Stadtmuseum Hagen zeigt Schulprojekte

Drei-Türme-Weg Zeitkapsel

Hagen – Neben der museumspädagogischen Betreuung von Schulklassen beim Museums- oder Archivbesuch kooperiert das Historische Centrum Hagen jedes Jahr mit mehreren Schulen und führt mit diesen unterschiedliche Projekte durch.

Projektarbeit mit Schülerinnen und Schülern ist ein wichtiges Aufgabenfeld der Archiv- und Museumspädagogik. Diese Projektarbeit verbindet Schule und Museum und fördert so Lernkompetenzen wie Kooperieren und Recherchieren sowie kulturelle und soziale Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus wird die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler gestärkt. Die Ergebnisse der Projektarbeit werden vom 12. bis 29. Juni mit der Präsentation „Schule@Museum“ im Stadtmuseum Hagen, Eilper Straße 71-75, gezeigt. In der Ausstellung werden sieben unterschiedliche Projekte präsentiert, die mit 15 Schulklassen im Schuljahr 2013/14 durchgeführt wurden.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule Eilpe haben das Fotoprojekt „Natur- und Menschenbild in der Fotografie“ durchgeführt. Bei diesem Projekt haben sie sich mit der Bildsprache bekannter Fotografien auseinandergesetzt. Als Vorlagen dienten Fotografien von bekannten Fotografen, wie zum Beispiel das Foto „Jungbauern“ von August Sander. Alle Beteiligten entwickelten und erstellten auf Grundlage der historischen und zeitgenössischen Gegebenheiten eine eigene künstlerische Arbeit als Fotografie. Dabei setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit professionellen Vorbildern der Fotografie auseinander und interpretierten diese nach eigenem Ermessen. Angeleitet wurden sie dabei von Andreas Kroll. Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“ gefördert.

Mit den Türmen am „Drei-Türme-Weg“ haben sich die Grundschüler der Klassen 3d und 3e der Karl-Ernst-Osthaus-Schule beschäftigt. Um der Entstehungszeit der Türme näher zu sein, haben sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Leben vor über 100 Jahren beschäftigt. Durch das Forschen in der eigenen Familiengeschichte konnten sie die Geburtsjahre ihrer Ur- und Ururgroßeltern in Bezug zum Bau der Türme setzen. Anhand von alten Familienfotos verglichen sie die Kleidung und Frisuren mit denen von Heute. Den Schulunterricht aus dieser Zeit erlebten sie im Schulmuseum Dortmund. Ganz besonders beschäftigten sie sich mit den drei Türmen, besuchten diese, malten und bastelten sie. Durch das Befüllen einer Zeitkapsel mit persönlichen und allgemeinen Daten, wie es auch bei Grundsteinlegungen üblich ist, wurde dieses Projekt inhaltlich abgeschlossen – doch nur vorübergehend, denn in einigen Jahren wird diese Zeitkapsel wieder geöffnet. Die Erfahrungen, die mit dem Projekt gesammelt wurden, fließen in ein Entdecker-und Mitmach-Buch zum Drei-Türme-Weg ein. Dieses heimatgeschichtliche Buch richtete sich ganz besonders an Kinder und Familien. Das Projekt wurde von Mechthild Schierhold geleitet und auch mit Mitteln aus dem NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“ gefördert.

