Du bist schick und ich muss schuften

Hagen – Über die Herkunft unserer Kleidung und welche Kaufalternativen es gibt informiert am Dienstag, 7. Januar, Christiane Schnura im Rahmen einer Veranstaltung der VHS Hagen, Arbeit und Leben, DGB Hagen und AllerWeltHaus mit anschließender Diskussion um 19 Uhr im AllerWeltHaus Hagen, Potthofstraße 22. Die aktuellen Entwicklungen sind alarmierend. Knapp 1.200 Tote beim Fabrikeinsturz in Bangladesch. Brände in Textilfabriken in Indien. Die Katastrophen in der weltweiten Bekleidungsindustrie reißen nicht ab. Wer macht unsere Kleidung und wer steckt die Gewinne ein? Ein Ergebnis ist wenig überraschend: Es sind die weltweiten Handelsunternehmen, die mit unserer Mode Millionengeschäfte machen. Was wir jedoch selten wissen ist, unter welchen Bedingungen unser neues T-Shirt, dass wir bunt bedruckt am Ende unserer Schulzeit tragen, unsere Teamsportkleidung in der Schule, unsere trendige Jeans im „Used Look“ oder die teure Outdoorjacke entstanden sind; wie viele Hände bis spät in die Nacht und selbst an Feiertagen unsere neuesten Kleidungsstücke genäht haben. Die Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie sind geprägt von niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten und mangelnden Arbeitsrechten. Die niedrigen Preise, die Bekleidung und Sportschuhe auf dem Weltmarkt erzielen, lassen sich nur durch ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in Ländern wie Bangladesch oder Indonesien realisieren, die die unteren Enden der globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten einnehmen.  Es ist kein Zufall, dass es fast ausschließlich Frauen sind, die unter oft unmenschlichen Bedingungen die hier so beliebte Markenkleidung herstellen. Die Annahme scheint zu sein, dass arbeitende Frauen sich nicht organisieren und keinen Widerstand gegen solche Arbeitsbedingungen leisten. Doch dem Mythos von Geschick und Gefügigkeit setzen immer mehr Frauenorganisationen und Gewerkschaften teils auch transnationale Organisierungsprozesse entgegen– nicht zuletzt, um zu verhindern, dass die Verbesserung von Arbeitsrechten in einem Land zur Abwanderung der Arbeitsplätze in ein anderes Land bzw. in den informellen Sektor führt. Der Eintritt ist frei.

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