Bundeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Halle (Saale) warnen vor dem Missbrauch als Drogenkurier

Wiesbaden – Zur Anwerbung von Drogenkurieren bedienen sich Rauschgifthändlerbanden vermehrt sozialer Netzwerke. Dabei sind sich die angeworbenen Kuriere ihrer Funktion als Drogenschmuggler oftmals nicht bewusst und gehen wegen der Aussicht auf schnell verdientes Geld ein hohes Risiko ein.

So haben das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Halle
(Saale) im Rahmen aktueller Ermittlungen festgestellt, dass eine
unbekannte Person unter Verwendung der Namen „Ben“, „Ben Benson“,
„Ben White“ und „Ben Werner“ in sozialen Netzwerken deutsche
Staatsangehörige anwirbt, um mit deren Hilfe angebliche
„Designerkleidung“ aus Südamerika nach Europa oder Afrika zu
transportieren. Als Entlohnung werden mehrere tausend Euro in
Aussicht gestellt. Erfolgreich angeworbenen Opfern werden in
Südamerika statt der „Designerkleidung“ jedoch minderwertige Waren
übergeben, in denen zum Teil mehrere Kilogramm Kokain versteckt sind.
Wenn sich die Opfer auf die Rückreise begeben, fungieren sie – ohne
dies zu wissen – als Rauschgiftkuriere und werden bei entsprechenden
Kontrollen am Abreise- oder Ankunftsflughafen festgenommen.

Es sind auch Fälle bekannt, in denen Frauen eine Liebesbeziehung
vorgetäuscht wurde. In der Hoffnung „Ben“ persönlich zu treffen,
reisen sie nach Südamerika und werden bei ihrer Rückreise als
Drogenschmugglerin missbraucht.

Für die Kommunikation mit den Drogenkurieren nutzen die Täter
häufig „Messenger-Dienste“ unter Verwendung ghanaischer Rufnummern.
Die unbekannte Person „BEN“ übersendet zu seiner Legitimation das
Bild eines gefälschten Reisepasses per E-Mail.

Drei angeworbene Frauen wurden bereits beim Kokainschmuggel im
Ausland festgenommen. Ihnen drohen nun langjährige Haftstrafen.

Das Bundeskriminalamt warnt eindringlich davor, sich für angeblich
harmlose Kurierdienste in Südamerika zur Verfügung zu stellen. Die
Aussicht auf leicht verdientes Geld oder auch die erhoffte
Liebesbeziehung können schnell in einer Festnahme als Drogenkurier
enden. Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie niemals Gepäckstücke, Kleidung,
Geschenke oder andere Gegenstände von Personen entgegen, die Sie
nicht kennen! Rauschgift kann überall versteckt sein. Transportieren
Sie nur das Reisegepäck, das Sie auch selbst gepackt haben.

Beachten Sie auch die Reise- und Sicherheitshinweise des
Auswärtigen Amtes unter www.auswaertiges-amt.de.

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