Theater Hagen: Grüne Partei ist für den Eigenbetrieb als Rechtsform

(10:45 Uhr) Zur Theater-Frage in Hagen haben die Die Grünen in Hagen folgende Presseerklärung abgegeben:

>> Die Grünen in Hagen sprechen sich dafür aus das Theater Hagen in einen Eigenbetrieb zu überführen. Kreisverbandssprecher Frank Steinwender erklärt für den Vorstand der Grünen Hagen: „Wir sorgen uns um die Zukunft unseres Theaters. Wir erteilen der angeblichen Alternativlosigkeit zur Gründung einer Theater GmbH eine klare Absage und fordern, dass das Theater organisatorisch durch die Umwandlung in einen Eigenbetrieb neu aufgestellt wird. Der Eigenbetrieb lässt organisatorisch genau die Verbesserungen zu, die langfristig die Arbeit in und für das Theater optimieren. Die Angleichung des Geschäftsjahrs des Eigenbetriebs an die Notwendigkeiten der Theaterplanung ist dabei ein großer Schritt. Die Einbindung von SponsorInnen und SpenderInnen ist ebenso möglich wie die Bildung von Rücklagen, um über das Jahr hinaus planen zu können. Die Arbeitsplätze eines Eigenbetriebs verbleiben bei der Stadt, so dass Dumping von Löhnen und der Austausch von guter Arbeit gegen schlechte Arbeit verhindert wird.

Bei den jetzigen Diskussionen um eine mögliche GmbH muss man sich ernsthaft fragen: Was ist die einstimmig verabschiedete Resolution des Stadtrats das Theater mit allen vorhandenen Sparten in der jetzigen Qualität erhalten zu wollen noch wert? Die geplante Überführung des Theaters in eine GmbH stellt sich bereits mittelfristig gegen dieses Bekenntnis.

Die Behauptung der BefürworterInnen der GmbH, mit dieser Rechtsform für die Sicherheit des Theaters zu sorgen verhöhnt dieses Bekenntnis geradezu: Eine mit freiwilligen Mitteln der Kommune ausgestattete Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist in schwierigen Nothaushalts-Zeiten zum Scheitern, also zur Insolvenz, verurteilt. Die Entscheidung für eine Gmbh ist aber unwiderruflich: Scheitert die GmbH, gibt es kein Theater Hagen mehr. Es gibt kein Zurück!

Bezeichnend bei der Diskussion ist die immer wieder benutzte Floskel mit der GmbH „dem Theater mehr Freiheit zu geben“. Es stellt sich die Frage, warum in Zeiten des Neoliberalismus immer dann nach vermeintlicher „Freiheit“ gerufen wird, wenn es gilt den Mangel „frei“ zu gestalten, wohl um das einkalkulierte Scheitern einzelnen in ihren Entscheidungen angeblich „freien“ Akteuren zuzuschreiben. Die bekannten organisatorischen Herausforderungen wie die kurzfristige Rekrutierung von Personal in Nothaushaltssituationen rechtfertigen jedenfalls nicht das Überleben des Theaters insgesamt auf’s Spiel zu setzen.

In einer Demokratie stellt sich die Frage, warum eine gewünschte und benötigte Institution wie unser Theater, das völlig zurecht öffentlich subventioniert wird, nun Richtung Privatisierung geschickt werden sollte? Unser Theater gehört allen 190.000 Hagenerinnen und Hagenern. Die öffentliche Kontrolle unserer 14 Mio. € Zuschuss zum Betrieb darf ausschließlich durch demokratisch legitimierte Instanzen erfolgen. Da darf es keinen Platz geben für Interessengruppen, SpenderInnen und SponsorInnen.

Der Kürzungsdruck wird auch in Zukunft dem Theater nicht erspart bleiben, zumindest solange die gesamte Finanzsituation in Städten wie Hagen katastrophal ist. Aber es ist immer noch besser sich immer wieder aktiv zum Theater bekennen zu dürfen als die Verantwortung über Leben und Tod des Theaters auf die plumpe betriebswirtschaftliche Logik einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung auszugliedern.“ <<

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s