Keine Flucht aus der Ausbildungsverantwortung

Jusos Hagen gegen weitere Ausbildungskürzungen und Streichung der Sozialbefristung

Erschrocken und enttäuscht nehmen die Hagener Jungsozialisten die jüngsten Pläne des heimischen Energie- und Wasserversorgers Enervie AG, ihre Azubi-Plätze in 2015 erneut zu reduzieren sowie die sog. Sozialbefristung zu streichen zur Kenntnis. „Junge Menschen berufsqualifizierend auszubilden und …

… ihnen damit eine Perspektive für eine gute Zukunft zu bieten, ist keine Frage kurzfristiger wirtschaftlicher Rentabilität für ein Einzelunternehmen, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von volkswirtschaftlicher und sozialer Bedeutung“, beschreibt die Juso-Vorsitzende Nesrin Öcal die Bedeutung von Ausbildungsangeboten. Das ist spätestens seit Verabschiedung des sog. „Ausbildungspaktes“ 2004 allgemein anerkannt. Denn während immer mehr Betriebe einerseits den bestehenden Fachkräftemangel beklagen, bleiben andererseits junge ausbildungswillige Menschen ohne Ausbildungsplatz auf der Strecke. „Die gutmütig daherkommende Aussage Enervies, anderen Betrieben nicht die Azubis wegnehmen zu wollen, erscheint uns vor diesem Hintergrund ganz besonders absurd. Gerade städtische Beteiligungen, wie Enervie müssen mit gutem Beispiel voran gehen und dürfen nicht aus ihrer Ausbildungsverantwortung fliehen,“ fasst Nesrin Öcal die Forderung der Jusos zusammen, die Azubi-Plätze bei Enervie auch zukünftig samt der üblichen Sozialbefristung uneingeschränkt zu erhalten. Die Jusos Hagen verkennen dabei nicht die wirtschaftlich angespannte Situation von Enervie und erkennen die grundsätzliche Notwendigkeit zu Einsparungen und Umstrukturierungen an. „Allerdings dürfen solche Maßnahmen nicht weiter auf dem Rücken der jungen Menschen umgesetzt werden. Denn diese benötigen eine fundierte Ausbildung als Grundstein ihres beruflichen Werdeganges.“ Die Jusos schlagen deshalb vor, den nach aktuellen Vorstandsplanungen für die Einstellung neuer Azubis und die Aufrechterhaltung der Sozialbefristung fehlenden Betrag über Einsparungen bei den drei Vorstandsmitgliedern selbst und der oberen Führungsebene des Unternehmens zu heben. Allein bei den Vorstandsgehältern jenseits der 300.000-Euro-Marke besteht aus Sicht der Jusos genug Luft um 10 Auzubis zu finanzieren und Absolventen für ein Jahr zu übernehmen.

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