Junges Museum zeigt Werke von Toni Farwick

 

Toni Farwick,Selbstportrait, 1920, Foto Tobias Roch, Hagen

Hagen – Das Junge Museum im Osthaus Museum Hagen will mit einer Ausstellung im inzwischen 35. Todesjahr an die Künstlerin Toni Farwick (1886-1979) erinnern. Präsentiert werden 25 Werke der Künstlerin aus rund 60 Schaffensjahren. Alle Arbeiten sind aus städtischem Besitz und werden vom 2. Mai bis zum 1. Juni 2014 zu sehen sein. Toni Farwick wurde 1886 in Warstein geboren und studierte von 1904 bis 1912 in Berlin. Zunächst besuchte die junge Frau dort Zeichen- und Malschulen, wo sie ein solides Handwerk erlernte. In den Ateliers der Sezessionisten Lovis Corinth (1858-1925) und Martin Brandenburg (1870-1919) setzte Toni Farwick ihre Ausbildung fort, die sie mit Auszeichnung abschloss. Die Künstlerin wurde schon früh vom Kunsthandel entdeckt, bereits 1912 zeigte der Verleger und Galerist Paul Cassirer (1871-1926) eine Ausstellung mit ihren Werkern in seiner Berliner Galerie. Zwei Jahre später folgte eine weitere Ausstellung, …

… die der Berliner Verleger und Galerist Wolfgang Gurlitt (1888-1965) ausrichtete. 1913 bis 1916 zeigte die Breslauer Galerie Lichtenberg ihre Arbeiten in Einzelausstellungen. Im Folkwang Museum in Hagen wurden ihre Werke bereits 1917 von Karl Ernst Osthaus ausgestellt. Im selben Jahr richtete sich Toni Farwick ein Atelier in Berlin ein, das sie bis 1943 besaß. Von 1920 bis 1931 engagierte sie sich in der „Juryfreien Kunstschau Berlin“, einer der Künstlervereinigungen der Stadt, als Mitglied des Vorstandes und des Preisausschusses. Die Werke der frühen Jahre, die den Einfluss der Berliner Sezessionisten zeigen, tragen in der pastellfarbenen Fassung nachimpressionistische Züge. Längere Studienreisen führten die Künstlerin von 1925 bis 1930 nach Mittelamerika. Durch die exotische Umgebung von Mexiko, Guatemala, Honduras und Antigua inspiriert, erweiterte Toni Farwick ihr Themenspektrum und veränderte ihre Farbpalette sowie die Pinselführung. Während sie in der Berliner Zeit Portraits und Landschaften malte, schuf die Künstlerin nun Landschaften mit Menschengruppen, Gruppenportraits in Stadtlandschaften und Bildnisse indianischer Bauern. Um 1930 wurden die Mexiko-Bilder in einigen Einzelausstellungen international gewürdigt. Im Nationalsozialismus war sie künstlerisch isoliert, 1943 wurde ihr Atelier zerstört und sie ins Schloss Thurnau nahe Bayreuth evakuiert, wo sie bis 1961 freundschaftliche Unterstützung erfuhr. Nach Kriegsende war Toni Farwick 1950 Mitbegründerin der „freien gruppe bayreuth“. In ihrer Malerei kehrte sie zu ihren Berliner Wurzeln zurück und malte vorwiegend Portraits und Landschaften. 1962 siedelte die Künstlerin mit 77 Jahren nach Hagen über. In ihrem Atelier am Volmeufer entstanden luftige Interieurs und Stillleben sowie Aquarelle von Gärten. Bildnachweis: Selbstportrait, 1920, Foto: Tobias Roch, Hagen

 

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