Bergbau zum Anfassen im Feierabendhaus Schwelm

„Glück auf!“ hieß es am Morgen des 2. September im Feierabendhaus in Schwelm.

Pottins_schmidt
(v.l.) Börje Nölte zeigt Johannes Schmidt und Oskar Pottins altes Grubenwerkzeug

Die mobile Ausstellung des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall „Geschichten zwischen Küche und Kaue“ bot den Bewohnern die Gelegenheit, sich gemeinsam mit Relikten des Bergbaus zu beschäftigen.

Zwei freie Mitarbeiter des Museums waren gekommen, um den rund 30 Senioren mitgebrachte Gegenstände wie alte Arbeitskleidung, Grubenlampen oder verschiedene Kohlesorten vorzustellen. Im großen Saal des Feierabendhauses herrschte eine entspannte Atmosphäre, bei der es die Möglichkeit gab, die mitgebrachten Dinge anzufassen, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen mit einzubringen. Börje Nolte, der gemeinsam mit Arnold Tacke die Veranstaltung leitete, erzählt von seinen Erfahrungen mit diesem speziellen Angebot des Museums: „Unser Programm ist integrativ, so dass sich jeder damit auseinandersetzen kann. Den Leuten wird so kulturelle Teilhabe geboten.“ Bei der Vorstellung der Benzinsicherheitslampe beispielsweise bekommt jeder einen Einblick in das Leben eines Bergmanns. Das drei Pfund schwere Geleucht konnte mindestens acht Stunden Licht spenden und war im Gegensatz zum Vorgängermodell, dem „Westfälischen Frosch“, gesichert. So konnten gefährliche Explosionen aufgrund von austretenden Grubengasen verhindert werden, das erfahren auch die Senioren, die beim Anheben der Lampe über das hohe Gewicht erstaunt sind.

Manch einer war früher sogar selbst im Bergbau tätig und weiß etwas aus eigener Erfahrung zu berichten. „Man kann sich zurückerinnern und erkennt einiges wieder. Ein paar Gegenstände habe ich vermisst, einen Helm zum Beispiel. Aber die Veranstaltung finde ich sehr interessant und eine gute Idee“, so Oskar Pottins, Bewohner des Feierabendhauses, der früher selbst unter Tage arbeitete. Seine Stichworte werden im Vortrag aufgegriffen und das Ereignis so aktiv mitgestaltet. „Es geht um die gemeinsame Erinnerung, das ist vor allem bei demenziellen Erkrankungen von Bedeutung“, weiß Gerlinde Riedel, Sozialarbeiterin und Leitung des sozialen Dienstes im Feierabendhaus. Sie organisierte bereits vor zwei Jahren eine ähnliche Veranstaltung, die damals schon sehr gut ankam.
Das inbrünstige Singen des Steigerliedes bot für die Besucher noch einmal einen stimmungsvollen Abschluss des geselligen Morgens und die Chance, sich wie ein echter
Kumpel zu fühlen.

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