Pflegeversicherung – zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Hagen – „Listen Sie jeden einzelnen Schritt auf, den Sie für Ihre Angehörigen bei der Versorgung und der Pflege verrichten“.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADiese Tipps und viele andere konnten die Besucherinnen und Besucher des Patientenforums „Pflegeversicherung zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ mit nach Hause nehmen. Barbara Siekerkötter, Pflegeberaterin im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe, berichtet von ihrer langjährigen Erfahrung. Die Fachfrau erläuterte zunächst die verschiedenen Pflegestufen und welche Leistungen das beinhaltet. Wichtig zu wissen: Die Erkrankung ist nicht entscheidend für die Pflegestufe, sondern der pflegerische Hilfebedarf der von einer Pflegeperson übernommen werden muss. Der Antrag auf Leistung der Pflegeversicherung wird vom Versicherten oder einem Angehörigen ausgefüllt und zur Pflegekasse gesendet. Diese leitet den Antrag weiter zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).
„Nehmen sie sich ausreichend Zeit, wenn der Gutachter kommt“, betont die Pflegefachkraft vom Mops. „Wenn Sie einige Tage vorher ein Pflegetagebuch führen, werden Sie erst merken, wie viel Sie eigentlich machen, wie oft sie ihre Mutter zur Toilette begleiten oder wie häufig sie nachts aufstehen“, betonte die Referentin. Denn die Ermittlung des Pflegebedarfs erfolgt über Zeitwerte. Für die Ganzkörperwäsche werden z.B. 20 – 25 Minuten berechnet, für das Kämmen 1 – 3 Minuten. „ Denken Sie in kleinen Schritten“, so die Pflegeberaterin. Nicht selten werde Hilfebedarf übersehen, nicht als solcher erkannt und dann gegenüber dem Gutachter nicht erwähnt.
Kommt der Gutachter in die Wohnung, registriert er schon an der Haustür: Öffnet der Antragsteller selbst die Tür, ist der Händedruck kräftig, ist die zu pflegende Person orientiert und klar, kann sie selbst antworten. Im weiteren Gespräch sei es wichtig, die zu Pflegenden selbst zu Wort kommen zu lassen. „Machen Sie Ihren Angehörigen aber klar, dass sie alle pflegerischen Probleme offenbart und nicht nach dem Motto ` och das geht schon ` sich äußert“, rät die Fachfrau vom Mops.
Die Gutachter sind Experten, die regelmäßig geschult werden und nach bundeseinheitlichen Qualitätsstandards prüfen. „Die meisten Gutachten, die ich gesehen habe, waren stimmig und eindeutig“, so Barbara Siekerkötter. „Trotzdem ist es wichtig zu wissen, worauf genau die Mitarbeitenden des Medizinischen Dienstes schauen, was wichtige Kriterien sind, nach denen sie eine Einstufung beurteilen. Nur so können die Pflegebedürftigen eine angemessene Pflegestufe erhalten.“

Ein Gedanke zu „Pflegeversicherung – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“

  1. Ja, die Pflegeleistungen die man als Verwandter für seine Angehörigen leistet, können sehr oft sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Viele wissen auch gar nicht, dass sie für viele ihrer Leistungen einen Anrecht auf einen finanziellen Ausgleich haben.

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