Vor der Wahl: Staatsdiener geben Rot-Grün den Vorzug

Wäre bereits heute Bundestagswahl, würde die CDU/CSU bei den öffentlich Bediensteten mit 36 Prozent die meisten Stimmen bekommen. Zweitstärkste Partei würden aber – nicht wie bei
den Wahlbürgern insgesamt die SPD – sondern die Grünen: Sie erhielten
24 Prozent der Stimmen der Beamten und Tarifbeschäftigten, die SPD 22
Prozent. Zudem gäben 32 Prozent der im öffentlichen Dienst
Beschäftigten einer rot-grünen Koalition den Vorzug vor Schwarz-Gelb
(15 Prozent).

Das geht aus der aktuellen „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst“
hervor, die der dbb beamtenbund und tarifunion 2013 bereits zum
siebten Mal beim Meinungsforschungsinstitut forsa in Auftrag gegeben
hatte. „Die Wahlabsichten der Kolleginnen und Kollegen dürften
manchen überraschen“, stellte der dbb Bundesvorsitzende Klaus
Dauderstädt bei der Präsentation der Umfrage am 27. August 2013 in
Berlin fest. „Wer hätte gedacht, dass Beamte so grün sind?“

„Aber die Politik insgesamt muss sich von den Menschen im
öffentlichen Dienst harte Kritik gefallen lassen. So sind sie
mehrheitlich der Meinung, dass sich keine Partei ausreichend für eine
weiterhin positive Entwicklung des öffentlichen Dienstes einsetzt –
das meinen bei den Beamten 48, im Tarifbereich sogar 52 Prozent der
Befragten. Schlechte Noten verteilen die Befragten auch beim Einsatz
für eine gute und gerechte Bezahlung im öffentlichen Dienst. 50
Prozent der Beamten und 56 Prozent der Tarifbeschäftigten glauben
dies von keiner Partei.“ Auch beim Einsatz der Parteien für mehr
Anerkennung der Arbeit des öffentlichen Dienstes sehen die Befragten
Defizite: Über die Hälfte (54 Prozent der Beamten, 55 Prozent der
Tarifbeschäftigten) meinen, keine Partei sorge am besten dafür.

dbb Chef Dauderstädt: „Statt den öffentlichen Dienst als
Sündenbock für eigene Untätigkeit vorzuschieben, sollte die Politik
endlich handeln: Wer trotz demografischen Wandels, Nachwuchs- und
Fachkräftemangels auch in Zukunft einen gut aufgestellten,
konkurrenzfähigen und verlässlichen öffentlichen Dienst will, muss
für verbesserte Rahmenbedingungen sorgen. Sonst haben die Bürgerinnen
und Bürger, also wir alle, das Nachsehen.“

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