Grußwort von Oberbürgermeister Jörg Dehm zum Weihnachtsfest 2013 und zum Jahreswechsel

HagenLiebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

wie es gute Tradition in unserer sympathischen Stadt ist, wende ich mich zum Jahresende auf diesem Wege noch einmal mit einigen Zeilen an Sie. Und dies nicht allein, um Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen stimmungsvollen Übergang ins Neue Jahr zu wünschen, sondern gerade auch, um eine kurze – natürlich beileibe nicht vollständige – Rückschau auf die zurückliegenden knapp zwölf Monate unseres Stadtlebens zu halten.

Weiterhin in ihren Bann geschlagen hat uns auch im jetzt endenden Jahr 2013 die
anhaltend schwierige Haushaltssituation der Stadt. Zwar ist es mittlerweile dank
einer Vielzahl von sprichwörtlichen Kraftakten gelungen, das jährliche Delta zwischen
Einnahmen und Ausgaben merklich zu verringern. Aber es ist noch immer ein langer
und beschwerlicher Weg, den wir bis zu einem Haushaltsausgleich sowie dem sich
dann anschließenden Schuldenabbau beschreiten müssen. Ein Weg, der – und da
muss man kein Prophet sein – mit weiteren Einschränkungen und Einschnitten auch
in den kommenden Jahren verbunden sein wird.

Im November hat der Rat mit breiter Mehrheit dem Haushalt für die nächsten beiden
Jahre zugestimmt. Ein Haushalt, der auch wieder mit zusätzlichen Sanierungsmaßnahmen
in einem Volumen von rund 6,5 Millionen Euro einhergeht und jetzt vom
Regierungspräsidenten genehmigt werden muss. All dies verbunden mit der
berechtigten Hoffnung, dass wir weiterhin auf eine Landesunterstützung von derzeit
rund 36 Millionen Euro jährlich rechnen können, um unserem Ziel der Haushaltssanierung
kontinuierlich näher zu kommen.

Eine gleichbleibend große Herausforderung für Politik und Verwaltung, die sich
gleichwohl nachhaltig dieser Verantwortung stellen müssen, wollen sie den uns
nachfolgenden Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen, sondern im
Gegenteil auch weiterhin die Grundlagen für jene liebens- und lebenswerte Stadt
schaffen, die Hagen stets war, ist und auch künftig sein wird!

Dass an der Zukunft Hagens – und damit wenden wir uns merklich positiveren
Entwicklungen zu – im besten Wortsinn sichtbar gebaut wird, kann man aktuell
wunderbar am baulichen Wachstum der neuen Rathaus-Galerie ablesen. Im Herbst
nächsten Jahres wird sie ihre Pforten öffnen und damit fraglos für noch intensivere
Besucherströme aus dem Umland sorgen. Mit der schon jetzt angekündigten
Sanierung der bereits bestehenden Volmegalerie wird Hagen sich auch künftig als
Einkaufsmagnet für die Region präsentieren und seine Rolle als Oberzentrum
merklich unterstreichen.

Gleich eine Reihe bemerkenswerter Nachrichten bescherte uns 2013 auch unsere
heimische Wirtschaft. Auf Haßley wurde Mitte April der Grundstein für den 40
Millionen Euro umfassenden Bau der neuen Firmenzentrale unseres Energieversorgers
Enervie für seine rund 750 Mitarbeiter gelegt. Hier werden ab dem Frühjahr
2014 die Standorte des Unternehmens gebündelt. Im Mai gab der Papierhersteller
Stora Enso seine Pläne für den 19 Millionen Euro teuren Bau eines Dampf-Strom-
Kraftwerkes auf dem Betriebsgelände in Kabel bekannt. Und ebenfalls noch im Mai
erfolgte auf dem Areal des ehemaligen Hasper Bunkers die Grundsteinlegung für
den Bau des Hasper Torhauses, den die Gemeinnützige Wohnstätten-
Genossenschaft (GWG) dort realisiert. Nach Fertigstellung sollen dort die Hasper
Bezirksverwaltungsstelle, das Bürgeramt sowie die Stadtteilbücherei ihren Platz
finden. Und Mitte September schließlich unternahm die Firma Dörken an der
Brüninghausstraße in Vorhalle auf einem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück
den Spatenstich für den 35 Millionen Euro teuren Bau einer neuen Produktionsstätte
für Spinnvliese. Ende 2014 soll die Produktion an dieser Stelle bereits anlaufen.
Das überaus facettenreiche Kulturleben in unserer Stadt wurde leider auch in diesem
Jahr wieder von zahlreichen Diskussionen rund um die zukünftigen Rahmenbedingungen
für unser renommiertes Theater begleitet. Bereits im Januar hatte der
Deutsche Kulturrat in Berlin das Hagener Haus mit Blick auf die vom Rat schon 2012
beschlossenen Einsparungen auf die Rote Liste der gefährdeten Kultureinrichtungen
gesetzt. Im Juli konnte sich dann eine politische Mehrheit finden, den Weg
freizumachen, Theater und Philharmonisches Orchester in eine gemeinnützige
Gesellschaft umzuwandeln. Ein Vorhaben, das nun zur Spielzeit 2014/2015
umgesetzt werden soll, um Planungssicherheit für alle Sparten des Hauses zu
gewährleisten.

