„Focus Stadt – Hagener Photographien“

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Ausstellung im Stadtmuseum Hagen

Blick in die Mittelstraße, 1964
Blick in die Mittelstraße (1964)

Ausstellung01_copyright Nicole LebochDie Ausstellung „Focus Stadt – Hagener Photographien“ wird am kommenden Sonntag, 14. September, um 15 Uhr im Stadtmuseum Hagen, Eilper Straße 71-75, eröffnet. Mit über 150 Aufnahmen zeigt die Ausstellung 150 Jahre Hagener Geschichte. Sie dokumentiert eindrucksvoll den raschen Wandel der Stadt und zeigt die Menschen in ihrer Zeit.

Durch Urbanisierung und Bevölkerungswachstum entwickelte sich Hagen innerhalb von gut 50 Jahren von einer handwerklich geprägten Kleinstadt zu einer modernen Großstadt mit vielen Industriebetrieben. Gleichzeitig halten die Fotografien den Alltag der Menschen fest und geben uns heute ein bildhaftes Zeugnis vom Leben der Generationen vor uns.

Die überwiegende Zahl der ausgestellten Fotografien stammt aus dem Besitz des Stadtarchivs Hagen. Mit rund einer Million Aufnahmen zählt diese Sammlung zu den größten Bildarchiven in Nordrhein-Westfalen. Von Daguerreotypien – aus den Anfängen der Fotografie – über Glasplatten, Rollfilmnegative, Fotoabzüge und Diapositive bis hin zu aktuellen Fotodateien ist jegliche Art fotografischer Überlieferung vorhanden. Für die Ausstellung wurde sehr viel Wert auf Authentizität gelegt. Deshalb wurden aus dem riesigen Fotobestand überwiegend Originalabzüge ausgewählt. Etliche dieser Abzüge befinden sich immer noch in den Rahmen aus ihrer Entstehungszeit und stammen vom Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die ältesten Aufnahmen von Hagen stammen von Theodor Mende, der das erste Fotoatelier in Hagen betrieb. Neben Theodor Mende Senior sind auch seine Söhne Paul und Theodor als Hagener Fotografen bekannt. Von der Fotografenfamilie Mende befinden sich zahlreiche historische Fotografien von Hagen im Bestand des Stadtarchivs und etliche davon sind in der Ausstellung zu sehen. Ein weiterer bekannter Hagener Fotograf war Willi Lehmacher, der seit den 1920er Jahren als Fotograf tätig war. Bis zu seinem Tod 1972 arbeitete Lehmacher für verschiedene Zeitungen. Er zählt zu den ersten professionellen Pressefotografen in Westfalen. Sein Nachlass befindet sich im Stadtarchiv Hagen und umfasst mehr als 500 000 Negative, Dias und Abzüge. Ein ähnlich umfangreicher fotografischer Nachlass wie von Willi Lehmacher stammt von Foto Kühle. Die in der Ausstellung gezeigte Fotoserie von Adolf Kühle zur Hasper Hütte fängt ein Stück Hagener und besonders Hasper Geschichte ein. Die Fotoserie entstand im Sommer 1972, kurz vor dem letzten Abstich des Hochofens, sie dokumentiert somit das Ende der Roheisenerzeugung und -verarbeitung im Hasper Hüttenwerk.

Die Fotoserie zur Hasper Hütte setzt in der Ausstellung den fotografischen Schlusspunkt zur Industriegeschichte im Raum Hagen. Die Anfänge sind mit Aufnahmen von Fabriken und Produktionsstätten der Textil-, Papier- und Metallindustrie vertreten. Über 100 Jahre wurde Hagen durch die zahlreichen Industriebetriebe geprägt, was Fotos sehr eindrücklich zeigen.

Wie nah Wandel und Kontinuität in Hagen beieinander liegen, das zeigt sehr schön die außergewöhnliche Fotoserie „Hagen – gestern und heute“, die der Hagener Pressefotograf Michael Kleinrensing geschaffen hat. Er fotografiert Hagener Ansichten genau aus der Perspektive, wie es vor ihm schon andere Fotografen gemacht haben. So wird ein guter Vergleich zwischen früher und heute ermöglicht.

Die Ausstellung zeigt nicht nur viele interessante Aufnahmen aus Hagen, sondern vermittelt auch einen Einblick in die Entwicklung der Fotografie in dieser Zeit. Als Theodor Mende das erste Fotoatelier in Hagen eröffnete, war das Fotografieren noch sehr aufwendig. In unhandlichen Kameras wurde auf Glasplatten fotografiert. Erst mit der Entwicklung des Rollfilms war es möglich, mehrere Fotos hintereinander zu machen. Die Kleinbildkamera mit passendem Rollfilm führte zu einer starken Verbreitung der Amateurfotografie ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Ausgewählte Fotoapparate verdeutlichen diese Entwicklung in der Ausstellung.

Im Rahmen der Ausstellung „Focus Stadt – Hagener Photographien“, die bis zum 11. Januar 2015 zu sehen ist, findet der Fotowettbewerb „Besondere Orte in Hagen“ statt. Bis zum 31. Oktober 2014 sind alle aufgerufen, ihren besonderen Ort in Hagen zu fotografieren und das Foto als jpg-Datei mit 1 bis 2 MB Größe an holger.flick@stadt-hagen.de zu senden oder als Foto im Format 20 x 30 cm direkt im Stadtmuseum Hagen abzugeben. Es werden Preise im Gesamtwert von 400 € vergeben.

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