Wahrer „Unfallkrimi“ in Altenhagen

Hagen – Was sich am Mittwochnachmittag gegen halb fünf Uhr vor ihren Augen abgespielte, erschien dem einen oder anderen Passanten in Altenhagen wohl als ein kleiner Unfallkrimi. Ein 19-jähriger Hagener befuhr mit seinem Passat die Friedensstraße und
wollte die Kreuzung an der Boeler Straße überfahren. Die Ampel zeigte
für ihn Grün, alle Autos auf der Boeler Straße mussten warten. Doch
ein Ford mit drei Frauen an Bord hielt sich nicht an die rote Ampel
und fuhr – so ein 17-jähriger Zeuge – mit überhöhter Geschwindigkeit
an den wartenden Autos vorbei und prallte mitten auf der Kreuzung
gegen den jungen VW-Fahrer. Danach nahm der Krimi seinen Lauf.
Anstatt den Unfall zu melden, stiegen die drei Frauen aus dem Ford
aus und verließen fluchtartig den Unfallort in Richtung Alleestraße.
Der junge Passat-Fahrer zog sich leichte Verletzungen zu, er wurde
noch vor Ort von Sanitätern ärztlich versorgt und danach in ein
Krankenhaus gefahren.

An der Unfallstelle meldete sich ein Zeuge, dem die drei Frauen
zuvor in der Karl-Halle-Straße aufgefallen waren, als sie sich dort
verdächtig aufhielten und den Eindruck vermittelten, gerade einen
Einbruch begangen zu haben. Er folgte ihnen zunächst zu ihrem Auto in
der Aschenbergstraße und fuhr hinter ihnen her, als sie über
Eduard-Müller- und Alexanderstraße davon fuhren. Offensichtlich
bemerkten sie den „Verfolger“ und wollten ihn dann an einer roten
Ampel abschütteln und so ereignete sich der Unfall mit dem Passat.

Von den Flüchtigen fehlte zunächst jede Spur. Eine gute Stunde
später – so die späteren Ermittlungen – schlugen die drei Frauen in
einer Pizzeria, fußläufig rund 20 Minuten von der Unfallstelle
entfernt, auf. Nachdem sie sich dort eine Cola bestellt hatten,
fragten sie den  42jährigen Inhaber, ob er sie nach Dortmund fahren
könne. Sie wirkten dabei nervös und machten auf den Pizza-Verkäufer,
der dem Wunsch nicht nachkam, einen erschrockenen Eindruck. So riefen
die Drei ein Taxi. Die Fahrt endete jedoch schon an der Auffahrt zur
Autobahn 46 an der Feithstraße, da der Taxifahrer seiner Taxizentrale
meldete, dass sich die drei von der Polizei gesuchten Frauen in
seinem Wagen befinden. Wie sich kurze Zeit später herausstellte,
waren sie keine unbescholtenen Bürger, die einen Unfall verursacht
und dann die Nerven verloren hatten, sondern überörtlich agierende
Straftäterinnen. In ihrem Auto fanden die Polizisten
Einbruchswerkzeuge, so dass die Beamten davon ausgehen, dass die
Frauen entsprechende Straftaten begehen wollten – oder schon hatten.
Denn neben dem Werkzeug wurde bei den Frauen im Alter von 27 bis 37
Jahren auch Bargeld in Höhe von insgesamt über 2.000 Euro gefunden.
Sie waren in der Vergangenheit schon mehrfach wegen Eigentumsdelikten
polizeilich in Erscheinung getreten. Alle Drei wurden vorläufig
festgenommen. Gegen die Jüngste besteht ein Haftbefehl mit dem Ziel
der Abschiebung, sie wurde in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Die Ermittlungen gegen die beiden Anderen dauern an.

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