Beratung zum Täter-Opfer-Ausgleich in Hagen

sz16_copyright Michael Kaub
(Foto: Michael Kaub)

(11:11 Uhr) Hagen/Westf. – Jugendliche Beschuldigte von 14 bis 21 Jahren haben neben der Fallüberweisung durch die Staatsanwaltschaft, das Gericht, die Jugendgerichtshilfe und die Polizei auch die Möglichkeit zur Selbstmeldung, um eine mögliche Schlichtung und Schadenswiedergutmachung anzustreben. Da der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) unter anderem zum besseren Opferschutz Eingang in das Jugendgerichtsgesetz fand, können sich von Jugendlichen geschädigte Personen ebenfalls als Selbstmelder im Beratungszentrum „Rat am Ring“ melden. Der Täter-Opfer-Ausgleich möchte für Geschädigte und Beschuldigte eine faire, gleichberechtigte Chance bieten, den Konflikt bzw. die Schädigung zu bearbeiten und gemeinsam eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Zunächst werden getrennte Gespräche geführt, in denen die konkreten Interessen der Beteiligten im Hinblick auf ein gemeinsames Ausgleichsgespräch herausgearbeitet werden. Wenn sowohl die Beschuldigten als auch die Geschädigten ein persönliches Ausgleichsgespräch anstreben, werden beide zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. „Die Form des Ausgleichs bestimmen die Beteiligten entsprechend ihrer Interessen autonom im Sinne einer win-win-Lösung“, sagt Bernd Stieglitz, der eine Vielzahl von Ausgleichsgesprächen geführt hat. Oft kommt es zu immateriellen Wiedergutmachungen. Seine Kollegin Karin Holtemeyer-Stampoulis ergänzt: „Eine Entschuldigung auszudrücken und anzunehmen ist für Jugendliche erfahrungsgemäß nicht leicht.“ In der Regel treffen die Beteiligten eine schriftliche Vereinbarung über immaterielle und materielle Wiedergutmachungsleistungen.

Die nachhaltige Wirkung des Täter-Opfer-Ausgleiches wird durch Studien belegt. Eine Rückfallforschung nach Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs im englischsprachigen Raum (Cambridge-Studie) hat festgestellt, dass durch die Konfrontation von Tätern und Opfern der Rückfall unter anderem bei Gewaltdelikten um 55 Prozent gesenkt wurde.

Auch bevor es zu einer Straftat oder Anzeige kommt können sich Konfliktbeteiligte – Geschädigte oder Beschuldigte – direkt an das Beratungszentrum am Ring wenden, um weitere Informationen zu bekommen und einen Täter-Opfer-Ausgleich anstreben. Die Mediatoren in Jugendstrafsachen sind unter Telefon 02331/207-4541 und -2891 sowie E-Mail fairsoehnung@stadt-hagen.de zu erreichen.

Hinweis zum Bild: Der Täter-Opfer-Ausgleich bietet die Chance, dass Geschädigte und Beschuldigte aufeinander zugehen können. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s