Mit den Beschlüssen zum erwähnten Doppelhaushalt für die Jahre 2014/2015 hat
der Rat auch festgelegt, dass es ab dem Jahr 2016 eine generelle Kürzung des
städtischen Kulturetats um zehn Prozent geben wird. Damit bekommt die gerade
begonnene und ausgesprochen breit angelegte Diskussion um einen Kulturentwicklungsplan für unsere Stadt sicherlich eine weitere, überaus wichtige Komponente. Ergebnisse dieses spannenden Prozesses, der unter großer öffentlicher Beteiligung läuft, können wir im kommenden Frühjahr erwarten.

Streifen wir kurz die Entwicklungen im Bereich unserer Schullandschaft, dann kommt
einer Ratsentscheidung vom Sommer fraglos eine sehr besondere Bedeutung zu.
Dabei wurde – basierend auf den Ergebnissen einer im Frühjahr durchgeführten
Elternbefragung – entschieden, zum Schuljahr 2014/2015 zwei neue Sekundarschulen
in Altenhagen und am Remberg einzuführen. Damit diese im Sommer 2014
ihren Betrieb aufnehmen können, müssen allerdings zunächst im kommenden
Februar jeweils mindestens 75 Kinder für jeden der beiden Standorte von ihren
Eltern angemeldet werden. Parallel dazu wird – dem Anmeldewunsch der Eltern in
den zurückliegenden Jahren folgend – das Angebot an Haupt- und Realschulen in
unserer Stadt kontinuierlich weiter reduziert.

Und natürlich gab es 2013 auch ordentlich Grund zum Feiern in unserer Stadt. Dazu
gaben insbesondere einige wirklich bemerkenswerte Jubiläen Anlass. Allen voran ist
hier ganz sicher der hundertste Geburtstag unserer Berufsfeuerwehr zu nennen, der
Anfang August mit einem stimmungsvollen Festakt und einem großartigen Bürgerfest
im Herzen unserer Stadt begangen wurde. Nachdem Alt-Oberbürgermeister Wilfried
Horn mit einer fulminanten Festrede das Werden unserer Berufsfeuerwehr
nachgezeichnet hatte, strömten tausende von Menschen ins Hagener Zentrum, um
sich ein Bild von der unbedingten Leistungsfähigkeit „ihrer“ Blauröcke zu machen.
Ein tolles Konzert mit der bekannten Hagener Band „Extrabreit“ rundete die
insgesamt dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten ab.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst leitete der VfL Eintracht Hagen im Juni seine
Feierlichkeiten zum 150-jährigen Vereinsjubiläum ein – und beendete sie mit einem
Galaabend in der Stadthalle mit Stargästen wie Vicky Leandros und DJ Ötzi. Nur
wenige Wochen später – im September – legte der TSV Fichte Hagen nicht minder
fulminant nach und feierte ausgiebig und mit vielen Freunden und Gönnern ebenfalls
den 150. Geburtstag dieses Traditionsvereins.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
schon anhand dieser wenigen Schlaglichter mag man erkennen, dass es auch im
jetzt zu Ende gehenden Jahr 2013 wieder eine Vielzahl von spannenden
Entwicklungen und Veränderungen bei uns gegeben hat. Und das wird 2014 gewiss
nicht anders sein.

Eine Tatsache, die übrigens auch auf mich ganz persönlich zutrifft. Denn wie Sie
wissen, habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, mein Amt als
Oberbürgermeister mit Blick auf die Kommunalwahlen im Mai nächsten Jahres
niederzulegen und den Weg für meine Nachfolgerin beziehungsweise meinen
Nachfolger frei zu machen. Was jedoch keineswegs bedeutet, dass ich mich damit
früh- oder gar vorzeitig aus meiner Verantwortung verabschieden werde.
Ich wünsche Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien,
Partnerinnen und Partnern, Freunde und Bekannten sowie einen schönen und
stimmungsvollen Jahreswechsel. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen und uns allen für
das Jahr 2014 vor allem Frieden, Gesundheit und Wohlergehen.

Ihr
Jörg Dehm

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