Sechsstreifiger Ausbau der A1 freigegeben

(straßen.nrw). Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2005 waren auf der A1 zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und dem Autobahnkreuz Münster-Süd täglich fast 57.000 Kraftfahrzeuge unterwegs. Für 2020 gehen die Prognosen von rund 79.200 Fahrzeugen pro Tag aus. Der sechsstreifige Ausbau des Abschnitts trägt dieser Entwicklung Rechnung. Am Dienstag (28.10.) gaben Vertreter von Bund und Land die 3,9 Kilometer lange Strecke feierlich für die Autofahrer frei. Auch die neu geschaffene Anschlussstelle Münster-Hiltrup nimmt damit offiziell ihren Dienst auf. Sie schließt  das Gewerbe- und Industriegebiet „Hansa-Business-Park“ an die Autobahn an.

Zwei Jahre hat die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Münster zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und dem Autobahnkreuz Münster-Süd gebaut. Mitte 2012 startete das Projekt mit der neuen Brücke, welche die Landesstraße 884 über die Autobahn führt. Zuvor, von April 2009 bis Dezember 2010,  hatte Straßen.NRW die A1 bereits im Bereich der Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal bei Münster-Amelsbüren sechsstreifig ausgebaut. Zwischen 2010 und 2012 entstand im Autobahnkreuz Münster-Süd zudem die Brücke, die die A1 über die A43 führt.

Anlässlich der Verkehrsfreigabe sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Mit der Fertigstellung dieses Ausbauabschnittes der A 1 verbessern wir den Verkehrsfluss und erhöhen die Verkehrssicherheit. Mit der neuen Anschlussstelle Münster-Hiltrup wird das nachgeordnete Straßennetz entlastet und das neue Gewerbegebiet „Hansa-Business-Park“ leistungsfähig an das Fernstraßennetz angeschlossen. Belange des Umweltschutzes haben bei derartigen Ausbaumaßnahmen einen hohen Stellenwert. Und auch Lärmschutzmaßnahmen sind integraler Bestandteil der Maßnahme.“

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek ergänzte: „Mit der heutigen Verkehrsfreigabe beseitigen wir ein weiteres Nadelöhr auf der A 1. Wir verbessern damit aber nicht nur die Verkehrsqualität auf der Autobahn, sondern wir werden damit auch die parallel verlaufenden Bundes- und Landesstraßen entlasten. Das ist nicht nur für die Lastwagenfahrer und Pendler eine gute Nachricht, sondern auch für die Anwohner des umliegenden Straßennetzes.“

Winfried Pudenz, Hauptgeschäftsführer des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen, erinnerte bei der Freigabe noch einmal an den erfolgreichen Verlauf der Bauarbeiten: „Wir haben den Ausbau mitsamt der neuen Anschlussstelle ohne nennenswerte Verzögerungen bewältigt. Arbeiten auf einer solch bedeutenden Linie – einem Rückgrat des deutschen Autobahnnetzes – haben  selbstverständlich immer Auswirkungen auf den Verkehr, das lässt sich kaum vermeiden. Gleichwohl konnten die Autos über den gesamten Zeitraum in beiden Richtungen durch die Baustelle fahren, da wir die Richtungsfahrbahnen  nacheinander erweitert haben.“

Rund 45 Millionen Euro hat der Ausbau mitsamt der neuen Anschlussstelle gekostet, hauptsächlich aus der Kasse des Bundes. Etwa 1,6 Millionen Euro steuerte Nordrhein-Westfalen bei. Ein Teil des Geldes ist in Lärmschutzwände und -wälle, insgesamt 1,2 Kilometer, geflossen. Eine 615 Meter lange und sechs Meter hohe Lärmschutzwand mindert zum Beispiel im Bereich des Wohngebietes „Kappenberger Feld“ die Verkehrsgeräusche. An der neuen Abschlussstelle verringert lärmmindernder Asphalt (OPA) die Geräuschkulisse.

Damit auch Flora und Fauna zu ihrem Recht kommen, waren umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen mit einer Gesamtfläche von rund 11,4 Hektar von Beginn an fester Bestandteil des Projekts. So haben Fachleute etwa landwirtschaftliches Ackerland in Grünflächen und Wald umgewandelt. Und damit es zwischen Tier und Autofahrer nicht zu unliebsamen „Begegnungen“ kommt, stehen Wildschutzzäune entlang des gesamten Streckenabschnitts.

Zwei „Personen“, denen die Anschlussstelle Münster-Hiltrup künftig im östlichen „Auffahrtsohr“ eine Heimat bietet, waren am Dienstag bei der feierlichen Einweihung allerdings noch nicht mit von der Partie. Der Künstler Alfred Gockel installiert seine sieben Meter hohe Skulptur aus Stahl – zwei Figuren, die auf der Spitze zweier geschwungener Bögen stehen – voraussichtlich im November. Der von der Wirtschaftsförderung Münster gesponserte „Hingucker“ an der A1 soll Autobahn, Kunst und Gewerbegebiet symbolisch miteinander verbinden.

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