Leichter Dämpfer für Jobaussichten in Deutschland

Prognosen im Norden und Osten verschlechtern sich, Lichtblick im WestenDie Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland geht leicht zurück. Das zeigt das ManpowerArbeitsmarktbarometer für das vierte Quartal 2013. Der
saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick fällt von +4 auf +2
Prozent. Arbeitgeber im Westen der Bundesrepublik zeigen sich
optimistischer als im vorangegangenen Quartal, dagegen sinkt die
Beschäftigungsbereitschaft im Norden und Osten, wo es zuletzt einen
Aufschwung gegeben hatte.

Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2013 rechnen 8 Prozent der
Arbeitgeber in Deutschland mit Neueinstellungen. Dieser Anteil sinkt
im Vergleich zum Vorquartal um einen Prozentpunkt. Gleichzeitig nimmt
der Anteil derer, die Entlassungen planen, von 4 auf 5 Prozent zu. 85
Prozent der Unternehmen rechnen im vierten Quartal mit keinen
personellen Veränderungen. Saisonal bereinigt ergibt sich ein
Netto-Beschäftigungsausblick von +2 Prozent – der niedrigste Wert
seit dem dritten Quartal 2012. Für die weltweite Studie zur Prognose
der Arbeitsmarktentwicklung im jeweils kommenden Quartal werden über
65.000 Unternehmen in 42 Ländern befragt. In Deutschland nehmen rund
1.000 Unternehmen am Manpower Arbeitsmarktbarometer teil, die einen
Branchenquerschnitt der deutschen Wirtschaft abbilden.

„Von einem Einbruch der Beschäftigungsaussichten in Deutschland zu
sprechen, wäre übertrieben“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der
Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Viele Betriebe
suchen langfristig Fachkräfte und die Stimmung in der deutschen
Wirtschaft ist insgesamt optimistisch. Die Unternehmen sollten
deshalb bei Neueinstellungen nicht zu zaghaft sein und im
Personalbereich vorausschauender planen. Das Beispiel der Zugausfälle
bei der Deutschen Bahn, verursacht durch massive Personalengpässe,
zeigt, wie wichtig das ist.“

Bessere Jobchancen im Westen der Bundesrepublik

Waren die Beschäftigungsaussichten im Westen Deutschlands im
Vorquartal noch düster, haben sie sich nun deutlich verbessert: Das
Arbeitsmarktbarometer steigt dort von -1 auf +5 Prozent. Dies
schließt auch das Ruhrgebiet mit ein, das in den ersten drei
Quartalen 2013 stets einen Negativtrend zu verzeichnen hatte. Hier
klettert der Saldo jetzt von -7 Prozent auf 0.

In Ostdeutschland verschlechtern sich die Jobaussichten dagegen
deutlich. Das Arbeitsmarktbarometer fällt dort von +11 auf -1
Prozent. Die Ausnahme bildet Berlin, wo der Wert lediglich um einen
Prozentpunkt auf +4 sinkt. Der Norden verliert 6 Prozentpunkte und
liegt aktuell bei +4 Prozent. Auch die Metropole Hamburg ist vom
Abwärtstrend stark betroffen, der Wert sinkt von +13 auf +1. Für
Süddeutschland inklusive München zeigt das Arbeitsmarktbarometer
stabile Werte: In der Region sinkt die Einstellungsbereitschaft um
nur 1 Prozentpunkt auf +2, München nimmt um 2 Prozentpunkte zu und
landet bei +4. Für Frankfurt zeigt sich ein Aufwärtstrend von +3 auf
+6 Prozent. „Offenbar haben viele nord- und ostdeutsche Unternehmen
ihre Pläne für das dritte Quartal in die Tat umgesetzt und neu
eingestellt. Ihre Prognosen für das Jahresende sind daher
zurückhaltender“, sagt Herwarth Brune. „Der erfreuliche Trend im
Westen sowie die weitgehend stabile Lage im Süden sind positive
Signale für die weitere Entwicklung auf dem gesamtdeutschen
Arbeitsmarkt.“

Finanzdienstleister suchen weiterhin Fachkräfte

Nach einem leichten Rückgang der Einstellungsbereitschaft im
dritten Quartal steigt der Wert für das vierte Quartal 2013 wieder um
einen Prozentpunkt  auf +12 – Höchstwert im Branchenvergleich. In
allen anderen Wirtschaftsfeldern planen die Personalverantwortlichen
weniger Neueinstellungen: Im Bereich Energie- und Wasserversorgung
etwa sinkt der saisonal bereinigte Beschäftigungsausblick von +4 auf
0 Prozent, im Bereich Produktion von +6 auf +3 Prozent.

Jobaussichten in Griechenland erneut verbessert – Italien mit
Rekordtief

Innerhalb der Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika fällt
vor allem die Entwicklung der Beschäftigungsaussichten in den
europäischen Krisenländern auf. So zeigt das Manpower
Arbeitsmarktbarometer für Griechenland den stabilsten Aufwärtstrend:
Der saisonal bereinigte Saldo klettert erneut um zwei Prozentpunkte
auf -1 Prozent. Spanien und Italien dagegen können den Aufwärtstrend
des Vorquartals nicht fortsetzen, in Italien ist das Ergebnis mit -13
Prozent sogar so schlecht wie noch nie seit Beginn der Untersuchung
im Jahr 2003.

„Eurostat hatte im August das Ende der Rezession in der Euro-Zone
verkündet, doch die Aufbruchsstimmung hat die
Personalverantwortlichen bisher noch nicht erfasst“, sagt Herwarth
Brune. „Investitionen in Fachkräfte scheinen den meisten derzeit noch
zu riskant. Andererseits brauchen sie Know-how und Manpower, um die
Krise endgültig zu überwinden. Wir rechnen deshalb damit, dass sich
auch die Beschäftigungsaussichten in den anderen Ländern im kommenden
Jahr verbessern werden.“ Dienstleister wie die ManpowerGroup helfen
Arbeitgebern weltweit mit flexiblen Personallösungen, damit sie auch
in ungewissen Zeiten wirtschaftlich bleiben und dabei ausreichende
personelle Ressourcen zur Verfügung haben.

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