Dortmund:  Allianz für ein friedliches Fußballerlebnis

Dortmund – Dortmunder Polizeipräsident, Gregor Lange, hatte für gestern Vormittag, 02.07.2014, um 11.45 Uhr, die Spitzen des BVB, der Stadt Dortmund und der Justiz eingeladen, um gemeinsam die „Allianz für ein friedliches Fußballerlebnis“ ins Leben zu rufen.
Hans-Joachim Watzke als Geschäftsführer des BVB, Oberbürgermeister
Ullrich Sierau, die Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Cirullies und
der Präsident des Amtsgerichts Peter Benesch verständigten sich dabei
mit dem Polizeipräsidenten Gregor Lange über den zukünftigen Umgang
mit und bei Fußballspielen. Maßnahmen am Stadion, die Kommunikation
mit friedlichen Fußballfans und Ultras sowie gemeinsames,
konsequentes Vorgehen gegen Gewaltbereite bildeten dabei zentrale
Themen.
Zum Auftakt des Treffens erörterten alle Beteiligten den aktuellen
Sachstand, die bereits getroffenen Maßnahmen und Konzepte ihrer
Behörden bzw. des Vereins Borussia Dortmund.
Hans-Joachim Watzke konnte auf seinem Konto verbuchen, die
Sicherheitslücken durch unkontrollierte Zugänge minimiert zu haben –
seit Bekanntwerden des Problems wurde ein 24h – Pförtnerdienst
eingeführt. Bei Champions-League-Spielen gelten bereits besondere
Regeln für die Sitzplatzvergabe. Der Verein hat darüber hinaus ein
Sicherstellungskonzept für Pyrotechnik entwickelt, u. a. auch eine
Hightech-Kamera angeschafft. Eine Crowd-Managerin begutachtet
besondere Planungen vor den Spielbegegnungen zur Vermeidung
kritischer Personendichten. Der Ordnerdienst wurde und wird weiterhin
qualifiziert, u. a. auch mit Unterstützung durch den Dortmunder
Staatsschutz.
Mit Glasverbotszonen, permanenten Beschilderungen und gemeinsamen
Kontrollen ist die Stadt Dortmund bei allen Begegnungen vertreten.
Und auch die Polizei war nicht untätig, im Gegenteil: Erfahrungen
der letzten Jahre, insbesondere aus den sogenannten Risikospielen, zu
denen auch die Derbys zählen, trugen zur …

… neuen Wegführung der Ultras beim vergangenen Derby bei. Daneben wurde ein neues Anreisekonzept
erarbeitet und – aktuell – ein Intensivtäterkonzept durch den
Polizeipräsidenten, in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft,
entwickelt. „Mit dem Intensivtäterkonzept möchten wir an die
Rädelsführer ran. Vielleicht gelingt es uns, einen Keil zwischen
kriminelle Chaoten und echte Fußballfans zu treiben und den ein oder
anderen zum Umdenken zu bewegen“, so Lange.
Für einen Sicherheitsgewinn auf dem Stadionvorplatz wurden die
Aufstellorte für die Einsatzfahrzeuge bei den Fußballbegegnungen
geändert. Die Einsatzkommunikation konnte genauso wie die
Informationsweitergabe innerhalb der Behörde deutlich verbessert
werden. Bereits im Vorfeld von Spielen erteilt die Polizei ggfs.
Meldeauflagen und Bereichsbetretungsverbote für Chaoten und
Gewalttäter.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund setzt seit vielen Jahren einen
Fußballstaatsanwalt bei den Spielen im Stadion ein. Überdies besteht
eine Übereinkunft zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und
Amtsgericht, in geeigneten Fällen die einzuleitenden Strafverfahren –
unter Anwendung der besonderen Verfahrensart des „beschleunigten
Verfahrens“ – so schnell wie möglich zum Abschluss zu bringen.
„Zur Zeit müssen wir als Polizei bei Fußballspielen weiter
unterstützen, beraten und Polizeikräfte für ein sicheres
Fußballerlebnis in Dortmund einsetzen“, so Lange. „Allerdings sehe
ich als Chef der Polizisten in Dortmund auch dringenden
Handlungsbedarf, was die Einsatzzahlen und Dauer und somit auch die
Belastung meiner Polizeibehörde angeht. Wir müssen endlich den
Prozess ernsthaft beginnen, Fußball sicherer zu machen. So können wir
Ressourcen schonend planen und die frei werdenden Kapazitäten an
anderer Stelle – Nordstadt, Straßenraub, etc. – dringend sinnvoller
einsetzen.“
Polizeipräsident Gregor Lange zeigte sich nach dem Treffen erfreut
über die positiven Signale und Bemühungen der geladenen Gäste. Ein
nächster Termin  wurde für nach der Sommerpause vereinbart um eine
erste Bilanz zu ziehen. Bis dahin wollen die beteiligten
Institutionen als Leitungsgremium die Entwicklung beim Fußball genau
im Auge behalten. Der heutige Termin ist als eine
Auftaktveranstaltung zu sehen. Nach der spielfreien Zeit im Sommer
sollen die angesprochenen Themenbereiche vertieft werden.

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