der Textil-, Papier- und Metallindustrie vertreten. Über 100 Jahre wurde Hagen durch die zahlreichen Industriebetriebe geprägt, was Fotos sehr eindrücklich zeigen. Wie nah Wandel und Kontinuität in Hagen beieinander liegen, das zeigt sehr schön die außergewöhnliche Fotoserie „Hagen – gestern und heute“, die der Hagener Pressefotograf Michael Kleinrensing geschaffen hat. Er fotografiert Hagener Ansichten genau aus der Perspektive, wie es vor ihm schon andere Fotografen gemacht haben. So wird ein guter Vergleich zwischen früher und heute ermöglicht. Im Dezember wurde die Ausstellung um die 10 Gewinnerfotos des Fotowettbewerbs „Besondere Orte in Hagen“ ergänzt, diese Fotografien sind auch während der Verlängerung zu sehen. Die Ausstellung zeigt nicht nur viele interessante Aufnahmen aus Hagen, sondern vermittelt auch einen Einblick in die Entwicklung der Fotografie in dieser Zeit. Als Theodor Mende das erste Fotoatelier in Hagen eröffnete, war das Fotografieren noch sehr aufwendig. In unhandlichen Kameras wurde auf Glasplatten fotografiert. Erst mit der Entwicklung des Rollfilms war es möglich, mehrere Fotos hintereinander zu machen. Die Kleinbildkamera mit passendem Rollfilm führte zu einer starken Verbreitung der Amateurfotografie ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Ausgewählte Fotoapparate unter anderem von der Hagener Firma Ruberg verdeutlichen diese Entwicklung in der Ausstellung. Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. In der Karnevalswoche bleibt das Stadtmuseum Hagen vom 14. bis 20. Februar geschlossen.

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