Das Projekt „MuseobilBOX – Museum zum Selbermachen“ des Bundesverbandes Museumspädagogik regt Kinder dazu an, selbst eine Ausstellung zu machen. Ausgangspunkt war ein Besuch im Stadtmuseum Hagen, der den Kindern einen Einblick in die Aufgaben eines Museum vermittelt hat. Als Thema wurden Kindernachrichten gewählt, denn schon Grundschulkinder interessieren sich für das Zeitgeschehen, wenn es ihnen kindgerecht vermittelt wird. Die Kindernachrichten im Fernsehen oder die Kinderseiten in der Zeitung leisten dieses. Unter dem Thema „Kindertagesschau“ suchten sich die Mädchen und Jungen unterschiedliche Nachrichtenthemen aus und gestalteten dazu eine Box. So sind 25 MuseobilBOXEN entstanden, die die Kinder kreativ gestaltet haben. Dazu wurde gemalt, gesägt, genäht und mit Pappmaché gearbeitet. Die Bandbreite der Themen ist so vielseitig wie das Leben und reicht von schönen Themen, wie Pferde, Schmetterlinge oder Fußball über persönlichen Themen, wie die erste Verliebtheit bis hin zu Besorgnis erregenden Nachrichten über den Konflikt in der Ukraine. Das Projekt ist eine Kooperation der OGS, der Freiherr-vom-Stein Grundschule und dem Fachbereich Kultur/Stadtmuseum Hagen und wird mit Mitteln aus dem Programm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Luise-Rehling-Realschule haben sich intensiv mit der Geschichte der Gebäude im Stadtteil Altenhagen beschäftigt und den 2. Teil des „Historischen Stadtteilrundgangs Altenhagen“ fertig gestellt. Der 1. Teil wurde schon im letzten Jahr von der damaligen 9a erstellt. Im Stadtarchiv Hagen recherchierten sie nach Unterlagen, Karten und Fotos zu den wichtigsten Gebäuden und den Straßen rund um ihre Schule. Um noch mehr über die Geschichte der Gebäude zu erfahren, nahmen die Schülerinnen und Schüler Kontakt zu den Besitzern der Gebäude auf. Aus den gesammelten Informationen verfassten sie dann Texte zur Geschichte der Gebäude und Straßen. Nach historischen Fotos wurden die Örtlichkeiten aus der gleichen Perspektive noch einmal fotografiert, um so die Veränderungen im Stadtteil zu dokumentieren. Die Texte sowie ausgewählte Fotos wurden zu einem Stadtteilrundgang zusammengefasst. Mit diesem Projekt wurden die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit im Stadtarchiv Hagen herangeführt. Sie lernten dabei auch ihre Heimatstadt Hagen besser kennen.

Historische Museen bieten hervorragende Möglichkeiten, sich kunsthistorisch mit bestimmten Themen der Geschichte zu beschäftigen. Nach einem Besuch im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen versetzten Schülerinnen und Schüler der Bruchschule in Witten eine Woche lang ihre ganze Grundschule in die Steinzeit. Ausgehend von geschichtlichen Entwicklungen erprobten sie die Verhaltensweisen der Menschen in der Steinzeit. Dabei lernten sie in Kleingruppen die unterschiedlichsten Arten der Kommunikation, der Jagd, der Ernährung und des Sozialverhaltens der Steinzeitmenschen kennen. Bei der Bearbeitung der Themen sind auch viele Objekte und Kunstwerke entstanden, von der Höhlenmalerei über Pfeil und Bogen bis hin zu Medizinbeuteln und Trommeln. Geleitet wurde das Projekt von Andreas Kroll und mit Mitteln aus dem NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“ gefördert.

Auch die Klassen 3 und 4 der Freiherr-vom-Stein-Grundschule haben jeweils ein Steinzeit-Projekt durchgeführt und sich inhaltlich und künstlerisch mit dem Leben in der Steinzeit beschäftigt. Auch hier stand zu Beginn des Projektes ein Besuch im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wassersschloss Werdringen an. Angeregt durch den Museumsbesuch beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Leben in der Steinzeit. Dabei lernten sie die unterschiedlichen Jagdmethoden der steinzeitlichen Menschen sowie die Kunst des Feuermachens kennen. Der Jagderfolg hatte einen großen Einfluss auf die Ernährung und das Überleben in der Steinzeit. Außerdem beschäftigten sie sich mit dem Sozialverhalten und der Kommunikation der Steinzeitmenschen. Die verschiedenen Themenbereiche wurden von den Schülerinnen und Schülern künstlerisch umgesetzt. Auch diese beiden Projekte wurden von Andreas Kroll geleitet und mit Mitteln aus dem NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“ gefördert.

Die Eröffnung der Präsentation Schule@Museum findet am Donnerstag, 12. Juni, um 15 Uhr im Stadtmuseum Hagen statt. Im Anschluss an die Eröffnung besteht die Möglichkeit zum Besuch der Präsentation und zum Gespräch mit Projektbeteiligten.

Mit dieser Projektarbeit erfüllen das Stadtmuseum Hagen, das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen und das Stadtarchiv Hagen ihren Bildungsauftrag und ermöglichen so wertvolle Projekte, die von den Schulen allein nicht zu tragen sind. Die Archiv- und Museumspädagogik ist auch in Zukunft offen für weitere, neue Projekte. Wege und Methoden können dabei vielfältig gestaltet werden. Offenheit für Alles ist oberstes Leitziel. In diesem Sinne sind alle Lehrerinnen und Lehrer aufgerufen, gemeinsam mit der Archiv- und Museumspädagogik Projekte innovativ und kreativ zu planen und zu gestalten.

 

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